Achberg führt einen Mietspiegel ein

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Um Orientierung über die Mietpreise der Gemeinde zu bieten, führt Achberg einen Mietspiegel ein.
Um Orientierung über die Mietpreise der Gemeinde zu bieten, führt Achberg einen Mietspiegel ein. (Foto: Armin Weigel)

In Achberg wird es bald einen Mietspiegel geben. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Die Bürger sollen das Dokument dann künftig kostenfrei von der Internetseite der Gemeinde herunterladen können.

Das Thema ist in Achberg kein neues: bereits 2014 hatten die Räte über einen Mietspiegel für die Gemeinde gesprochen, wie Bürgermeister Johannes Aschauer erinnerte. Damals hatten sie sich gegen einen Mietspiegel ausgesprochen. „Das kam nicht überall gut an.“ Schließlich würden Mietspiegel immer wichtiger, auch, weil sich die Sozialämter an ihnen orientierten. Auch Klaus Wirthwein berichtete, dass er immer wieder von Bürgern gefragt werde, ob es in Achberg einen Mietspiegel gibt.

50 Cent pro Einwohner

Dass das Thema Mietspiegel gerade jetzt auf der Tagesordnung der Gemeinde steht, ist kein Zufall. Das Land Baden-Württemberg fördert derzeit die Aufstellung eines qualifizierten Mietspiegels mit einem Betrag von 50 Cent pro Einwohner, wenn sich mehrere Gemeinden zu einem Antrag zusammenschließen. Die Gemeinde Vogt würde einen entsprechenden Antrag gesammelt durchführen und Achberg mit ins Boot nehmen, wie Aschauer erklärte. Finanziell würde sich ein qualifizierter Mietspiegel für Achberg allerdings – trotz Förderung – nicht lohnen. Die Kosten lägen für Achberg bei gut 5100 Euro brutto, ein Zuschuss betrüge 850 Euro, sofern die bereitgestellten Mitteln noch verfügbar sind. Ein einfacher Mietspiegel kostet Achberg gut 2600 Euro brutto, er wird nicht gefördert.

„Einfacher Mietspiegel reicht“

Abgesehen davon würde der qualifizierte Mietspiegel zwar nach zwei und vier Jahren über den Bundespreisindex fortgeschrieben. Allerdings müsste er danach neu aufgestellt werden. Ob eine solche Neuaufstellung gefördert würde, ist noch unklar. Falls der qualifizierte Mietspiegel nicht neu aufgestellt wird, wird er automatisch zum einfachen Mietspiegel. „Es wäre nicht schlecht, einen Mietspiegel zu haben, aber ein einfacher reicht“, befand Klaus Wirthwein. Aschauer schlug vor, dass Bürger den Mietspiegel dann bei der Gemeinde erwerben könnten. Laut Kämmerin Tanja Ruh würde ein solches Dokument etwa fünf Euro kosten. „Man könnte ihn auch einfach auf die Homepage stellen, sonst ist der Aufwand so groß“, argumentierte Wirthwein. Gerold Nuber stimmte ihm zu: „Da kostet es schon mehr, die fünf Euro zu kassieren.“ Die Gemeinde wird nun also einen einfachen Mietspiegel erstellen lassen, den sich jeder Bürger kostenfrei im Internet herunterladen kann.

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