Schneider präsentiert sich als Kandidat aus dem Dorf

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Johannes Schneider
Johannes Schneider (Foto: Rue)
Ruth Eberhardt

Johannes Schneider will auf jeden Fall als Bürgermeisterkandidat in Hergensweiler antreten – möglichst über die Gemeinschaftsliste des Dorfes. Falls er bei deren Versammlung am 2. Juli jedoch nicht nominiert werden sollte, will er sich über eine eigene Liste zur Wahl stellen. Sein Ziel ist es, Amtsinhaber Wolfgang Strohmaier abzulösen. Dies machte der 48-jährige Landwirt bei einem Info-Abend am Samstag im Pfarrheim deutlich, wo er sich als möglicher Kandidat vorstellte.

„Wenn ich am 2. Juli unterliege, werde ich weitermachen“, kündigte Schneider auf eine entsprechende Frage aus dem Publikum an. Grundsätzlich aber sei er ein Verfechter von Gemeinschaftslisten, „weil sich Politik an Sachthemen und nicht an Fraktionszugehörigkeit orientieren soll“. Zum Hintergrund: Bisher ist es in Hergensweiler üblich, dass die Kandidaten für Gemeinderat und Bürgermeisteramt auf einer Gemeinschaftsliste antreten. Deren Nominierungsversammlung findet in vier Wochen statt, die Kommunalwahl folgt im März 2020.

Ehrenamtlich engagiert

Vor rund 40 Zuhörern präsentierte sich Johannes Schneider jetzt als ein Mann, der in Hergensweiler von Kindheit an verwurzelt ist und sich hier ehrenamtlich engagiert. Er ist Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr, gehört dem Pfarrgemeinderat an, sitzt im Aufsichtsrat der Volksbank Lindenberg und war zehn Jahre lang (bis 2007) stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Allgäu-Milchwerks Neuravensburg. Außerdem ist er – ebenso wie Wolfgang Strohmaier – stellvertretender Ortsvorsitzender der CSU. Dem Gemeinderat Hergensweiler gehörte Schneider in zwei Etappen insgesamt elf Jahre lang an: von 2002 bis 2008 und dann nochmal ab 2014. Im Februar 2019 trat er zurück, weil er mit Strohmaiers Amtsführung nicht einverstanden ist. „Der Bürgermeister ist in keinster Weise kritikfähig“, warf ihm Schneider jetzt erneut vor.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Gemeinderat sei er von vielen ermutigt worden, als Bürgermeister zu kandidieren, berichtete Schneider. Als Qualifikation für dieses Amt warf er seine Erfahrungen in Gemeinderat und weiteren Ehrenämtern in die Waagschale. Noch im Juli werde er eine Fortbildung besuchen. Zudem habe ein Bürgermeister die Rückendeckung der Verwaltungsgemeinschaft Sigmarszell. In privater Hinsicht habe er die Unterstützung seiner Familie, um auch seine Biogasanlage weiterbetreiben zu können. Dazu könne er auch mit externen Mitarbeitern und Lohnunternehmen zusammenarbeiten.

Dorfleben fördern

Die Dorfgemeinschaft, die Infrastruktur im Ort und das Demenzdorf nannte Schneider als die großen Themenbereiche, für die er sich einsetzen will. Sein Ziel sei es, „den Zusammenhalt im Dorf zu stärken“. Er könne sich vorstellen, das Fest zum Maibaumaufstellen besser zu nutzen, den Dorfabend wiederzubeleben, einen Bürgerball wieder zu etablieren und zum Beispiel bei einem Frühschoppen eine Plattform für Handel, Handwerk und Gewerbe zu schaffen.

Wanderwege verbessern

Auch um die infrastrukturellen Einrichtungen der Gemeinde möchte sich Schneider mehr kümmern. Der Spielplatz und Friedhof sollten seiner Ansicht nach besser gepflegt werden – ebenso die Wanderwege, bei denen vieles im Argen liege. Auch bei den Gemeindestraßen müsse man schauen, dass man auf dem Laufenden bleibt. „Deshalb habe ich schon im Gemeinderat dafür plädiert, dass man den Bauhof personell besser ausstattet“, sagte er.

Grundeigner beim Demenzdorf

Das Demenzdorfprojekt der Diakonie hält er für die größte Herausforderung, falls er Bürgermeister werden sollte. Er stehe voll hinter diesem Projekt und sei überzeugt, dass es für Angehörige von demenzkranken Menschen ein Segen sei, wenn so eine Einrichtung kommt. Entstehen soll das Demenzdorf auf seinen Grundstücken. „Ich würde den Grund zur Verfügung stellen“, sagte Schneider. Wegen seiner Befangenheit sei es ihm ein Anliegen, die Bevölkerung intensiv in dieses Thema einzubinden. „Der Bürger muss über dieses Großprojekt entscheiden“, betonte Schneider mehrfach. Ebenso forderte er, dass die Gemeinde dieses Projekt gemeinsam mit der Diakonie entwickelt und nicht erst in der Zielgeraden darüber entscheidet. „Das gehört alle Vierteljahr in den Gemeinderat“, sagte Schneider. Denn: „Die Diakonie braucht Gewissheit.“

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