Hergensweiler will seine Spielplätze aufmöbeln

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 Wolfgang Strohmaier muss sich beim Thema Spielplatz heftige Kritik anhören.
Wolfgang Strohmaier muss sich beim Thema Spielplatz heftige Kritik anhören. (Foto: Roither, Yvonne)
isa

Der Spielplatz am Sportplatz soll der zentrale Spielplatz in Hergensweiler werden. Sollte der Gemeinderat sich entschließen, Geld in neue Spielgeräte zu investieren, dann dort. Einen Plan, wie dieser zentrale Spielplatz in Zukunft aussehen könnte, gibt es auch schon. Er ist das Ergebnis der Bürgerbeteiligung vom Juli. Zudem hat die Bürgerbeteiligung auch den Bedarf an einer Neuordnung des Jugendraums ergeben.

Bettina Bader hat ganze Arbeit geleistet. Kein Wunder, dass die Gemeinderätin von ihren Kollegen jede Menge Lob bekam, nachdem sie auf der jüngsten Gemeinderatssitzung die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zur Spielplatzthematik präsentiert hatte.

Bei der Analyse der bestehenden Situation habe sich, wie Bader den Räten erläuterte, ergeben, dass bei allen „kleinen“ Spielplätzen, und damit an den Spielplätzen Rupolz, Alemannenweg, Linggstraße und Dorfstraße/ Streuobstwiesenweg der Sand erneuert werden müsste. Zudem weisen alle Spielplätze ein Pflegedefizit auf, das von nicht gemähtem Rasen, bis hin zu ungeschnittenen Sträuchern und Hecken reicht. Und bei den Klettertürmen blättere die Farbe ab, so die Kritik vom Juli, die jedoch zumindest bei dreien der Spielgeräte bereits überholt war, da die Verwaltung diese inzwischen hat streichen lassen, wie Bader, unterstützt von Bürgermeister Wolfgang Strohmaier, versicherte.

Die Bürgerbeteiligung, bei der zu der Aktion auf dem Spielplatz rund 50 Erwachsene und ebenso viele Kinder gekommen waren und bei der auch die Schule und der Kindergarten befragt wurden, hatte, so Bader, zum Ergebnis, dass der Spielplatz am Sportplatz der zentrale Spielplatz im Ort werden solle. Hier solle der Fokus für eine Erweiterung mit Spielgeräten liegen. Doch grundsätzlich wünschen sich die Befragten erst mal auch hier einen sauberen Platz mit funktionierenden Spielgeräten. So solle regelmäßig der Rasen gemäht, der Sand gerecht und die Abfalleimer geleert werden. Darüber hinaus wünschen sie sich auch hier neuen Sand, dass der Zigarettenautomat wegkommt und die Mülleimer durch geschlossene ersetzt werden, dass der Zaun zur Straße hin repariert wird und dass es eine offene Toilette gibt. Da kleine Kinder die bestehende Schaukel nicht ohne Hilfe nutzen können, sprachen sich die Bürger zudem für längere Ketten aus.

Bei der Frage, wie dieser zentrale Spielplatz derart ausgestattet werden könnte, haben sich obendrein fünf Spielgeräte heraus-kristallisiert. An oberster Stelle auf der Wunschliste steht ein Bodentrampolin, gefolgt von Wasserspielen, einem Kletterfelsen, mehr Schaukeln, und zwar auch solche mit Kleinkindersitzen sowie Hängematten. Zudem wünschten sich die Befragten auch Sitzmobiliar.

Einen Plan, wie alles angeordnet und gestaltet sein könnte, hatte Bader ebenfalls mitgebracht und stieß damit bei dem Gremium auf Begeisterung. Integriert doch der Plan die bereits vorhandenen Spielgeräte mit den neuen. Mitgebracht hatte Bader zudem eine Kostenschätzung über rund 50 000 Euro netto für alles.

Ein Jugendraum soll her

Das zweite Thema, das durch die Bürgerbeteiligung zum Vorschein kam, betrifft die Jugend. Dabei war deutlich geworden, dass die Hergensweiler Jugendlichen Bedarf an einem Jugendraum haben. Dies bekräftigte Julia Ziegler, die Sprecherin einer Gruppe Jugendlicher zwischen 16 bis 18 Jahren: „Es wird viel für die Kinder getan, aber die Jugendlichen haben keinen Platz, um sich zu treffen“, sagte sie. Wie sich während ihrer Schilderung herausstellte, gibt es jedoch sehr wohl einen Jugendraum in Hergensweiler. Weil dieser aber von einer Gruppe von über 18-Jährigen genutzt werde und sich keine Einigung über eine gemeinsame Nutzung mit den unter 18-Jährigen erzielen ließ, verbringen die Jugendlichen ihre Abende auf dem Spielplatz. Weil nun der Winter vor der Tür stehe und es sowieso immer wieder zu Beschwerden gekommen sei, fragte Julia Ziegler den Gemeinderat: „Gibt es eine Möglichkeit für einen Jugendraum, für den wir uns engagieren könnten?“ Die grundsätzliche Antwort darauf lautete „Ja“. Wenngleich der Weg dorthin vom Gemeinderat diskutiert wurde und von einer „großen Lösung“ im Verbund mit den benachbarten Gemeinden bis hin zu einer „kleinen Lösung“ und damit der Schaffung eines zweiten Raumes, reichte.

Was das Spielplatzthema betrifft, beschloss der Gemeinderat, dass alle Spielplätze von der Gemeinde in Ordnung gebracht und gehalten werden müssen. Dass dies bisher nicht der Fall gewesen sein soll, dafür wurde Bürgermeister Strohmaier vehement von Ratsmitglied Bernhard Merkel kritisiert. Des Weiteren beschloss der Rat, dass die Verwaltung die Umsetzung des zentralen Spielplatzes weiterverfolgen solle.

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