Gemeinderat Hergensweiler lehnt Legalisierung von Schwarzbau ab

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Der Unterstand für Lastwagen ist bislang illegal, daran stößt sich der Gemeinderat in Hergensweiler.
Der Unterstand für Lastwagen ist bislang illegal, daran stößt sich der Gemeinderat in Hergensweiler. (Foto: Gabriel Bock / Gabirel Bock)
Crossmedia Volontär

Der Gemeinderat Hergensweiler hat die Legalisierung eines Schwarzbaus im Naturschutzgebiet Degermoos abgelehnt. Der Bauherr zeigt sich verwundert über die Ablehnung und gibt den Planern die Schuld.

Die Räte mussten über die nachträgliche Änderung des Bebauungsplans für ein Betriebsgelände entscheiden. Der Bauherr hatte dort 2015 einen Anbau vorgenommen und für diesen keine Genehmigung eingeholt. Die nachträgliche Genehmigung scheiterte am Landratsamt. Das bemängelte, dass der Bau gegen den Bebauungsplan verstoße. Deshalb sei eine Änderung des Bebauungsplans zur Legalisierung nötig.

Der Unternehmer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, sagt: „Das Landratsamt dreht mir da wegen einer anderen Angelegenheit einen Strick draus.“ Im gezeichneten Bebauungsplan sei eigentlich eine Fläche für den Betrieb vorgesehen. Der zum Plan gehörende Text sehe aber nur Pferdeboxen vor. Nur auf diesen Teil beziehe sich die Kritik des Amtes.

Der Unternehmer gibt zu, dass das ein Fehler bei der Aufstellung des Bebauungsplans gewesen sei. Er habe das damals allerdings die Planer machen lassen und habe selbst keine Ahnung von der Planung.

Vor den Gemeinderat gelangte nun allerdings ein Änderungsantrag, der nicht nur die Legalisierung des Schwarzbaus, sondern auch neue Flächen vorsieht, auf denen der Unternehmer Parkplätze bauen könnte, und die zulässige Bauhöhe verändert. Das stieß bei den Räten auf Unmut. Bernhard Merkel sagte: „Mit der Legalisierung habe ich kein Problem, aber dass da jetzt womöglich weitere Fläche versiegelt wird, geht nicht.“ Er vermutet, dass der Unternehmer die Fläche bald als Stellplatz oder Wendefläche für Lastwagen nutzen werde. Auch die zusätzlichen Bauhöhen sah Merkel nicht ein. Für seine Bedenken bekam er die Zustimmung der anderen Räte, die die Bebauungsplanänderung einstimmig ablehnten.

Den Unternehmer wundert die ganze Aufregung. „Ich habe diese Fläche nur gekauft, um mich ein wenig von der benachbarten Firma abzugrenzen. Im Plan ist sie nur, weil der Architekt das vorgeschlagen hat“, sagt er. Ihm sei es egal, ob sie im Bebauungsplan auftauche, er wolle dort nichts bauen. Architekt Rainer Waßmann sieht das anders. Er sagt: „Ich habe das aufgenommen, weil der Unternehmer das so wollte.“ Und auch für die Höhen hat er eine Erklärung: „Das Gelände ist abschüssig, damit der Anbau auf die gleiche Höhe kommt wie das Hauptgebäude, muss man höher bauen.“ Der Unternehmer will in der nächsten Gemeinderatssitzung erneut die Änderung beantragen. Dann eben ohne die zusätzliche Fläche.

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