Konzert sorgt für Gänsehaut- und Frühlingsgefühle

Lesedauer: 5 Min
Helmut Münzel, Vorsitzender des Bezirk 7 Lindau im ASM und Gerhard Bingger, Vorsitzender des Musikvereins Hergensweiler, ehren E
Helmut Münzel, Vorsitzender des Bezirk 7 Lindau im ASM und Gerhard Bingger, Vorsitzender des Musikvereins Hergensweiler, ehren Erwin Pichler und Kathrin Höllgartner für 25 Jahre Musikantentreue mit der Ehrennadel in Gold. (Foto: sd)
Susi Donner

Die Jugendkapelle Leiblachtal – die gemeinsame Jugendkapelle der Musikvereine Hergensweiler, Niederstaufen, Sigmarszell und Weißensberg – unter der Leitung von Oliver Stohr und Carolin Traut, ist mächtig stolz darauf, dass sie das Frühjahrskonzert der Musikkapelle Hergensweiler eröffnen durfte. Das hörte man den 50 Jungmusikanten auch an, wie sie starke Melodielinien in der Fanfare „Esprit“ setzten. Ein schöner Auftakt. Nach viel Applaus, einem weiteren Stück, einer Zugabe und wiederum Applaus überließen sie die Bühne „den Großen.“

Bevor sie zu spielen begannen, stellte Gerhard Bingger, der Vorsitzende des Musikvereins Hergensweiler, ihren neuen Dirigenten vor. Im vergangenen Jahr hatte Andreas Abler das Jahreskonzert geleitet. Aber es sei klar gewesen, dass das nur eine einmalige Sache war. Auf der Suche nach einem neuen Dirigenten hätten sie Michael Müller, der Mitglied bei den Egerländern und bei Alpenblech ist, gefunden. Quasi mitten in der Gemeinde, denn er lebt seit drei Jahren im Ortsteil Oberholz, und außer „da wohnt doch jetzt einer von den Egerländern“, habe man nicht viel über ihn gewusst. Nun haben sie ein sehr intensives und gutes Probenhalbjahr hinter sich, das allen viel Spaß gemacht habe. „Michael Müller ist ein Vollprofi und ein echter Glücksgriff für uns. Wir sind voller Vorfreude, was da alles noch auf uns zukommt “, sagte Bingger.

Das Eröffnungsstück – die Fanfare „A Salute From Lucerbe“ – wob sogleich einen phänomenalen und dicht tragenden Klangteppich. Maria Högerle und Lea Schäfer, die als Moderatorinnen charmant durch den Abend führten, erzählten, dass ihr neuer Dirigent dieses Stück ausgewählt habe, weil darin „das Blech besonders schön glänzen könne.“ Beim zweiten Stück wurde es emotional. „Simon’s Song“ komponierte Stephan Hutter von den Egerländern vor fünf Jahren in Gedenken an seinen früh verstorbenen Cousin. Simon habe durch Organspenden wertvolle Leben gerettet. Deshalb haben sich die Egerländer dazu entschlossen, einen Teil des Erlöses durch den Notenverkauf dieses Stückes an die Deutsche Stiftung Organtransplantation zu spenden.

Allein mit dieser Geschichte als Hintergrund war es ein sehr gefühlvolles Lied, das durch die Solo- Leistung von Andreas Abler an der Trompete und Philipp Heimpel am Saxofon nur noch schöner und gefühlvoller wurde. Mit den folgenden Stücken „Fiskinatura“ von Thiemo Kraas und der „Appalachian Overture“ von James Barnes nimmt der Musikverein Hergensweiler zudem an den Oberstufen-Wertungsspielen am 27. April um 16.15 Uhr im Scheidegger Kurhaus teil. Zu „Träumereien“ schunkelten einige Zuhörer schüchtern aber fröhlich in den Frühling. Am Ende erhielten Musikanten und Dirigent minutenlangen Applaus.

„Festhupen“ und Musikantenliebe

Die Ehrungen im Rahmen des Frühjahrskonzertes übernahm Helmut Münzel, der Vorsitzende des Bezirks 7 Lindau im ASM. Er bestätigte, dass er eine intensive Gänsehaut bei „Simon’s Song“, und Frühlingsgefühle angesichts der schön geschmückten Leiblachhalle bekommen habe. Gerhard Bingger erzählte Persönliches zu den Musikantenkameraden, die für 25 Jahre Treue geehrt wurden. Kathrin Höllgartner sei mit zehn Jahren mit der Klarinette zur Musikkapelle gestoßen, hätte sich schnell als „Festhupe“ erwiesen, über die Liebe zur Musik habe sie zur Liebe des Lebens gefunden. Erwin Pichler sei der Liebe wegen vom Musikverein Röthenbach nach Hergensweiler emigriert, wo er das Posaunenregister und die Vorstandschaft unterstützt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen