20 Jahre für den Frieden

Über 20 Jahre Friedensräume freuen sich Cornelia Speth (von links), Waltraud Bube und Gertrud Fersch vom Friedensräume-Leitungst
Über 20 Jahre Friedensräume freuen sich Cornelia Speth (von links), Waltraud Bube und Gertrud Fersch vom Friedensräume-Leitungsteam. (Foto: Isabel de Placido)
Isabel de Placido

Die Friedensräume feiern Geburtstag. Und zwar ihren Zwanzigsten. Wie aber lassen sich 20 Jahre Friedensräume am besten beschreiben, zusammenfassen oder gar auf einen Nenner bringen? Geht das überhaupt? Die Friedensräume haben dies mit ihrer gleichnamigen Ausstellung geschafft. 20 Kisten als gestaltete Schaukästen umfunktioniert geben 20 Impulse aus 20 Jahre als Antwort. Aber ganz gleich ob damit die vielen, vielen Vorträge, Filme, Diskussionen, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen oder Workshops der letzten zwei Jahrzehnte abgebildet sein mögen. Letztendlich bedeuten 20 Jahre Friedensräume doch 20 Jahre Engagement für eine friedlichere Welt. Feiern wollen die Friedensräume dieses Jubiläum mit einem hochkarätigen Vortrag, einem Tag der offenen Tür und einem kleinen Fest für die Mitarbeiter.

„Lindaus Ruf als Friedensstadt ist auf die engagierte Arbeit der Friedensräume zurückzuführen.“ Dieser Satz stammt von Claudia Alfons und er ist Teil einer Videobotschaft, die die Oberbürgermeisterin den Friedensräumen anlässlich deren wegen Corona ausgefallenen offiziellen Saisoneröffnung geschickt hat. Und es ist der Satz, der die Friedensräume von all den vielen schönen Worten und Gedanken, mit denen Landrat Elmar Stegmann, Elisabeth Schedler von Pax Christi oder der schwäbische Bezirkstagspräsident Martin Sailer sie gewürdigt haben, am allermeisten freut. „Alle haben schöne Sachen gesagt, aber Claudia Alfons Worte sind besonders schön“, sind sich Cornelia Speth, Waltraud Bube und Gertrud Fersch einig.

Statt einen Rückblick auf 20 Jahre Friedensräume zu geben, verweisen die drei Damen vom Leitungsteam auf die aktuelle und extra wegen des Jubiläums geschaffene Ausstellung. Die ist so simpel wie effektiv. Denn zwanzig Holzkisten erzählen die zwanzigjährige Geschichte jener Institution, die bewusst kein statisches Museum sein will, sondern stattdessen ständig aktiv, ständig „in Bewegung“ ist. Nicht umsonst hatte sich aus dem von Pax Christi 1976 gegründeten Friedensmuseum Ende der 1990er-Jahre eine Lindauer Bewegung entwickelt, der es zwar weiterhin wichtig war christlich verankert zu sein, die ihr Augenmerk jedoch auf das Politische legen wollte.

Drei Jahre, von 1998 bis 2001, sollte es dann schließlich dauern, bis diese kleine Gruppe Ideen gesammelt und Geld beschafft hatte, um ihr Verständnis von Friedensarbeit in den bis heute von der Künstlerin Ruth Gschwendtner-Wölfle immer wieder neu gestalteten „Friedensräumen“ zu präsentieren. Seither beschreitet ein engagiertes Team den mühsamen Weg zum Frieden nicht nur in den Räumen der Lindenhofvilla, sondern auch in einem Jahresprogramm, dessen Bandbreite sich jedes Jahr aufs Neue sehen lassen kann. Viele bekannte Persönlichkeiten wie Franz Alt, über Elisabeth Hartnagel, Rolf Zuckowsky, Eugen Drewermann, Jürgen Grässlin, Clemens Ronneberg oder José Ramos-Horta waren in all den Jahren bei ihnen zu Gast und haben in ebenso zahlreichen Vorträgen ihre Sicht auf eine friedlichere Welt erklärt und diskutiert.

„Wir wollen ja ein Mut machendes Museum sein“, sagt Cornelia Speth. „Wir wollen positive Beispiele zeigen, deshalb sind wir kein Anti-Kriegs-Museum“, ergänzt Gertrud Fersch und Waltraud Bube stellt fest: „Deshalb ist Museum die falsche Bezeichnung.“ Mit ihren vielfältigen Angeboten wollten die Friedensräume seit jeher und immer noch „am Puls der Zeit bleiben“ und Interessierte auf den verschiedensten Ebenen ansprechen. Das ist auch der Grund weshalb sich die Friedensräume als ein „Museum in Bewegung“ begreifen.

All dies veranschaulicht die Jubiläumsausstellung, die 20 „Kulturboxen“, in denen 20 Jahre Geschichte stecken. Und damit 20 Highlights, Stationen, Schwerpunktthemen, Meilensteine und Ereignisse, die sich von 2001 bis 2021 ereignet haben und die die Friedensräume kennzeichnen, prägen und ausmachen. Minimuseumskisten, die wie die Friedensräume selbst, Impulse setzen wollen. Denkanstöße geben wollen aus 20 Jahren spannende Veranstaltungen, Themen und Kooperationen. 20 schlaglichtartige Miniaturen, die zeigen, wie vielfältig und bunt Friedensarbeit war und ist. Und 20 Erinnerungen daran, dass der Frieden auf der Welt, so fern er gerade in diesen Zeiten auch sein möge, zuallererst bei jedem einzelnen beginnt.

Auch wenn die Freude groß über die 20 Jahre Friedensräume sein mögen, ist es in Zeiten einer Pandemie doch schwer solch ein Jubiläum gebührend zu feiern. Trotzdem wird es einen hochkarätigen Vortrag geben. So kommt am Freitag, 18. Juni, die ehemalige Landesbischöfin Margot Käßmann in die Inselhalle und spricht unter der Überschrift „Entrüstet euch. Wie wir heute ein Klima für den Frieden schaffen“ über die Überwindung der Klimakrise als Voraussetzung für Frieden. Am Samstag, 19. Juni ab 10 Uhr wird es ein kleines Fest in Form eines „Tag der offenen Tür“ in den Friedensräumen in der Villa Lindenhof geben. Ab 14 Uhr öffnet das „Outdoor Café“ im Garten, das von kleinen kulturellen Beiträgen begleitet wird. Ab 16 Uhr ist dann ein Festakt geplant, der jedoch wegen der Pandemie den Mitstreitern und Mitarbeitern vorbehalten ist.

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