Hergensweiler ist fit für die Zukunft

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Für die Bahnübergänge Unternützenbrugg, Obernützenbrugg und Bingger muss die Gemeinde insgesamt 433 000 Euro in die Hand nehmen.
Für die Bahnübergänge Unternützenbrugg, Obernützenbrugg und Bingger muss die Gemeinde insgesamt 433 000 Euro in die Hand nehmen. (Foto: Archiv: Maria-Luise Stübner)
Isabel Kubeth de Placido

Der Gemeinderat von Hergensweiler hat den Haushalt für das laufende Jahr 2019 beschlossen. Ein „Rekordhaushalt“, wie Bürgermeister Wolfgang Strohmaier das fast zehn Millionen Euro umfassende Zahlenwerk nannte. Dabei will die Gemeinde für über sechs Millionen Euro investieren. Am meisten in neue Bau- und Gewerbegebiete, in eine Mensa für Schule und Kindergarten, in Kanäle und den Breitbandausbau. War die Gemeinde bis jetzt schuldenfrei, könnte der Schuldenstand bis zum Ende des Jahres auf über eine Million Euro steigen.

„Für uns ist es ein Rekordhaushalt. Aber wir sind auf einem guten Weg, dass wir Hergensweiler zukunftssicher machen können“, sagte Bürgermeister Wolfgang Strohmaier, nachdem der Hergensweiler Gemeinderat den Haushalt für dieses Jahr verabschiedet hatte. Zuvor hatte der Bürgermeister ausdrücklich die neue Kämmerin Michaela Schmid für den „guten, fundierten“ Haushalt gelobt.

Größter Brocken: Investitionen

Insgesamt weist der Hergensweiler Haushalt ein Gesamtvolumen von 9 948 200 Euro aus. Davon entfallen mehr als sechs Millionen Euro auf Investitionen. Am meisten, nämlich gut eine Million Euro, investiert die Gemeinde dabei in die Erschließung von Bau- und Gewerbegebieten, wie etwa dem Baugebiet Panoramaweg und dem Gewerbegebiet B 12. Allein für den Kauf von einem Grundstück in der Altmannstraße gibt sie 949 000 Euro aus, um Wohnraum entstehen zu lassen. Den nächstgrößten Posten mit gut 720 000 Euro stellen die Kanalmaßnahmen dar. So müssen etwa Maßnahmen bei den Kanälen in Roßhimmel, Ziergartenweg, Hauptstraße, Sennereiweg und Dorfstraße erfolgen. Für die Bahnübergänge Unternützenbrugg, Obernützenbrugg und Bingger muss die Gemeinde wiederum insgesamt 433 000 Euro in die Hand nehmen. Und den Breitbandausbau lässt sie sich 407 000 Euro kosten.

In den Bau der neuen Mensa für die Schul- wie auch für die Kindergartenkinder investiert Hergensweiler 335 000 Euro. Wobei diese Summe noch nicht alles ist, was die Gemeinde für ihre Kinder einplant. Hinzu kommen die Ausstattung der Mensa für 30 000 Euro, Geld für eine Telefonanlage sowie andere Ausstattungsgegenstände für insgesamt 9000 Euro, und zudem wird die Schule für das digitale Zeitalter fit gemacht. 13 700 gibt Hergensweiler für Tablets und Beamer aus. Damit dies alles gut funktioniert, investiert sie hier noch einmal 31 000 Euro für den Glasfaserausbau. Darüber hinaus fließen auch 57 000 Euro in den Kindergarten St. Ambrosius, wie etwa in die Außenanlage.

Während die Gemeinde für die Grundsanierung des Friedhofs 333 000 Euro angedacht hat, hat sie für den fast fertigen Umbau des Alten Bahnhofs, in dem sowohl Wohnungen als auch ein Dorfgemeinschaftshaus samt Bücherei Platz finden, noch einmal 230 000 Euro eingeplant. Und für die Sanierung samt Umbau des Rathauses sind 300 000 Euro angesetzt.

Zu all diesen großen Investitionen kommen aber auch noch kleinere hinzu. So bekommt die Feuerwehr ein neues HLF Fahrzeug, das immerhin mit 350 000 Euro zu Buche schlägt. Das Woodstockenweiler-Festival bezuschusst die Gemeinde mit 2500 Euro, für das Heimatmuseum gibt sie rund 11 000 Euro, für die Sportplatzplanung 5000 Euro und den gleichen Betrag als Zuschuss für den Schützenverein sowie den Dachausbau des Motorradclubs oder die Straßenbeleuchtung.

Um all diese Investitionen stemmen zu können, muss die Gemeinde 3 353 300 Millionen Euro aus ihren Rücklagen entnehmen, damit der Haushalt ausgeglichen ist. Außerdem verkauft sie Grundstücke in Höhe von 650 000 Euro und bekommt zudem Förderungen in Höhe von  1 285 000. Zudem hat sie noch die Option einen Kredit in Höhe von einer Million Euro aufzunehmen, den sie im vergangenen Jahr nicht in Anspruch genommen hat. Zudem hat sie auch die Möglichkeit, für den Bahnhof und im Rahmen des Wohnraumförderprogamms ein zinsfreies Darlehen aufzunehmen. Dieses entspricht 60 Prozent der förderfähigen Gesamtausgaben und beträgt 183 000 Euro. Falls sich der Gemeinderat für diese Darlehensaufnahmen entschließen sollte, hätte die Gemeinde dann am Ende des Jahres Schulden in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro. Im Moment jedoch ist Hergensweiler komplett schuldenfrei.

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