Bodolzer Kinderfestverein steht vor dem Aus

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 Die Kinder sollen weiter ihren Spaß haben, deshalb will die Gemeinde Bodolz nach dem Aus des Kinderfestvereins das Kinderfest a
Die Kinder sollen weiter ihren Spaß haben, deshalb will die Gemeinde Bodolz nach dem Aus des Kinderfestvereins das Kinderfest als Veranstalter übernehmen. (Foto: Archiv: isa)
Isabel de Placido

Der Bodolzer Kinderfestverein steht vor seiner Auflösung. Und das, obwohl er sowohl auf ein erfolgreiches Kinderfest zurückblickt als auch finanziell gut da steht. Trotzdem wollte sich fast der gesamte Vorstand nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Das Bodolzer Kinderfest ist jedoch nicht in Gefahr.

Gleichzeitig hat sich auf der Mitgliederversammlung am Freitag nur eine Freiwillige gefunden, die eines der Ehrenämter übernehmen wollte. Deshalb wollen die Mitglieder in vier Wochen den Verein auflösen.

Die gleiche Situation hat es vor zwei Jahren schon einmal gegeben. Allerdings mit dem Unterschied, dass damals die Geschichte am Ende gut ausging. Doch dem war bei der diesjährigen Mitgliederversammlung nicht so. Als Vorsitzender Oliver Fuchs und fünf von seinen sechs anwesenden Vorstandskollegen erklärt hatten, keine weitere Wahlperiode mehr für ihre Ämter zur Verfügung zu stehen, tauchten nicht wie zwei Jahre zuvor junge, engagierte Bodolzer auf, um den Bodolzer Kinderfestverein zu retten und mit viel Engagement, Elan und Ideen das Bodolzer Kinderfest zu organisieren. Allein Anne Skerl war bereit, sich für ihr bisheriges Amt als Beisitzerin wiederwählen zu lassen.

Von Andreas Durrer nach den Gründen für den fast geschlossenen Nichtwiederantritt des Vorstands gefragt, antwortete Fuchs für sich, dass er den ersten Vorsitz nur für diese beiden Jahre angenommen hatte. Aber, so sagte er: „Es gibt nicht diesen einen Grund. Es ist eine Verkettung verschiedener Gründe.“ Gleichzeitig schilderte er, dass er etliche hundert Stunden in das Ehrenamt investiert habe. Darunter seien im ersten Jahr zehn und im zweiten Jahr drei von seinen jährlich 30 Urlaubstagen gewesen. Gleichzeitig sei er bei vielen Bodolzern, die er um Hilfe beim Kinderfest gebeten habe, auf Ablehnung gestoßen. „Es ist so frustrierend, dass keiner bereit ist mitzuhelfen“, pflichtete ihm Kassierer Florian Kittsteiner bei.

Weil für eine Auflösung des Vereins auf dieser Mitgliederversammlung die Hälfte der Stimmen aller Mitglieder notwendig gewesen wären, aber nur vierzehn der 41 Mitglieder in den Schulungsraum der Feuerwehr gekommen waren, kündigte Fuchs eine sogenannte außergewöhnliche Versammlung in vier Wochen an. Da bräuchte es dann nur ein Mitglied, um den Verein aufzulösen. Darauf, dass sich bis dahin zumindest vier neue Leute finden werden, die bereit sind die Ämter des ersten und zweiten Vorsitzenden, des Kassierers und des Schriftführers zu übernehmen, hofft wohl keiner mehr. Zumindest war dies kein Thema, und es wurde nur von der Auflösung gesprochen. Die Ämter der nötigen fünf Beisitzer aus den eigenen Reihen zu besetzen, wäre nicht das Problem, wie deutlich wurde.

Thomas Freilinger betonte den außergewöhnlichen Charakter des Vereins, der allein dazu da ist, um einmal im Jahr ein Fest zu organisieren. Gleichzeitig trage der Verein eine „Riesenverantwortung“. Auch Bruno Schmid war der Meinung, dass die Gemeinde diese Aufgabe wieder übernehmen sollte, die sich ohnehin nie völlig aus dieser Verantwortung genommen hatte. Schmid erinnerte daran, dass ein Ausschuss für die Organisation des Kinderfestes verantwortlich war, bis 2010 der Verein gegründet worden war. Dieses Gremium bestand aus Verantwortlichen von Schule und Kindergärten, Vereinsmitgliedern sowie aus Mitarbeitern der Verwaltung, Gemeinderäten und Bürgern.

Dass die Gemeinde bereit stehe und das Kinderfest wieder übernehme würde, das versicherte Bürgermeister Christian Ruh, wenngleich er einräumte, dass es letztendlich eine Entscheidung des Gemeinderates sei. Obwohl er Verständnis für den Schritt der Vereinsvorstände zeigte, bedauerte er deren Entscheidung. Denn, so sagte er neben vielen anderen lobenden Worten: „Die Truppe hat gezeigt, dass sie es kann.“

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