Musikkapelle Wohmbrechts bot ein Best of aus elf Jahren und sorgte für Begeisterung

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Susi Donner

„Musik tröstet, berührt, macht nachdenklich, muntert auf und lässt die Seele tanzen.“ Mit diesen poetischen Worten eröffnete Stephanie Hartmann aus dem Vorstandsdreierteam der Musikapelle Wohmbrechts den Abend und lud die Zuhörer ein, mit den Musikanten und ihrem Dirigenten Ernst Gratzer an diesem Palmsonntagabend den Frühling zu begrüßen.

Die Bühne in der Turn-und Festhalle in Maria-Thann war wunderschön österlich geschmückt. Natalie Lusch und Stefanie Sohler, die als Moderatorinnen charmant durch das Frühlingskonzert führten, erzählten, dass das Programm ein sehr besonderes sei, weil es ausschließlich aus Lieblingsstücken der Musikanten bestehe. Ihr Dirigent habe im Dezember eine Liste verteilt, mit allen gespielten Stücken der vergangenen Jahre. Daraus durfte sich jeder seine zehn Favoriten auswählen. So entstand ein „Best of“ der vergangenen elf Jahre. Und weil sich Lieblingsmusik besonders leicht und gut spielt, war die Freude am Musizieren in jedem Ton zu hören. Ernst Gratzer nickte seinen Musikanten nach dem ersten Stück (Arsenal von Jan van der Roost) anerkennend zu. Und wer ihn von der Seite beobachten konnte sah, dass ihm während des Konzerts immer wieder ein freudiges Lächeln über das Gesicht huschte, wenn eine schwierige Stelle besonders schön geglückt war.

Augen schließen und träumen

Im aufwändig gestalteten Programmheft zum Konzert, war jedes Stück ausführlich beschrieben. So saßen gut informierte Zuhörer im Saal. „Wir hoffen, ihr seid gut vorbereitet“, vergewisserten sich die beiden Moderatorinnen und riefen „Alles Walzer“ zum schwer zu spielenden und doch so leicht zu genießenden „Rosen aus dem Süden“. Zu schade, dass das Publikum sitzen musste. Manch einen hat es bestimmt in den Füßen nach einem Tänzchen gejuckt. So blieb nur, die Augen zu schließen und sich das schwebende Kreisen im Takt des Walzerkönigs Johann Strauß zu träumen. Der „Barbier von Sevilla“ von Gioacchino Rossini, ist ein Stück das im Original für Streichorchester geschrieben ist. „Die Herausforderung für ein Blasorchester wie uns ist es, zur gleichen Leichtigkeit zu finden“, erklärte Natalie Lusch. Sie fanden. Olé! Und ernteten begeisterte Bravorufe und langanhaltenden Applaus.

Waren im ersten Programmteil eher klassische-konzertante Stücke zu hören, präsentierte der zweite Teil modernere Stücke, auf die sich unter anderem Bürgermeister Uwe Giebl sehr freute, wie er verriet. In „Children of Sanchez“, der Titelmusik zum gleichnamigen Film, wurden abwechselnd Solisten ins Rampenlicht gerückt. So brillierten Anette Kuhn-Heim am Horn, Michael Lusch am Flügelhorn, Nicolas Weidinger am Saxophon und am E-Piano Jakob Karg.

Das Publikum war begeistert. Ebenso von der „Hymn oft he Highlands“ – das mit seinen schwierigen drei Sätzen ein weiterer musikalischer Höhepunkt des hochkarätigen Konzertprogramms war. Übrigens tritt die Musikkapelle Wohmbrechts mit dem „ Klang der Alpen“ von Kurt Gäble, sowie der „New York Overture“ von Kees Vlak am 28. April um 11.45 Uhr bei den Wertungsspielen im Scheidegger Kurhaus an.

Ein neuer Dirgent

„Mein Dank geht wie in jedem Jahr nach hinten los“, schloss Dirigent Erst Gratzer den Konzertabend. Mit den scherzhaft gedachten Worten lobte er seine Musiker für die „tolle und zuverlässige Probenarbeit.“ Erst sei er über die Auswahl der Lieblingsmusik erschrocken gewesen, weil es allesamt anspruchsvolle und lange Stücke sind. Aber nun sei er froh und dankbar über die tolle Leistung.

Die Ehrungen übernahm Wolfgang Rehm der stellvertretende Vorsitzende des Bezirks 7 Lindau im ASM. Besonders freute ihn, dass einer der jungen Musikanten, Jakob Karg, den Hauptdirigentenkurs belegt und mit Bravour bestanden habe. „Wir alle wissen ja dass Dirigenten nicht nur in unserer Region Mangelware sind. In diesem Sinne hat Jakob Karl einen wichtigen Schritt in die Zukunft gemacht.

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