An der Argen entlang bis zum Schloss

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Ein Spaziergang entlang der Argen in Achberg lohnt sich.
Ein Spaziergang entlang der Argen in Achberg lohnt sich. (Foto: Fotos: Gemeinde)
Schwäbische Zeitung

Stellen Sie sich vor, Sie haben als Tourist oder Einheimischer einen Tag Zeit, um die umliegenden Gemeinden zu erkunden. Was sollte man unbedingt sehen? Wo sollte man hingehen? Wo hat man die beste Aussicht? Was kann ich bei Sonnenschein machen, was wenn es regnet? Wo sollte man etwas essen? Die Schwäbische Zeitung hat die jeweiligen Gästeämter der Gemeinden nach ihren Ausflugs- und Insidertipps gefragt. Diese erscheinen in loser Folge. Heute: Der Achberger Bürgermeister Hannes Aschauer macht Vorschläge.

„Wenn ich in Achberg Besuch bekommen würde und mit meinen Gästen einen Ausflugstag zur Verfügung hätte, dann würde ich, egal bei welchem Wetter, ins Argental hinabsteigen. Vom Parkplatz bei Schloss Achberg geht der Weg den Tobel hinunter zum Hängesteg nach Flunau, einem sehr alten Baudenkmal, das hochwassersicher über der Argen gespannt ist. Vom Steg aus blicken wir in das silbrig schäumende Argenwasser, das aus einem Stillwasserbereich mit Sandbank oberhalb des Stegs ausläuft. Weiter flussaufwärts erkennen wir Sandsteinplatten, die den Fluss wieder einengen und wild strudelnd in einen engen Kanal zwängen.

Nach diesem Blick auf das Wasser sind wir neugierig geworden und wandern entweder flussab oder flussaufwärts am Achberger Argenufer entlang und suchen uns mit der auf dem Rathaus erhältlichen Wanderkarte einen Rundweg aus, der wieder zum Schloss zurückführt.

In jedem Fall geht es mal auf breiteren Holzabfuhrstraßen und meist auf schmalen Uferpfaden durch den Schluchtwald der Argen. Mit etwas Glück treffen wir im Uferbereich auf Türkenbundlilien, eine Alpenblume, deren Samen aus der Adelegg mit den Argenhochwässern angespült worden ist. Mit noch mehr Glück sehen wir einen Eisvogel, der als stahlblauer Ball über den Fluss schwirrt. Auf jeden Fall erleben wir eine ursprüngliche Flusslandschaft mit zum Teil steil aufragenden Uferwänden, Kiesbänken, riesigen Findlingsblöcken im Wasser und bizarren Schwemmholzanhäufungen.

Gegen Ende des Rundwegs erreichen wir das Hochufer der Argen und haben von dort immer wieder – gute Sicht vorausgesetzt – einen Blick auf den Säntis und viele andere Alpengipfel.

Humboldt-Haus erinnert an Beuys

Endpunkt der Wanderung an der Argen sollte auf jeden Fall am Freitag bis Sonntag das weit über den Landkreis hinaus berühmte Barockschloss Achberg mit seiner Ausstellung und seiner Gastronomie sein.

Neben der Bildeichkapelle ist von den Achberger Barockkirchen derzeit nur St. Georg in Siberatsweiler zu besichtigen. St. Michael in Esseratsweiler ist derzeit wegen Sanierungsarbeiten an den Decken von Langhaus und Chor nicht zugänglich.

Unter der Woche würde ich mit meinem Besuch in einer der beiden Achberger Gaststätten in Esseratsweiler vorbeischauen, wobei im Humboldt-Haus immer noch der Geist von Joseph Beuys – der hier wiederholt seine Ideen zum Kunstbegriff der sozialen Plastik entwickelt hat – zu spüren ist.

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