Weniger Verkehrsunfälle, aber mehr Verletzte

Lesedauer: 4 Min
Das Polizeipräsidium Reutlingen legt seine Unfallbilanz für das Jahr 2018 vor.
Das Polizeipräsidium Reutlingen legt seine Unfallbilanz für das Jahr 2018 vor. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Die Polizei hat im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums Reutlingen im vergangenen Jahr weniger Verkehrsunfälle registriert als im Vorjahr. Laut der Bilanz, die sie am Donnerstag vorlegte, ist die Zahl damit zum ersten Mal seit vielen Jahren zurückgegangen. In den drei Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Esslingen gab es zusammengerechnet außerdem weniger Verkehrstote. Angestiegen ist hingegen die Zahl der Verletzten.

„Dass weniger Verkehrstote zu beklagen waren, ist eine gute Nachricht, die aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, wie schmal der Grat ist, der darüber entscheidet, ob jemand verletzt überlebt oder sein Leben verliert“, sagt Polizeipräsident Alexander Pick. „Es gibt schicksalshafte Abläufe, die weder durch Prävention noch durch Kontrollen beeinflusst werden können.“

Die Zahl der Verkehrsunfälle ging im Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen um 3,1 Prozent auf knapp 30 180 zurück. „Leider schlägt sich dies nicht auf jene Unfälle nieder, bei denen Personen zu Schaden kamen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Präsidiums. Nach erfreulichen Rückgängen in den Jahren 2016 und 2017 seien diese Unfälle im Jahr 2018 um 1,4 Prozent auf gut 3160 gestiegen.

25 Unfallopfer verlieren ihr Leben

Bei Unfällen in den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Esslingen hatten im vergangenen Jahr 25 Menschen ihr Leben verloren – sechs weniger als im Vorjahr. Zehn der Getöteten waren als Fahrer oder Beifahrer in einem Auto unterwegs, am zweithäufigsten waren mit sieben Unfallopfern Motorradfahrer betroffen. Unter den Toten waren auch sechs Radfahrer und jeweils ein Fahrer eines Krankenfahrstuhls und eines Gabelstaplers.

Die häufigste Unfallursache waren Vorfahrtsverstöße, gefolgt von Fehlern beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren. Jeder fünfte Verkehrsunfall mit Toten oder Schwerverletzten war auf zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen.

Den Höchststand der letzten zehn Jahre hat die Anzahl der Unfälle erreicht, an denen Fahrradfahrer beteiligt waren. Mit gut 1070 Unfällen liegt die Zahl 10,7 Prozent über der des Vorjahres (gut 970 Unfälle).

Ein differenziertes Bild zeichnet die Polizei bei den Unfällen, an denen junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 24 Jahren beteiligt waren: Im Präsidiumsbereich gab es weniger Unfälle, weniger Tote und weniger Leichtverletzte, aber auch mehr Schwerverletze zu beklagen. Die Unfälle mit Senioren ab 65 Jahren stagnieren derweil auf hohem Niveau: 2018 waren es 2474 Unfälle und damit drei weniger als im Vorjahr.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen