Ökologische Grünflächenpflege statt Vielschnitt-Rasen

 Für schwierige Flächen eignet sich der von Landschaftspfleger Thomas Müller vorgestellte Brielmaier mit Doppelmesser-Mähwerk.
Für schwierige Flächen eignet sich der von Landschaftspfleger Thomas Müller vorgestellte Brielmaier mit Doppelmesser-Mähwerk. (Foto: Michaela Berghofer)
Lindauer Zeitung

Der Landschaftspflegeverband (LPV) Lindau-Westallgäu und der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege Bernd Brunner haben Schulung zu ökologischer Grünflächenpflege und geeigneten Maschinen für Bauhöfe im Landkreis Lindau angeboten. Die anwesenden Bauhofmitarbeiter zeigten reges Interesse an der Veranstaltung, die in der zunächst in Versuchsstation für Obstbau Schlachters stattfand, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteiliung des Landschaftspfelegverbands und des Landkrieses Lindau. Die Schulungen sind ein Teil des Natürlich-Bayern-Projekts „Heimische Blütenpracht – Unsere Kommune macht’s“, das die ökologische Aufwertung kommunaler Grünflächen zum Ziel hat.

Artenreiche Wiesen werden in unserer Landschaft immer seltener. Gründe dafür sind unter anderem eine immer intensivere Landbewirtschaftung und hohe Nährstoffeinträge. Mit den artenreichen Wiesen verschwinden auch die Insekten. Rund die Hälfte aller Bayerischen Insektenarten sind in ihrem Bestand gefährdet oder bereits ausgestorben, heißt es in der Mitteilung.

Grünflächen in kommunaler Hand bieten ein großes Potential, artenreiche Lebensräume für Insekten und andere Lebewesen zu entwickeln und zu vernetzen. Daher ist es dem LPV und dem Kreisfachberater ein großes Anliegen, die Mitarbeitenden der Bauhöfe im Landkreis Lindau für das Thema zu begeistern und Praxistipps für eine ökologische und biodiversitäts-fördernde Flächenpflege zu geben.

Ein Grund für den Artenrückgang auf Grünflächen ist eine zu häufige Mahd oder das Mulchen, bei dem das gehäckselte Schnittgut auf der Fläche verbleibt. Beim Mulchen stirbt nicht nur ein Großteil der Insekten, sondern das liegengelassene Material bildet auch eine dicke, abdeckende Schicht. So kommt kein Licht mehr an den Boden und die Nährstoffe bleiben auf der Fläche. „Heimische Kräuter brauchen aber in der Regel magere Böden und viel Licht, um keimen zu können. Das Mulchen sorgt für den Rückgang vieler Pflanzenarten.“, erklärt Julia Greulich, Projektmanagerin beim LPV.

Bei der Schulung wurden auch Maschinen für eine ökologische Flächenpflege vorgestellt. Mit am besten eignen sich handgeführte Balkenmäher mit einem Doppelmesser-Mähwerk. Sie sind insbesondere für kleinere kommu-nale Grünflächen eine sehr gute Alternative zum wenig insektenfreundlichen Rasenmäher. Weder Mulcher noch Kreiselmähwerk oder Mähroboter eignen sich für eine ökologische Flächenpflege, heißt es weiter. „Gerade Mähroboter sind ein großes Problem, da sie neben Insekten auch Amphibien, Reptilien oder Igel verletzen und töten können und das Schnittgut in der Regel auf der Fläche verbleibt.“, gibt Julia Greulich zu bedenken.

Auf verschiedenen Flächen im Landkreis Lindau, die Teil des Natürlich Bayern-Projekts sind und die nun ökologisch gepflegt werden, stellt der LPV in Zusammenarbeit mit den Bauhöfen Informationsschilder auf. Hier wird beschrieben, warum die Fläche seltener gemäht wird.

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