Der Platz wird eng in der Kita St. Gallus in Maria-Thann

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 Für eine Erweiterung der Kita St. Gallus bietet sich das unausgebaute Dachgeschoss der Kinderkrippe, rechts hinten im Bild, an.
Für eine Erweiterung der Kita St. Gallus bietet sich das unausgebaute Dachgeschoss der Kinderkrippe, rechts hinten im Bild, an. (Foto: Maria Luise Stübner)
Maria Luise Stübner

Die Leitung der Kita St. Gallus in Maria-Thann hat sich mit zwei Problemen an die Hergatzer Gemeindeverwaltung gewandt. In der Kinderkrippe sind alle vorhandenen 18 Plätze belegt. Und für das nächste Frühjahr gebe es bereits Anfragen, beschrieb Bürgermeister Uwe Giebl die aktuelle Situation.

Noch dringlicher erscheint eine Lösung für die Mittagsbetreuung im Kindergarten, den aktuell 88 Kinder besuchen. Denn die 40 bis 45 Kinder, die Betreuung und Mittagessen gebucht haben, müssen ihre Mahlzeit in den Gruppenräumen einnehmen oder teilweise sogar auf den Fluren. Was eigentlich gar nicht geht, weil die Flure ja auch Fluchtwege im Brandfall sind. Jetzt haben die Hergatzer Räte Möglichkeiten erörtert, wie den Problemen abzuhelfen ist. Platz würde sich im Dachgeschoss der vor drei Jahren erbauten Kinderkrippe bieten. Damals war schon in die Zukunft gedacht worden und auf das untere Geschoss, in dem die Krippenkinder untergebracht sind, ein weiteres Geschoss aufgesetzt worden. Ein „Kaltraum“ mit 140 Quadratmetern Fläche, bei dem bewusst erstmal auf Dämmung verzichtet wurde, weil die Nutzung noch nicht feststand. Will man die Räumlichkeiten unter dem Dach nutzen, muss die Holzverkleidung der Fassade offengelegt werden, um Fenster einzubauen und Dämmung aufzubringen. Treppe und Aufzug seien schon nach oben gezogen, ebenso die Leitungen für Sanitär, erläuterte Architekt Christian Auerbach in der Sitzung. „Wir können das ausbauen wie wir wollen“, so Auerbach. Brauche es doch bei der Unterteilung keine tragenden Wände, das Dach würde von vier Stützen gehalten. Der Architekt hatte nach Rücksprache mit der Kindergartenleitung skizziert wie sich der Dachraum nutzen ließe. Es wäre Platz für eine weitere Krippengruppe mit zwölf Kindern, für einen Schlafraum, eine kleine Teeküche und den Pflege- und Sanitärbereich. Etwa 40 Quadratmeter blieben dann für Mensa und Mittagsbetreuung von etwa 32 Kindergartenkindern übrig, erklärte Auerbach. Oder es wäre eben Platz für eine zusätzliche Gruppe mit Krippenkindern. Haben Eltern doch für Kinder zwischen einem und drei Jahren einen gesetzlichen Anspruch auf einen Krippenplatz. Und in Hergatz gibt es 72 Kinder zwischen null und drei Jahren, davon etwa 51, die theoretisch einen Krippenplatz beanspruchen könnten, wie Geschäftsstellenleiter Frank Achberger aufzeigte. Ratsmitglied Florian Gsell sah keinen Grund zur Sorge über einen möglichen Andrang: „Die kommen nicht alle, wir leben auf dem Land.“

Einen Beschluss fassten die Räte noch nicht. Architekt Auerbach soll zunächst zusammen mit dem Kindergartenleitung erkunden, welche Möglichkeiten sich im Altbau bieten. Einige Räte hatten den Turnraum im Dachgeschoss genannt, der als Essensraum genutzt werden könnte. Der werde aber neben dem Turnen auch zum Schlafen und für Veranstaltungen genutzt, hielt Frank Achberger dagegen. Christian Auerbach sah das schon allein wegen der Wege beim Essenstransport nicht als sinnvoll an. Auf jeden Fall gäbe es aktuelle Förderprogramme für Mittagsbetreuung und auch einen entsprechenden Flächenansatz für Essensräume, so Auerbach. Aus dem Gremium kamen mit „Bürgerstüble“ und Turnhalle noch weitere Vorschläge, wo die Kinder das Mittagessen einnehmen könnten. Das hielt nicht nur Bürgermeister Giebl für wenig praktikabel, weil die Kinder auf dem Weg Begleitung bräuchten. Da die Jungen und Mädchen nicht alle gleichzeitig essen würden, böte sich auch ein „Schichtbetrieb“ an, so eine weitere Anregung.

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