1000 Euro und 30 Stangen Zigaretten gestohlen

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Die Mitarbeiterin eines Dorfladens stand wegen mehrfachen Diebstahls vor Gericht.
Die Mitarbeiterin eines Dorfladens stand wegen mehrfachen Diebstahls vor Gericht. (Foto: Symbol: Arne Dedert, dpa)
Aalener Nachrichten

Rund 1000 Euro sowie etwa 30 Stangen Zigaretten habe die Angestellte eines Dorfladens im Landkreis gestohlen. So lautete der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Die 62-jährige Angeklagte arbeitete bis 2015 in dem kleinen Laden. Sie soll mehrmals Beträge zwischen 95 und 400 Euro aus der Handtasche der Besitzerin des Ladens genommen haben. In der Tasche verstaute diese regelmäßig die Einnahmen, um sie später zur Bank zu bringen. Sie habe sich in einem Büro neben den Verkaufsräumen befunden, zu dem nur die Mitarbeiter Zutritt haben, so die Chefin.

Außerdem verschwanden an einem Tag nach Ladenschluss 100 Euro aus der Kasse. Eine zweite Mitarbeiterin sagte vor Gericht aus, gemeinsam mit der Angeklagten die Abrechnung für den Tag gemacht zu haben. Sie seien auf 1600 Euro gekommen. Später habe sie noch mal nachgezählt und es fehlten 100 Euro.

Die Angeklagte hatte bei der Vernehmung durch die Polizei bereits eingeräumt, 700 Euro aus der Tasche gestohlen zu haben. Ihr sei es zu diesem Zeitpunkt finanziell und psychisch schlecht gegangen, gab sie an. Sie habe sich von ihrem Freund getrennt. Die restlichen 300 Euro habe sie aber nicht genommen.

Ebenfalls bestritt sie, im Jahr 2015 rund 30 Stangen Zigaretten für den eigenen Verbrauch gestohlen zu haben. Die Ladenbesitzerin sagte aus, dass die Bestellzahlen für eine bestimmte Zigarettenmarke rapide gesunken seien, seit die Angeklagte nicht mehr bei ihr arbeite. Statt 18 bis 20 Stangen benötige sie nur noch acht bis zehn im Quartal. Eine Diskrepanz zwischen Bestellungen und Einnahmen war ihr damals allerdings nicht aufgefallen, da sie für den kleinen Laden keine Buchhaltung machte.

Die Angeklagte erklärte die höheren Bestellzahlen für 2015 damit, dass zu diesem Zeitpunkt viele Bauarbeiter im Dorf waren, die ihre Zigaretten in dem Dorfladen kauften.

Weder Staatsanwalt noch Richter Jürgen Müller glaubten der 62-Jährigen diese Version. Der Staatsanwalt sah genügend Indizien für die Schuld der Angeklagten. Niemand anderes habe Zugang zum Büro, die Frau habe finanzielle Probleme gehabt und es sei ihre Zigarettenmarke gewesen. Positiv legte er ihr aus, dass sie zumindest ein Teilgeständnis abgelegt hatte und bisher strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten war. Allerdings habe sie ein Vertrauensverhältnis ausgenutzt.

Richter Müller schloss sich dem weitgehend an und verurteilte die 62-Jährige zu neun Monaten auf Bewährung. Außerdem muss sie 200 Euro ans Lindauer Tierheim zahlen und den Schaden in monatlichen Raten in Höhe von 50 Euro wiedergutmachen. Die Angeklagte nahm das Urteil und entschuldigte sich.

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