Und immer öffnet sich ein Türchen

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Bebbi B. (Mitte) & Friends mischen in Bodolz den Adventskalender auf.
Bebbi B. (Mitte) & Friends mischen in Bodolz den Adventskalender auf. (Foto: Maria Luise Stübner)

Ja, man kann ihn sich gut vorstellen, wie er mit Ehefrau Philomena Strohsterne bastelt: der Bebbi B., der am Samstag im Gasthof Koeberle in Bodolz zusammen mit seinen Freunden einen Adventskalender der besonderen Art präsentierte. Ging ein Türchen auf, guckten zur Freude des quietschvergnügten 130-köpfigen Publikums entweder Nonsens oder musikalische Sahnehäubchen heraus.

Der Tuba- spielende Nummernengel Thomas Sandholzer durfte die zu öffnenden Türchen anzeigen, was ihm meistens gelang. Am 6. Dezember ließ es sich natürlich nicht vermeiden, auf den Nikolaus zu treffen, den „Zentasklos“, dem der Bebbi sächsischen Flair verlieh. Wer Brunnenbutzer heißt und so dem richtigen Leben als Kreiskämmerer Erwin Feurle entfliehen will, hat natürlich seine Figuren und deren Dialoge nicht allzu kompliziert gestrickt. Die Gefahr, dass jemand einen Witz nicht verstehen könnte, geht somit gegen Null. Und wenn Satire alles darf, darf Comedy auch deftig. Hauptsache, sie amüsiert. Das tat sie.

Das Publikum freute sich, dass der Bebbi es schaffte, Philomenas Karpfen loszuwerden, weil er doch an Heilig-abend auf Bratwürste und Kartoffelsalat steht. Auch zu begrüßen war, dass ihm Kumpel Emre schon im August zu einem Christbaum verhalf.

Überhaupt muss ja allerorten rechtzeitig durchgestartet werden, soll das Fest gelingen. Also lieferten sich an diesem Abend auch die Discounter eine Weihnachtsoffensive, die nicht nur entfernt an Krieg und Landgewinn erinnerte. Den Schrecken komplett machten pubertierende Kinder.

Zu den umwerfenden Momenten der Adventscomedy gehörten die musikalischen Schmankerl. Während Bebbi B. als Drummer seine Bahlsen-Keksdose bearbeitete, griff Claus Helmbrecht in die Tasten und ließ es mit Blues-Gitarrist Franz Greiter so richtig schön grooven. Als tolle Verstärkung der Gruschtbrothers erwiesen sich die drei von der Band Allgäuwild ausgeborgten Freunde.

Für Fatima-Rolle wurde der mit dem schönsten Bauch ausgesucht

Udo Heinrich beherrschte an der Quetsche nicht nur die leichte Version von „Jingle Bells“. Er ging auch vor der schweren nicht in die Knie. Joachim (Jogi) Knoll wiederum konnte nicht nur Dudelsack, sondern Saxophon und überhaupt alles. Auch steppen und mit minaretthoher Muezzinstimme seiner Fatima nachweinen.

Diese wiederum ließ ihre freigelegten Hüften und ihren Bauch kreisen. Natürlich hatte man für die Fatima-Rolle den ausgesucht, der den schönsten Bauch hat. Der Bebbi war es nicht, soviel sei verraten.

Die Stimme von Kathi Gauder ging ohne Umwege unter die Haut

Gänzlich entzückt zeigte sich das Publikum von dem einzigen echten weiblichen Wesen auf der Bühne: Allgäuwild-Sängerin Kathi Gauder. Die Stimme der Krumbacherin ging ohne Umwege unter die Haut, ob bei „Wilds Wossa“ oder Leonhard Cohens „Hallelujah“.

Dass mit dem 24. Dezember im Adventskalender noch lange nicht Schluss sein muss, machte das Publikum mit lautstarkem Beifall deutlich. Es wollte Zugaben und nicht nur eine. Also legten Bebbi B. & Friends nach. Und verabschiedeten sich mit Hubert von Goiserns „Weit, weit weg“.

Dass sie danach auch noch den Christbaum abgeerntet haben, sei hier nur am Rande erwähnt.

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