Schwäbische Zeitung
Stv. Redaktionsleitung

Der amtierende Weltmeister Richard Widmer hat den Internationalen Triple-Ultra-Triahlon in Lensahn in einer fantastischen Zeit von 33:05:16 Stunden gewonnen. Der gebürtige Zwiefalter ging Freitagmorgen an den Start und kam Samstagnachmittag im Ziel an. Er war rund 1,5 Stunden schneller als im vergangenen Jahr. Erst 6,5 Stunden nach ihm kam der Zweitplatzierte an.

Der Wettkampf dauerte drei Tage und begann Freitagmorgen um 7 Uhr mit dem Schwimmen. Es galt 228 Bahnen à 50 Meter, also 11,4 Kilometer, zu absolvieren. Widmer schwamm die Distanz in 3:18:04 Stunden. Der Wechsel auf das Rad dauerte gerade mal vier Minuten. Es waren 112 Runden von 4,84 Kilometer, also 540 Kilometer, zu leisten. Die hatte Widmer nach 17:11:46 Stunden heruntergespult. Seine Eltern, Gerhard und Erika Widmer, waren mitgereist an die dänische Grenze, weil „wir sehen wollten wie unser Sohn diese Strapazen packt“, erzählt seine Mutter.

Während Widmer Runde um Runde auf dem Rad absolvierte, standen seine Fans – neben seinen Eltern, seine Freundin und seine Schwester – an der Strecke und versorgten ihn mit Verpflegung. Bananen esse er gern, verrät seine Mutter, auch mal einen Riegel. Beim Trinken bevorzuge er Wasser, selten eine Cola oder Saft. Es sei keiner, der Sportdrinks zu sich nehme. Wenn er dann lange auf dem Rad sitzt, verlangt er nach Brühe. Seine Mutter kocht ihm Buchstabensuppe im Wohnmobil. „Die Buchstaben gehen durch die Trinkflasche“, erklärt sie. Auch dünnflüssiger Grießbrei oder Haferschleim gehören zur Wegzehrung. Seine Freundin stellt sich an die Strecke und Widmer nimmt die Verpflegung auf die nächste Runde mit. Nach 17:11:46 Stunden hatte Widmer die 540 Kilometer hinter sich.

Der Wechsel vom Rad auf die Laufstrecke dauerte bei Widmer knapp über eine Minute. Sehr gesprächig sei ihr Sohn in der Wechselzone nicht, sagt seine Mutter. Da sei es am besten, man sage nicht viel und befolge einfach seine Wünsche. Je nach Wetter verlangt er dann nach Melone und da traben dann seine Schwester oder Freundin mit dem Obstschüsselchen neben ihm her. In Lensahn ging der Zwiefalter nachts auf die Laufstrecke. 96 Runden à 1,319 Kilometer, im Gesamten 126,62 Kilometer, nahm er in Angriff. Und obwohl es anfing zu regnen, machte er keine Pause. Für den Lauf benötigte er 12:30:02 Stunden. „Er kam Samstagnachmittag vor 16 Uhr ins Ziel“, erzählt Erika Widmer. Dann Dopingkontrolle, Duschen, Massieren. „Und dann war er wieder fit“, sagt sie.

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