„Das Bodolzer Kinderfest ist eine tolle Sache“

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Isabel Kubeth de Placido

Unter strahlend blauem Himmel hat Bodolz sein 21. Kinderfest gefeiert. Mit einem Gottesdienst, einem Festumzug, einem Kinderfestgedicht, einem Kinderfestlied und vor allem jede Menge Spielen und noch mehr Spaß. Ob beim Apfelpflücken, Sommerskifahren oder Bobby-Car-Wettrennen – wieder einmal haben alle Bodolzer Kinder miteinander gespielt und waren füreinander da.

„Das ist so cool“, sagen zwei Mädchen, als sie auf ihrem Weg über die Kinderfestmeile im Bodolzer Ortskern das Sprühnebel-Tor passieren. Wie beiläufig gehen sie unter dem feinen Sprühregen hindurch, breiten kurz die Arme aus und ziehen Richtung Parkplatz weiter, wo ein kleines Karussell langsam seine Runden dreht.

Ja, es ist heiß an diesem 21. Kinderfesttag, so heiß, dass es keiner besonderen Anstrengung bedarf, damit der Schweiß in Strömen rinnt. Kein Wunder also, dass das Sprühnebeltor sich allgemeiner Beliebtheit erfreut. Gerade bei den Kindern.

Mit blau-gelben Fahnen, Luftballons oder Wimpeln

Die über 150 Buben und Mädchen der Bodolzer Kindergärten und der Grundschule waren zuvor und angeführt vom Lindauer Fanfarenzug, mit Blumenkränzen geschmückt und die gelb-blauen Bodolzer Fahnen tragend, von der Markuskapelle in Enzisweiler bis zum Bodolzer Rathausplatz marschiert. Vorbei an winkenden Zuschauern und an mit blau-gelben Fahnen, Luftballons oder Wimpeln dekorierten Häusern, Obstgärten und Gartenzäunen.

„Für euch ist dieser Tag gemacht“, hatte Bürgermeister Christian Ruh die vielen kleinen Gäste vor dem Bodolzer Rathaus begrüßt, ihnen das Motto des Fests in Erinnerung gerufen und sie in ihrem Gemeinschaftsgeist für das „miteinander spielen – füreinander da sein“ bestärkt. Die beiden Grundschulkinder Selina Nüsslein und Dominik Hannes trugen das Kinderfestgedicht vor, dessen Tradition Lotte Heim zum dritten Mal aufleben ließ. Und nicht ohne Grund sangen die Kinder beim Kinderfestlied „Leuchtende Augen, Kinderaugen trügen nicht, Leute, heute, muss was Besonderes sein“.

Leuchtende Augen hatten die Kinder allemal. Denn das neue Vorstandsteam des Kinderfestvereins hatte sich jede Menge einfallen lassen, um sie tatsächlich auch leuchten zu lassen. Vom Sackhüpfen, Nägel einschlagen, Wäsche aufhängen, Teppichflickenlauf übers Schiffleziehen, und Bogenschießen, bis hin zum Schaumkusswerfen. Besondere Hochkonjunktur hatten jene Spiele, die irgendetwas mit Wasser zu tun hatten. Das Gießkannenspiel etwa, bei dem die Kinder blind an einer Schnur ziehen mussten, um etwas Süßes, oder eben einen Strahl Wasser abzubekommen. Oder das Pumpenspiel der Feuerwehr, bei dem es darum ging, ein brennendes Haus zu löschen, oder dem Freund ein bisschen Abkühlung zu verschaffen.

„Das Bogenschießen finde ich am coolsten, weil es am spannendsten ist“, erzählt Dominik und sein Freund Lynes ergänzt, dass es deswegen so toll ist, „weil man schießen kann so oft man will“. Beide Buben sind zehn Jahre alt und sie sagen ungefragt: „Das Bodolzer Kinderfest ist das coolste Fest im ganzen Jahr.“ Das finden auch die gleichaltrige Amelie und die siebenjährige Lisa. Beide stehen sie in der Schlange an der Schaumkuss-Wurfmaschine an. Doch ihre Spiele-Favoriten unterscheiden sich von denen der Buben. Amelie fand den Gottesdienst von Pfarrerin Lay sehr schön und das angebotene Bildhauen, bei dem die Kinder Steine bearbeiten konnten. Lisa dagegen haben die schönen Lieder am besten gefallen, „und dass man sich Glitzertattoos machen lassen kann“. So ein Glitzertattoo hat Emilia auch schon auf dem Arm. Einen schillernden lila-pink-gelben Schmetterling. Die Fünfjährige sitzt am Kreativtisch und malt hingebungsvoll eine Krone golden aus. Neben ihr sitzen andere Mädchen, um aus Dosen und Stoffstreifen lustige Windspiele zu basteln. Ihre Oma erzählt, dass Emilia und ihr Zwillingsbruder schon seit halb zehn Uhr morgens auf das Fest hingefiebert haben. Mittlerweile sei es schon Brauch, dass die Zwillinge, die in Wasserburg wohnen, bei ihren Großeltern in Bodolz übernachten, um dann mit ihnen das Kinderfest zu erleben. „Das Bodolzer Kinderfest ist eine tolle Sache“, ist Christine Menzel deshalb überzeugt.

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