Hergensweiler investiert fast 5,9 Millionen Euro

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 Der Investitionsstau am Hergensweiler Rathaus ist unübersehbar: Rund 70000 Euro sollen bis 2020 in die Sanierung gesteckt werde
Der Investitionsstau am Hergensweiler Rathaus ist unübersehbar: Rund 70000 Euro sollen bis 2020 in die Sanierung gesteckt werden. (Foto: Dirk Augustin)
Maria Luise Stübner

Zufriedene Gesichter hat es bei der Haushaltsberatung im Hergensweilerer Gemeinderat gegeben. Die Gemeinde kann im nächsten Jahr viele wichtige Projekte auf den Weg bringen und umsetzen. Dafür nimmt sie fast 5,9 Millionen Euro in die Hand.

Ratsmitglied Michael Rehm sprach von einem sehr ambitionierten Haushalt. Der aber nötig sei, wenn die Gemeinde gestalten wolle.

Die Situation, wenn das wirtschaftlich möglich sei, müsse man schon nutzen, sagte Gemeindechef Wolfgang Strohmaier und fügte an: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Das Zahlenwerk stellte Michaela Schmid vor, die neue Kämmerin der Verwaltungsgemeinschaft Sigmarszell. Für sie war es ein Einstand nach Maß, präsentierte sie doch ihren ersten Haushalt in souveräner Manier und zeigte sich auch bei Nachfragen gut präpariert. Das brachte ihr Anerkennung von Bürgermeister Strohmaier und den Räten ein. Ein Extra-Lob gab es von Michael Rehm, weil Schmid es geschafft hatte, den „Megahaushalt“ in nicht mal zwei Stunden vorzustellen Zu den bereits vom Rat beschlossenen Projekten gehört die Kanaltrennung in Ziergartenweg, Dorfmitte und Rupolz, die mit rund 700 000 Euro zu Buche schlagen wird.

Für die Erschließung des neuen Baugebiets „Panoramaweg-Montfortstraße“ sind gut 370 000 Euro veranschlagt.

Die Erschließung für den Netto-Markt kommt auf 150 000 Euro.

Die Gemeinde hat sich außerdem vorgenommen, den Bauhof technisch besser auszurüsten, um den beiden Mitarbeitern ein vernünftiges Arbeiten zu ermöglichen. Eingeplant ist ein Ersatzfahrzeug für den alten Unimog, das mit Zusatzgeräten wie einem Mähwerk ausgerüstet werden soll. Hierfür erhöhten die Hergendweilerer Räte den Haushaltsansatz auf 160 000 Euro. Auch die Feuerwehr wird künftig umfassend versorgt: 2019 kommt das neue Hauptlöschfahrzeug zum Preis von 350 000 Euro.

In Ausstattung und Gerätschaften der Wehr investiert Hergensweiler gut 80 000 Euro.

Viel Geld in die Hand genommen wird auch für die Grundschule. Für Mensa, Glasfaseranschluss und digitales Klassenzimmer sind mehr als 330 000 Euro angesetzt.

940 000 Euro will die Gemeinde in den Erwerb von Grundstücken stecken, eine Viertelmillion Euro in Sanierung und Umgestaltung des gemeindlichen Friedhofs und rund 450 000 Euro in die Sanierung des alten Bahnhofs.

Auch an das Thema Umbau und Sanierung Rathaus sollte man langsam herangehen, „und das möglicherweise zu einer Zeit, wenn ich noch in Amt und Würden bin“, meinte Rathauschef Strohmaier mit leichtem Schmunzeln. Im Haushalt 2019 steht hierfür ein Ansatz von 300 000 Euro, im Folgejahr 400 000 Euro.

Bernhard Merkel und Alfred Biesenberger brachten die Volklingser Straße ins Spiel, die unbedingt saniert gehöre und auf einer separaten Kostenstelle ausgewiesen werden sollte. Michael Rehm wollte Geld für das Richten des „abgestürzten“ Bodenseeradwegs eingestellt wissen. Um alle Projekte stemmen zu können, muss Hergensweiler 3,2 Millionen Euro aus den Rücklagen entnehmen. Das Finanzpolster wird dadurch zum Ende des Jahres 2019 dann auf gut 800 000 Euro geschmolzen sein.

Im laufenden Geschäft, dem 3,75 Millionen Euro schweren Verwaltungshaushalt, wird ein Überschuss von 425 000 Euro erwirtschaftet. Dieser fließt als Zuführung in den Vermögenshaushalt, aus dem die Invwestitionen bestritten werden.

Die Gemeinde erwartet für das kommmende Jahr Einnahmen in Höhe von einer Million Euro aus der Gewerbesteuer (Vorjahr 900 000 Euro) und 1,3 Millionen Euro aus dem Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer.

Steigende Personalkosten

Bei den Ausgaben fallen steigende Personalkosten ins Gewicht und nicht zuletzt die auf 1,22 Milionen Euro gestiegene Kreisumlage (Vorjahr 850 000 Euro). Die zu zahlende VG-Umlage erhöht sich auf 210 000 Euro. Verabschiedet wird der Haushalt in einer der nächsten Sitzungen.

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