Afghanistan verteidigt den Titel beim fünften UMA-Cup in Lindau

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Stark am Ball: die Teilnehmer des UMA-Cups.
Stark am Ball: die Teilnehmer des UMA-Cups. (Foto: Landratsamt/Christine Steinhauser)
Lindauer Zeitung

Bereits zum fünften Mal hat der Kreisjugendring in Kooperation mit dem Jugendamt Lindau ein Fußballturnier für junge Flüchtlinge veranstaltet. Angemeldet hatten sich in diesem Jahr sieben Mannschaften aus Lindau, Ravensburg und Bad Waldsee. Der Vorsitzende des TSV Oberreitnau, Benjamin Taylor, hat erneut den Sportplatz zur Verfügung gestellt. Das Turnier ist Teil eines Freizeitprogrammes, das die langfristige Integration der jungen Menschen zum Ziel hat, wie die Veranstalter in einer Pressemitteilung schreiben.

Schon am Vormittag fanden sich die sieben Mannschaften ein. „Es handelt sich dabei überwiegend um junge Afghanen, Syrer, Somalis und Eritreer“, so Sozialpädagogin Christine Steinhauser, die das Turnier mit den freien Mitarbeitern Rolf Tensfeldt und Amir Ahmadi auf die Beine gestellt hatte. Die meisten sind unbegleitete minderjährige Asylsuchende, also sogenannte UMA. Es sind laut Landratsamt aber auch Jugendliche, die mit ihren Eltern hier leben, willkommen.

„Hitzefrei? Nein, kommt gar nicht in Frage“, meinte Steinhauser. „Wir wollten das Turnier wegen der großen Hitze verschieben, aber die Jungs waren hochmotiviert, sie wollten unbedingt spielen.“ Fußball hätte einfach einen sehr großen Stellenwert im Leben der Flüchtlinge, sagten sie. „Da können sie sich richtig austoben und untereinander messen, sie nehmen das Turnier sehr ernst.“ Die gegenseitige Akzeptanz der anderen Nationalitäten, ein friedvolles Miteinander und das Erlernen von Sozialkompetenzen gehören beim Fußball ebenso dazu.

Die Mannschaften finden sich bei dem Turnier selbst zusammen. „In der Regel bilden Jungs ein Team, die aus demselben Land kommen oder in derselben Unterkunft wohnen“, berichtet Steinhauser. Die sieben Mannschaften spielten im Turniermodus „Jeder gegen Jeden“, sodass 21 Spiele auszutragen waren. Am Ende des Tages stand fest: die Jungs aus Afghanistan konnten ihren Titel aus dem letzten Jahr mit 15 Punkten, also fünf Siegen und einer Niederlage, knapp vor den Ravensburgern (14 Punkte, Vorjahres-Dritter) verteidigen. Unglücklich landete eine Mannschaft bestehend aus Somalis und Eritreern mit 13 Punkten auf Platz Drei, obwohl es lang so aussah, als ob sie den Pokal holen würde. Immerhin wurde der Kapitän, Arafad Abdi Arab, mit neun Treffern Torschützenkönig.

„Viele der Jungen spielen mittlerweile in Vereinen“, erzählt Steinhauser. „Am Anfang hatten sie Schwierigkeiten, feste Strukturen anzunehmen. Zudem haben sie sich isoliert gefühlt, weil sie wenig Deutsch sprachen, aber mittlerweile kommen sie in jeder Hinsicht an.“ Die größte Leistung an diesem Tage hätte aber ihrer Meinung nach der Schiedsrichter Werner Schönberger vollbracht, der trotz der hohen Temperaturen und einiger hitziger Debatten, ruhig weiter gepfiffen hätte. „Und das ehrenamtlich“, betonte Steinhauser.

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