AfD-Kandidat Axel Keib mag nicht mit der Lindauer Zeitung sprechen

Lesedauer: 6 Min
 Axel Keib tritt bei den Landtagswahlen für die AfD an. Mit der LZ reden wollte er nicht.
Axel Keib tritt bei den Landtagswahlen für die AfD an. Mit der LZ reden wollte er nicht. (Foto: oh)
Redaktionsleiter

Die Lindauer Zeitung wird bis zum Wahltag die Direktkandidaten der Parteien vorstellen, die eine realistische Chance haben, in den bayerischen Landtag einzuziehen. Am Donnerstag folgt FDP-Kandidat Dominik Spitzer.

Axel Keib tritt für die AfD im Stimmkreis Lindau-Sonthofen als Direktkandidat an, um in den Landtag zu kommen. Obwohl er die Menschen vom bayerischen Bodensee in München vertreten will, war er nie zu einem Wahlkampfauftritt in Lindau. Auch mit der LZ trifft er sich nicht.

Das gab es noch nie, dass ein Kandidat für eine Wahl ein Gespräch mit der Lindauer Zeitung verweigert hat. Deshalb fällt der Text in der Reihe der Kandidatenporträts vor den Landtagswahlen in diesem Fall deutlich kürzer aus als bei den anderen Bewerbern im Stimmkreis. Keib hat auf E-Mails der LZ mit Bitte um einen Gesprächstermin bei ihm in Oberstaufen oder in Lindau nicht reagiert. Erhalten hat er die Mails aber, denn der Bitte nach Zusendung eines Bewerberfotos ist er nachgekommen. Und auch die per Mail zugesandten Fragen zur privaten Seite aller Kandidaten hat Keib beantwortet.

Aber er mag offenbar kein Gespräch, bei dem er erklären müsste oder sich in Widersprüche verwickeln könnte. Solche Interviews sind für alle Politiker gerade im Wahlkampf ein großer Stress. Während alle anderen sich dem aber professionell stellen, weicht Keib lieber aus. Ohne ein solches Gespräch bleibt als Grundlage für ein Kurzporträt nur das, was sich über den Kandidaten im Internet finden lässt.

„Weil unser Land dringend ein politisches Umdenken braucht“, hat Keib in einem Interview begründet, warum er bei der Landtagswahl antritt. Vielfach beschwert er sich auf Facebook darüber, Medien würden die AfD zur „Einthemenpartei“ schreiben, aber auch er erklärt die meisten Missstände auf Facebook mit der angeblich „unkontrollierten und rechtswidrigen Migration nach Deutschland und insbesondere nach Bayern“: „Denn das Geld, das hier ausgegeben wird, fehlt selbstverständlich an anderer Stelle.“ Renten, Krankenhäuser, Schulen – überall fehle Geld, weil der Staat es für Flüchtlinge ausgebe, behauptet Keib auf Facebook.

Zu den Fakten: Keib ist 1964 geboren, er ist verheiratet und lebt in Oberstaufen. Nach eigenen Angaben ist er Diplom-Ingenieur und ausgebildeter Koch. Seit 17 Jahren führt er als selbstständiger Gastronom eine Pizzeria in Oberstaufen.

Die LZ hätte ihn gerne gefragt, ob er sich nicht an den Bodensee traut oder warum er seinen Wahlkampf auf das Ober- und Westallgäu beschränkt. Auch andere Fragen hatte der Redakteur vorbereitet. Doch Keib geht solchen Fragen lieber aus dem Weg.

Landtagswahl Bayern: Piraten und Bayernpartei
Es sieht nicht gut aus für die CSU. Seit 60 Jahren stellt die Partei die Regierung in Bayern. Glaubt man aktuellen Prognosen, würden derzeit aber nur 35 Prozent der Wähler die CSU wählen. Das macht die Landtagswahl spannend.

Die Lindauer Zeitung wird bis zum Wahltag die Direktkandidaten der Parteien vorstellen, die eine realistische Chance haben, in den bayerischen Landtag einzuziehen. Am Donnerstag folgt FDP-Kandidat Dominik Spitzer.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen