Am Cavazzen steht das erste Gerüst

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Klein, aber fein: Das Gerüst vor dem Cavazzen.
Klein, aber fein: Das Gerüst vor dem Cavazzen. (Foto: Erol Cihangir)

„Jetzt wird gebaut!“, schreibt das Kulturamt in einer Pressemitteilung. Am Cavazzen steht ein Gerüst, im Gebäude wird gebohrt und geklopft. Auch in Sachen Depot gehe es mit großen Schritten voran: Noch in diesem Jahr soll der Spatenstich für den Neubau stattfinden.

Noch ist das Gerüst sehr klein. Es dient vor allem der Anbringung einer Schuttrutsche, über die Gesteins- und Putzbrocken in den unten aufgestellten Container wandern – Dreck, der im Rahmen von gutachterlichen Untersuchungen anfällt. „Von der Stadt beauftragte Fachleute haben begonnen, Böden und Verkleidungen vorsichtig zu öffnen, um sich einen Eindruck vom Zustand der historischen Konstruktionen zu verschaffen“, schreibt das Kulturamt. Die Sondierung solle helfen, die Tragfähigkeit der Decken und Böden zu beurteilen, und liefere wichtige Daten für die Architekten und auch Museumsplaner. „Hier geht es auch um die Frage, ob und wie sich bestimmte Räume künftig nutzen lassen oder wo Leitungen verlegt werden können“, so Hilmar Ordelheide vom städtischen Hochbau, der das Bauprojekt vonseiten der Stadt leitet. Jeder Schritt muss dabei mit dem bayerischen Landesamt für Denkmalpflege genau abgestimmt werden, ein Archäologe müsse die Begutachtung der mittelalterlichen Fundamente im Keller fachlich begleiten, um eventuelle Bodenfunde dokumentieren und sichern zu können.

Bau des Museumsdepots ist im Zeitplan

Dies immerhin spielte bei der Planung des Museumsdepots keine Rolle: Das neue Magazin entsteht im Gewerbegebiet „auf der grünen Wiese“. Laut Pressemitteilung liegt der Bau gut im Zeitplan: Die Rohbaufirma ist bereits unter Vertrag, der Baubeginn noch für 2017 vorgesehen.

Parallel dazu geht es auch in Sachen Neukonzeption voran. Bis Ende des Jahres wird das Verfahren zur Beauftragung eines Büros für Museumsgestaltung abgeschlossen, wie das Kulturamt schreibt. „Wie bei der Gebäudeplanung mussten wir auch hier europaweit ausschreiben“, erklärt Museumsleiterin Barbara Reil. Der Wettbewerb geht nun in die zweite Runde: In der ersten wurden aufgrund objektiver Kriterien fünf Agenturen ausgewählt, die nun eingeladen sind, zwei vom Museum definierte Gestaltungsaufgaben zu bearbeiten. „Ziel ist, sich einen Eindruck von der ästhetischen Handschrift und individuellen Herangehensweise der Büros zu verschaffen“, so Reil. Eine Jury, der neben Vertretern des Stadtrats sowie des Kultur- und Bauamts unter anderem auch fachliche Berater etwa von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen angehören, wertet dann Mitte Dezember die Ergebnisse aus. „Im Januar können wir dann bekannt geben, wer das Rennen für sich entschieden hat.“

Parallel läuft das Verfahren zur Beauftragung eines Projektsteuerers, das ebenfalls bis zum Jahresende abgeschlossen sein soll. Wer auch immer den Auftrag erhält, wird dann auch wichtige Aufgaben im Bereich Fördermanagement zu übernehmen haben. Bislang hat das städtische Projektteam, dem neben Ordelheide und Reil auch die Petra Schönherr als Vertreterin der Kämmerei angehört, dieses Feld „komplett selbst beackert“. Laut Mitteilung freuen sich alle drei auf die künftige Unterstützung.

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