Alles beginnt mit einem ersten Schritt

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Am Stand von Drucktechnik Holzer informieren sich Hinal Pandya und ihr Mann Jekin Trivedi aus Lindau, bei den drei angehenden Dr
Am Stand von Drucktechnik Holzer informieren sich Hinal Pandya und ihr Mann Jekin Trivedi aus Lindau, bei den drei angehenden Drucktechnikern, Lena Hörmann, Vedram Saravanja und Richard Förster über deren Berufsausbildung. (Foto: Susi Donner)
Susi Donner

„Bist du startklar?“ mit dieser Frage hat die Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK), in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft und dem Arbeitskreis Schule Wirtschaft Lindau-Westallgäu, der „Lindauer Zeitung“ und dem „Südfinder“ zur Berufsinfomesse im Schulzentrum in Lindau eingeladen. In drei Schulgebäuden haben sich 107 Aussteller, regionale Unternehmen, Behörden und Fachschulen, modern und innovativ der jungen Generation präsentiert. Das waren so viele wie noch nie.

Es ist eine Messe, die die Besucher in Bewegung versetzt. Nicht nur, weil sie in drei Schulgebäuden stattfindet, die die Jugendlichen und ihre Eltern aufsuchen. „Alles beginnt mit einem ersten Schritt. Die Berufsinfomesse ist definitiv ein solcher erster Schritt“, sagt Heike Kirchmann. Sie betreut den Stand der Heimenkircher Firma Hochland im Bodensee-Gymnasium. „Es ist unsagbar schön, auf so aufgeschlossene junge Menschen zu treffen, die viel fragen und alles in sich aufsaugen. Ich merke, dass sie sich gut auf die Messe vorbereitet haben. Wenn ich ihre Begeisterung in ihren Augen blitzen sehe, geht mir das Herz auf“, sagt sie.

Ebenfalls im Bogy, am Stand von Drucktechnik Holzer, unterhält sich Hinal Pandya mit den drei angehenden Drucktechnikern Lena Hörmann, Vedram Saravanja und Richard Förster. „Ich habe in meiner Heimat studiert und suche nun nach einer Berufsausbildung“, sagt die junge Inderin aus Mumbai, die mit ihrem Mann Jekin Trivedi in Lindau lebt. „Es macht uns viel Spaß, anderen jungen Leuten etwas über unseren Beruf zu erzählen“, sagt Richard Förster.

Eine Grundidee für das, was Spaß macht

Spaß haben auch die Besucher am Stand der Metallinnung in der Realschule im Dreiländereck. Dort dürfen die Interessierten aus dem Werkstoff Metall kleine Flugzeuge bauen. Julian Kröner beweist sein handwerkliches Geschick an seinem zweiten Exemplar. Walter Röthlingshofer erklärt ihm die vielseitigen Möglichkeiten, die er im Handwerk hätte, und dass ihm von der Ausbildung über den Meister bis zum Studium alle Türen offenstehen würden. „Es ist wichtig, dass die jungen Leute eine Grundidee bekommen, von dem, was ihnen Spaß machen könnte. Denn darum geht es in erster Linie bei einem Beruf, den man über viele Jahre ausüben möchte.“

Ein paar Meter weiter haben die Allgäuer Top-Hotels eine Cocktailbar und eine kleine Allgäu-Sushi-Küche eingerichtet. Angelina Murg, Laura Löffler und Loreta Vila aus Lindenberg finden, dass hier die Berufsinfomesse besonders viel Spaß macht und mixen eifrig unter Anleitung von Joana und Stefan Cocktails. „Die Messe ist sehr hilfreich für uns“, sagt eine der drei Neuntklässlerinnen aus Lindenberg, und dass sie sich ein Praktikum in der Gastronomie gut vorstellen kann, obwohl ihre aktuellen Berufswünsche Richtung Polizei, Tierpflege und Mediengestaltung gehen.

Apropos Polizei: Mit dem Slogan „Heute suchen wir zur Abwechslung mal die Guten“ präsentiert diese sich in der Berufsschule. Christian Seidl, Polizeihauptkommissar und Einstellungsberater der Bundespolizeiakademie München, erzählt fröhlich, dass ihm Löcher in den Bauch gefragt werden: Wie lange die Ausbildung geht, welche Voraussetzungen man mitbringen muss, um überhaupt angenommen zu werden, und wie die Aufstiegschancen sind. All das beantwortet der 35-Jährige gern. „Es freut mich zu sehen, wie groß das Interesse am Polizeiberuf ist. Es ist schön, den jungen Leuten Tipps für ihre berufliche Zukunft zu geben.“

Einblicke in Unternehmen und Berufe

Maxima und Marius Krebs aus Weißensberg sind mit ihrer Mutter Claudia auf der Messe unterwegs. „Es ist faszinierend. Ich bekomme Einblicke in Unternehmen und Berufe, von denen ich keine Ahnung hatte, auf die ich deshalb niemals zugegangen wäre. Und hier sehe ich, wie spannend sie sind. Ich gehe mit viel neuem Wissen heim, das mir bei meiner Berufsorientierung helfen wird“, sagt Maxima. „Von vielen Unternehmen sind Leute aus der Personalabteilung am Stand – die persönlich kennenzulernen, öffnet Türen für die Bewerbung. Und Auszubildende erzählen mir von ihren Erfahrungen. Das hilft mir bei meiner Entscheidung, was ich will, und was nicht“, sagt Marius Krebs. Auch seine Mutter ist begeistert: „Wenn ich die vielen Möglichkeiten sehe, würde ich am liebsten meinen Berufsweg nochmal starten.“

Lea Rothenhäusler ist zum ersten Mal für die Firma Rose Plastic auf der Berufsinfomesse, und ist „völlig geflasht“ über so viel Interesse. „Wir haben Anfragen für Schnupperpraktika und auch ernstgemeinte für eine Ausbildung. Das habe ich so nicht erwartet“, sagt sie. Dies dürften wohl einige der ersten Schritte sein, von denen Heike Kirchmann anfangs gesprochen hat.

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