Um zahlreiche Waisenkinder im Raum Aleppo kümmert sich Adnan Wahhoud (hintere Reihe Mitte) besonders: Er gibt ihnen monatlich ei
Um zahlreiche Waisenkinder im Raum Aleppo kümmert sich Adnan Wahhoud (hintere Reihe Mitte) besonders: Er gibt ihnen monatlich eine kleine Unterstützung. (Foto: Lindauhilfe für Syrien)
Evi Eck-Gedler

Gerade erst sind der Lindauer Adnan Wahhoud und seine Frau Ehrengäste einer Züricher Kirchengemeinde gewesen. Nun bereitet der 65-jährige die nächste Reise vor: In gut einer Woche will er wieder in die Türkei fliegen und von dort aus in Richtung Aleppo weiterfahren. Mit im Gepäck dieses Mal: Spendengelder aus der Weihnachtsaktion der Schwäbischen und Lindauer Zeitung. Damit will Wahhoud vor allem Medikamente und Verbandsmaterial für die von ihm gegründeten Ambulanzen in Syrien kaufen.

„Ich möchte mich im Namen vieler, vieler Bedürftiger in Syrien herzlichst bedanken“, sagt Wahhoud. Die Spendengelder werden dringend gebraucht. Denn die Ärzte, Apotheker und anderes medizinisches Personal zwischen Yakobiya und Takad müssen in ihren Ambulanzen jede Menge Patienten versorgen – Syrer, die sich nicht auf die gefährliche Flucht nach Europa begeben haben, sondern in ihrem oftmals zerbombten Heimatstädten ausharren.

Inzwischen hat Wahhoud eine siebte Ambulanz gegründet: Neben den drei mit dem Zusatz Lindau im Namen gibt es mittlerweile vier weitere, die mit Spenden aus Roth, Krumbach und Giessen unterstützt werden. In diesen nun sieben Ambulanzen sind im vergangenen Jahr zusammen fast 90000 Menschen versorgt worden. Über zwei Drittel davon sind Kinder, in Medical Point Lindau in Yakobiya sind sogar acht von zehn Patienten jünger als 18 Jahre alt gewesen. Die Behandlungen sind grundsätzlich kostenlos – weil Wahhoud bisher das Personal über Spenden aus Deutschland bezahlen kann. So finanziert unter anderem der Lindauer Lionsclub eine Arztstelle in einer der Ambulanzen.

Junge Waisen erhalten auch Hilfe

Der Lindauer hat auch den Vorsatz, dass die Medikamente – die er grundsätzlich in Syrien kauft – weitgehend kostenlos abgegeben werden. In über achtzig Prozent der Fälle sei das auch möglich gewesen. Allerdings ist Wahhoud auch klar, dass er mit den ihm anvertrauten Spenden künftig nicht mehr so viele Medikamente wie im vergangenen Jahr kaufen kann: weil etliche der Pharmaziefabriken in den Regionen Aleppo und Idlib zerstört sind und deshalb die Sachen teurer werden.

Neben den Medical Points liegen dem 65-Jährigen aber auch die Kinder in Syrien am Herzen. In den Orten Takad und Fattire hat er im Dezember immerhin 223 Buben und Mädchen im Rahmen seines Projekts Waisenhilfe mit einem kleinen Betrag unterstützt, die Vater, Mutter oder auch beide Elternteile durch den Krieg verloren haben. „Und ich gehe davon aus, dass dieses Projektvolumen in diesem Jahr um bis zu zwanzig Prozent wachsen wird“, befürchtet Wahhoud.

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