Christian Ruh: „2018 war ein normales Jahr“

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Auf der Bürgerversammlung erstattet Bürgermeister Christian Ruh rund 50 Bodolzern Bericht.
Auf der Bürgerversammlung erstattet Bürgermeister Christian Ruh rund 50 Bodolzern Bericht. (Foto: isa)
Isabel Kubeth de Placido

Unspektakulär, ohne großartigen Aufreger ist das Jahr 2018 für die Gemeinde Bodolz verlaufen. Kein Wunder also, dass Bürgermeister Christian Ruh von einem „normalen“ Jahr sprach, nachdem er auf der Bürgerversammlung rund 50 Bodolzern seinen obligatorischen Bericht erstattet hatte, über das, was sich 2018 in der Gemeinde alles getan hat. Anfragen von Bürgern, die an diesem Tag von ihrem verbrieften Mitspracherecht hätten Gebrauch machen können, blieben aus.

Ein bisschen später als sonst hat Bürgermeister Christian Ruh heuer die Bürgerversammlung anberaumt. Was aber daran gelegen habe, so erklärte er, dass die Verwaltung abwarten wollte, bis das Koeberle wieder eröffnet hat. Wie schön, modern und geschmackvoll der neue Pächter zusammen mit der Gemeinde die Räumlichkeiten des gemeindeeigenen Gutsgasthofs renoviert hat, davon konnten sich die gut 50 Bürger selbst überzeugen. Hatte der Bürgermeister doch jede Menge Fotos mitgebracht, die auch die neuen Gästezimmer zeigten, in die ja normalerweise kein Bodolzer kommt.

Und das wären immerhin 3038 gewesen. So viele Einwohner hatte die Gemeinde zumindest im letzten Jahr. Wobei es 289 Zuzüge und 292 Wegzüge gegeben hat. Ein Umstand, der sich alljährlich ungefähr in gleicher Höhe wiederholt und der Ruh immer wieder erstaunt. „Alle zehn Jahre mischt sich das Dorf einmal durch“, hat er sich deshalb ausgerechnet und erntet dafür einige Lacher.

Außer mit dem Koeberle haben sich Verwaltung und Gemeinderat aber noch mit weiteren Bausachen beschäftigt. Von den insgesamt 22 Bauanträgen, die gestellt wurden und unter denen auch einige Garagen oder Nebengebäude waren, sind elf Wohnungen entstanden und damit neuer Wohnraum in der Gemeinde. Darüber hinaus ist mittlerweile der Breitbandausbau beendet. Hatte es mit der Verlegung des Glasfaserkabels am Taubenberg noch Verzögerungen gegeben, so sind jetzt all jene Ortsteile mit dem schnellen Internet versorgt, die zuvor kein leistungsfähiges Netz hatten. Mit den Straßensanierungen, die nicht allein nur durch den Breitbandausbau nötig wurden, hat die Gemeinde bereits begonnen. So ist, wie Ruh anhand von Fotos zeigte, der Hoyerbergweg schon fertig. Dabei wurden zugleich auch die alten Wasserrohre komplett erneuert. Bettnau ist als nächstes dran. Die Straßenarbeiten werden dort in zwei bis drei Wochen beginnen.

Parkdeck bereitet Sorgen

Ruh „Sorgenkind“ ist nach wie vor das Parkdeck auf dem Einkaufszentrum. Noch nie, seit der Komplettsanierung, hat die Zählanlage funktioniert. Immer wieder habe der Bürgermeister beim Eigentümer insistiert. „Das einzige, was die Firma geschafft hat, ist von Rot null, null, null auf Grün neun, neun, neun umzustellen“, sagte er und erklärte, dass der jetzige Besitzer mit dem vorigen „im Clinch“ sei. Das sei wiederum der Grund dafür, dass sich hier nichts bewege.

Sehr wohl etwas bewegt hat sich etwas in Sachen Bahn. Abgesehen davon, dass der Bahnübergang Enzisweiler ein elektronisches Stellwerk samt Lasertechnik bekommt, wird die Brücke am Rebweg erneuert. Auch die geplanten Schallschutzwände sollen nicht mehr vier Meter hoch werden, sondern nur noch drei. Ob sie am Ende tatsächlich so hoch sein müssen, das soll nach Willen von Ruh die Bahn nochmals überdenken. Vor allem auch deswegen, weil offizielle Berechnungen der Bahn gezeigt haben, dass der Güterverkehr in Zukunft weniger wird.

„Technisch aufgerüstet“, und zwar in digitaler Form, hat die Gemeinde im vergangenen Jahr die Grundschule. Die Mittagsbetreuung, die „immer“ ausgebucht sei, nannte Ruh ein „Erfolgskonzept“. Darum und weil auch die Kinderzahl in den nächsten Jahren steigen werde, denkt der Gemeinderat an einen Anbau an den Kindergarten, „der auch als Mensa genutzt werden könnte“. Für dieses und das kommende Kindergartenjahr haben jedoch alle Bodolzer Kinder einen Betreuungsplatz bekommen: „Es gibt keine Warteliste“, versicherte Ruh.

Was das Minispielfeld anbelangt, so befindet sich der Bau auf dem Hartplatz des BCB´s in den letzten Zügen. Die inoffizielle Eröffnung stellte der Bürgermeister in den nächsten Wochen in Aussicht. Die offizielle Eröffnung samt Fest dieses für die ausführende Firma als Referenzobjekt geltendes Spielfeld werde dann später folgen.

Abgesehen davon, dass Ruh die alljährlich wiederkehrenden Feste, vom Maibaumstellen bis zum Weihnachten vor dem Rathaus, nannte, erinnerte er auch daran, dass das vergangene Jahr das Jahr des 200-jährigen Jubiläums der politischen Gemeinde gewesen war. Seinen Bericht schloss er mit einem Rück- und Ausblick, nämlich als er sagte: „2018 war ein normales Jahr und 2019 wird auch eins.“

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