Kleines Feld ganz groß

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 Bald ist es soweit und das neue Minispielfeld am BC-Bodolz, das eigentlich ziemlich groß ist, kann von Freizeitkickern wie auch
Bald ist es soweit und das neue Minispielfeld am BC-Bodolz, das eigentlich ziemlich groß ist, kann von Freizeitkickern wie auch den Vereinsmannschaften bespielt werden. (Foto: isa)
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Fußballspieler dürfen sich freuen. Das neue Minispielfeld in Bodolz ist schon so gut wie fertig. Und wenn der TÜV tatsächlich wie angekündigt noch diese Woche kommt und das Spielfeld abnimmt, dann darf sogar schon vor der offiziellen Eröffnung am 14. September gekickt werden. Fest steht aber jetzt schon: Das Bodolzer Minispielfeld ist etwas ganz Besonderes unter den Kleinfußballfeldern. Und das nicht nur, weil es größer als „mini“ ist.

„Ich hab sie grad verabschiedet“, freut sich BCB-Urgestein Roland Gruber und meint mit „sie“ die Leute von jener Firma, die das Minispielfeld auf dem Hartplatz auf dem Gelände des BC-Bodolz aufgestellt haben. Auch die Arbeiter der Firma, die für die Außenanlage zuständig ist, räumen zusammen. Und tatsächlich sieht, zumindest für einen Laien, das Fußballfeld ziemlich fertig aus. Es fehlen nur die Tore. „Der TÜV muss es noch abnehmen, bevor man drauf spielen darf“, sagt der Fußballtrainer.

Mütter leisten finanziellen Beitrag

Dass jemand von der Dekra noch diese Woche kommen will, um das Spielfeld abzunehmen, bestätigt auch Stefan Ebe vom Bodolzer Bauamt. Er erzählt auch, dass das Mini-spielfeld mit seinen 40 mal 20 Metern gar nicht so „mini“ ist und bestätigt, dass es am Ende dann wohl das größte im ganzen Landkreis sein werde. Ein Standard-Minispielfeld ist nämlich nur 20 mal 13 Meter groß. Und damit eigentlich groß genug, damit dort junge Fußballfreunde ihre Leidenschaft ausleben könnten. Wofür sich ursprünglich auch eine Mütterinitiative eingesetzt hatte.

Die Mütter hatten vor drei Jahren angefangen, Geld auf dem Bodolzer Adventsstadelmarkt zu verdienen, um einen finanziellen Beitrag zu einem Minispielfeld zu leisten. Denn, so waren sie überzeugt, Freizeitangebote für Kinder zwischen zehn und 14 Jahren, also für jenes Alter, das für den Spielplatz zu alt und für den Jugendkeller noch zu jung sei, gebe es in Bodolz nicht. Mit ihrer Idee stießen sie sowohl bei Bürgermeister Christian Ruh als auch beim Gemeinderat auf offene Ohren. Strittig war damals allein die Standortfrage. Während die Mütterinitiative das Spielfeld lieber im Herrengarten und damit näher am Ortszentrum gesehen hätte, befand die Mehrheit des Gemeinderates, dass es aus Lärmschutz- und Beaufsichtigungsgründen auf dem Gelände des BC-Bodolz besser plaziert sei. Mit dem BCB einigte sich die Verwaltung dann auf den Hartplatz als Standort. Denn dieser war ohnehin nur schwer bespielbar. Allerdings benötigten die Mannschaften des BCB’s ihn trotzdem, zumindest im Winter. Deshalb lautete die Bedingung, dass das neue Mini-spielfeld auf dem alten Hartplatz die Maße 40 Meter mal 20 Meter haben müsse, damit auch die Vereinsmannschaften darauf trainieren könnten.

Kein Platz in ähnlicher Größe

Abgesehen davon, dass dies nun möglich ist, ist diese ungewöhnliche Größe auch der Grund dafür, dass das Spielfeld als Referenzobjekt der Firma gilt. Wie Bürgermeister Ruh ankündigte, müsse der Verein damit rechnen, dass andere Vereine zum Schauen vorbeikommen. Denn einen Platz in ähnlicher Größe gebe es im näheren Umkreis nicht. Außerdem ist der Platz auf einzigartige Art und Weise gebaut und so europaweit zum ersten Mal verwirklicht. Denn er besteht aus pflegeleichtem Kunstrasen und ist zu 70 Prozent aus Naturbestandteilen wie etwa Hanf und Kreide, die besonders gut im Rasen fixiert sind. 30 Prozent bestünden zwar nach wie vor aus dem umstrittenen Mikroplastik. Aber eine umlaufende Spielfeldbegrenzung sowie ein Bodengitter am Eingang sorgten dafür, dass das Granulat aufgefangen werde. „Damit nahezu nichts den Platz verlassen kann“, betont Ebe und erklärt weiter, dass der Rasen weder bewässert noch gedüngt oder geschweige denn gemäht werden müsse und gleichzeitig ganzjährig bespielbar sei. Kosten lassen hat sich die Gemeinde das Spielfeld gut 100 000 Euro, über 20 000 Euro sind noch für die Bodenmodalitäten hinzugekommen.

„Dieser Platz ist für alle da“, betont Bürgermeister Christian Ruh. „Sowohl für die Freizeitkicker als auch für die Spieler des BCB.“ Weil das das erklärte Ziel ist, hofft er auf gegenseitige Rücksichtnahme. Und bis sich die Nutzungszeiten der jeweiligen Fußballgruppen eingespielt haben, plädiert er für Gelassenheit. „Möglicherweise wird es in den ersten Wochen zu zeitlichen Konflikten zwischen aktiven Spielern und Freizeitkickern kommen, aber auch diese Überschneidungen lassen sich klären“, ist er überzeugt.

Aktuell steckt die Verwaltung in der Vorbereitung für das Einweihungsfest am 14. September. So viel sei schon mal verraten: Die Fußballfans werden sicher auf ihre Kosten kommen.

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