Bagger nagtan der Hasel-Siedlung

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Jetzt wird es ernst: Bagger reißen die alten Garagen in der Dr.-Emil-Hasel-Siedlung ab. Damit startet die Sanierung der Häuser u (Foto: Evi Eck-Gedler)
Schwäbische Zeitung

Bagger und Baulaster prägen derzeit das Bild: Die GKWG beginnt mit einem weiteren Sanierungsabschnitt in der Dr.-Emil-Hasel-Siedlung in Enzisweiler. Rund drei Millionen Euro will die Kreiswohnbaugesellschaft dort in den nächsten eineinhalb Jahren verbauen. Dieses Geld fließt allem voran in die energetische Sanierung der Wohnblocks. Aber auch das äußere Bild der Siedlung soll sich ändern.

Schon einmal hatte die Siedlung einer Großbaustelle geglichen: Von 2002 bis 2009 war der östliche Bereich des Quartiers modernisiert worden. Jetzt geht es dem ältesten Kern der Siedlung an den Kragen: Die zehn Wohnhäuser mit den Nummern 11 bis 20 stammen zumeist aus dem Jahr 1953. „Und die Fenster sind überwiegend genauso alt“, sagt GKWG-Geschäftsführer Thomas Blei.

Die Häuser werden komplett energetisch saniert: Dach und Fassaden erhalten 18 Zentimeter dicke Dämmschichten. Dafür verschwinden auch die alten Fassadenplatten. Die verwitterten grauen Klappläden werden durch moderne Rollläden ersetzt. Auch eine dezentrale Abluftanlage lässt die GKWG installieren. Schließlich sollen Solarkollektoren künftig für warmes Wasser in den Wohnungen sorgen. Zudem werden die Hauseingänge neu gestaltet, teilweise die Elektrik erneuert, Brandschutztüren in Keller- und Dachgeschoss eingebaut.

Von den drei Millionen Euro werden rund zwei Drittel in die Sanierung fließen. Dazu gehören auch neue Balkone: Vorstehende werden abgeschliffen, Loggia-ähnliche durch Vorbauten auf acht bis neun Quadratmeter vergrößert. Dabei hat das Thema Balkone den Verantwortlichen ganz schön Kopfzerbrechen bereitet, wie Architekt Rainer Dietz beim Ortstermin mit Landrat Elmar Stegmann schildert: Der Boden, auf dem die Hasel-Siedlung steht, ist nämlich schlicht schlecht. So müssen, damit die Statik der neue Balkone hält, Betonplatten gegossen werden, auf denen dann die Gerüste verankert werden.

Der schlechte Bauuntergrund verhindere auch die Idee einer Tiefgarage, merkt Blei an. Um das Problem Parken trotzdem einigermaßen in den Griff zu bekommen, reißen Bagger in dieser Woche zwei Garagenkomplexe ab. Künftig soll es 25 Einzelgaragen und mindestens 43 Stellplätze geben, „so dass dann mindestens neun Autos mehr auf dem eigenen Gelände parken können“, sagt der Geschäftsführer.

Wenn im nächsten Sommer die Sanierungsarbeiten weitgehend abgeschlossen sind, soll das Wohnumfeld neu gestaltet werden. Viel Grün will die GKWG dabei auf jeden Fall erhalten. Das sei prägend für diese Siedlung. Wege sollen neu angelegt und vor allem besser beleuchtet werden. „Das ist insbesondere den älteren Mietern wichtig, damit sie sich abends auch mal zur Mülltonne trauen“, schildert Carolin Cerisier: Die Sozialarbeiterin ist zusammen mit ihrem Kollegen Helmut Schock Quartiersmanagerin in der Emil-Hasel-Siedlung und damit Ansprechpartnerin für Fragen und Alltagssorgen der Mieter.

Neuer Spielplatz kommt

Vor deren Büro will der GKWG-Geschäftsführer dann auch eine „Kommunikationsterrasse“ anlegen lassen. Von dort sollen die Mieter freien Blick auf den neuen – künftig öffentlichen – Spielplatz für jüngere Kinder zwischen drei und zehn Jahren haben. Platz für Jugendliche wird es dort allerdings keinen mehr geben: Die verweist Cerisier auf den Sportplatzbereich jenseits der Bahnlinie, wo nach ihren Worten unter anderem künftig eine feste Slackline montiert werden soll.

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