Hergensweiler überlegt Kauf eines Kleinbusses zur Schülerbeförderung

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Isabel Kubeth de Placido

Entschieden ist bislang noch nichts. Aber der Gemeinderat von Hergensweiler will sich in nächster Zeit mit der Frage befassen, ob sich die Gemeinde in Zukunft selbst ein Fahrzeug zulegen soll, um seine Schüler zu befördern oder nicht.

Erst einmal vorab: Sorgen müssen sich die Eltern keine machen. „Die Schülerbeförderung wird immer gewährleistet sein“, versicherte Bürgermeister Wolfgang Strohmaier der Lindauer Zeitung. Damit das so ist, hatte der Bürgermeister den Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung schon einmal auf dieses Thema vorbereitet. Denn ob die Schüler weiterhin mit dem Kleinbus des TSV in die Schule gefahren werden können, ist gar nicht mehr so sicher.

Dieser Kleinbus, den der Sportverein schon 2009 gebraucht gekauft habe, ist nämlich in die die Jahre gekommen. Bereits in der Vergangenheit musste er öfters einmal repariert werden und nun auch jüngst für viel Geld, erklärte Strohmaier. Deshalb wolle der TSV sich bis zum Jahresende überlegen, ob der Verein den Kleinbus überhaupt noch behalten wolle oder ihn lieber verkaufen solle. Und wenn er ihn verkaufen würde, will er sich überlegen, ob er sich dann einen neuen anschaffen werde.

Für den Fall, dass der TSV künftig ohne Kleinbus sein wolle, muss sich die Gemeinde eine Lösung für die Schülerbeförderung einfallen lassen. Denn von Rechts wegen, so betonte der Bürgermeister, sei die Gemeinde zur Beförderung all jener Grundschüler verpflichtet, deren Wohnung sich mehr als zwei Kilometer von der Grundschule entfernt befinde. Zwar sei es auch möglich, dass die Gemeinde den Eltern diese Aufgabe überlasse und ihnen eine Kostenerstattung von 25 Cent pro Kilometer und Weg anbiete. Wenn die Eltern allerdings aus bestimmten Gründen dagegen seien, könnten sie sich die gemeindliche Beförderungspflicht auch einklagen. Sollte dann die Gemeinde kein Fahrzeug zur Verfügung haben, müsste sie andere Beförderungsmöglichkeiten bezahlen, unter Umständen eben auch ein teures Taxi.

„Diese Fragen stellen sich nicht, wenn die Gemeinde über ein Fahrzeug verfügt oder verfügen kann, mit dem sie wie bisher die Schülerbeförderung selbst durchführt“, sagte Strohmaier, nachdem er den Räten erklärte hatte, wie die Gemeinde ihre Beförderungspflicht bisher regelt.

So nutzt sie von Montag bis Freitag den Kleinbus des TSV zur Schülerbeförderung und bezahlt dem Verein dafür ein Nutzungsgeld. Als Fahrer hat die Gemeinde zudem stundenweise zwei Damen engagiert, die die Kinder zur Schule fahren und sie auch wieder abholen. Zur Not, das heißt, wenn der Kleinbus in der Werkstatt war, sogar mit dem eigenen Auto. In diesem Schuljahr wird ein Kind zur Schule gebracht und drei Kinder von der Schule abgeholt. Durchschnittlich fährt der Bus zwischen 3000 und 3500 Kilometer jährlich für die Gemeinde.

Verleih an Vereine

Um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein, plädierte Bürgermeister Strohmaier dafür, Angebote für einen eigenen Kleinbus einzuholen. Denkbar war für den Bürgermeister auch, diesen dann gegen ein Nutzungsgeld an Vereine auszuleihen. Während Ratsmitglied Frank Wawrzyniak diese Mehrfachnutzung als Car-Sharing-Gedanken auch für Privatpersonen ausgeweitet haben wollte, schlug Bernhard Merkel vor, den wenig benutzten Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr für die Schülerbeförderung zu nehmen. Obwohl Strohmaier dies zwar als problematisch ansah, versprach er, sich zu erkundigen, ob dies überhaupt möglich sei.

Andrea Stiebler überlegte, ob es bei einer Jahr um Jahr niedrigen Kinderzahl, die es zu transportieren gelte, nicht sinnvoller sei, den Eltern das Kilometergeld zu bezahlen. Für Josef Kohl allerdings ist das keine gute Lösung: „Den Eltern die Beförderungspflicht abzutreten finde ich die schlechteste Lösung“, sagte der Gemeinderat. Er fand zudem, „solange der TSV fährt, macht es keinen Sinn, dass die Gemeinde einen zweiten Bus kauft“. Sollte der TSV aber kein solches Fahrzeug mehr haben, schon. Zumal die Preise derzeit sehr gut seien. Letztendlich beauftragten die Räte den Bürgermeister damit unterschiedliche Angebote einzuholen. Für den Fall der Fälle.

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