1988: Westallgäu leidet unter dem Schneechaos

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Kurz vor dem Katastrophenalarm stand der Landkreis Lindau im März 1988, als Schneemengen im Westallgäu ein Chaos angerichtet ha
Kurz vor dem Katastrophenalarm stand der Landkreis Lindau im März 1988, als Schneemengen im Westallgäu ein Chaos angerichtet haben. (Foto: Archiv: Reiner Roither)
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Ein milder Winter mit wenig Schnee, aber kurz vor Schluss viel mehr Schnee als man sich wünschen kann: So war der Winter vor 30 Jahren. Mitte März legten Schneemengen weite Teile des Landkreises Lindau lahm.

Katastrophenmeldungen kamen damals aus dem ganzen Alpenraum. In Lawinen gab es in Vorarlberg, Tirol und Südtirol mehrere Tote. Im Allgäu starben zwei Menschen unter Dachlawinen. Ganz so schlimm war es im Landkreis Lindau zum Glück nicht. Aber auch im Westallgäu waren Menschen damit beschäftigt, den immer nasser und damit schwerer werdenden Schnee von den Dächern zu schaufeln. Wegen umgeknickter Masten und gerissener Leitungen fiel an mehreren Orten für längere Zeit der Strom aus, so dass Melkmaschinen ausfielen und Bauern die Kühe wieder mit der Hand melken mussten. Störtrupps wurden mit Pistenraupen zu den Strommasten gefahren. Mehr als drei Meter hohe Schneeverwehungen machten Straßen unbefahrbar. Die Verantwortlichen im Landratsamt waren kurz davor, Katastrophenalarm auszulösen. Lindau wurde weitgehend verschont, Archivfotos zeigen eine dünne Schneedecke. Wenige Tage später saßen die ersten Gäste in den Cafés am Hafen bei Frühlingssonne draußen. Andernorts kam es durch das Tauwetter zu großen Flutwellen.

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