Was ist im Netz erlaubt und was nicht?

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Im Anschluss an die Informationsstunde gab es noch viele direkte Fragen an den Medienreferenten Uli Sailer. (Foto: Heinz Thumm)
Schwäbische Zeitung
Heinz Thumm

Der alltägliche Rat „Wer suchet, der findet!“ hat auch im 21. Jahrhundert nichts von seiner Aktualität eingebüßt – allerdings haben sich die Werkzeuge geändert. 95 Prozent der Schüler im Alter von 14 bis 19 Jahren haben bereits einen Computer im Unterricht verwendet, viele verwenden ihn auch privat. Bei der immer größer werdenden Informationsflut gewinnt der kompetente, effiziente und verantwortungsbewusste Umgang mit Information zunehmend an Bedeutung.

„Eltern sollen das Gleiche wissen und mitreden können“, eröffnete der Medienreferent Uli Sailer seine zwei Unterrichtsstunden für die Klassen fünf und sechs der Münsterschule Zwiefalten. „Sie müssen wissen, was geschieht im Hintergrund der sozialen Netze – sonst kann das schwerwiegende Folgen haben“, führte Sailer weiter aus. In fünf Veranstaltungen informierte er Lehrer, Eltern und Schüler über die aktuellen Gefahren.

„Heute du, morgen ich, niemand ist mehr sicher!“, war sein Leitsatz, der die ganze Euphorie der Schüler bremste. Er selbst hatte seinen Rechner mit einer (legalen) Hackersoftware versehen und konnte damit feststellen, dass bei den Teilnehmern niemand „bluetooth“ eingeschaltet hatte. In diesem Fall könnte er Daten aus fremden Handys lesen, bearbeiten und löschen. Mit solchen Beispielen machte er immer wieder klar, dass „es wichtig ist, die Jugendlichen im Internet zu begleiten, um sie vor Gefahren zu schützen“.

Sailer weiß natürlich auch, dass „heute jeder Internet braucht“. Sein Wunsch und seine Aufforderung ist daher: „Mehr überlegen!“ Zum Beispiel Google, eine Suchmaschine. „Das kann doch jeder“, sagten fast alle Teilnehmer. „Habt ihr auch die Bedienungsanleitung gelesen?“ – Es folgte betroffenes Schweigen.

An immer neuen Beispielen zeigte der Spezialist die Risiken auf und gab Hilfestellung: „Wie fragt man ,google’, um schnell die richtige Antwort zu bekommen?“ Er half dann auch bei der Vermeidung von Plagiaten und sprach ganz klar an: „Wie sicher sind faceboook und Co?. Grundsätzlich besteht immer das Risiko, dass „Passwörter mitgeschrieben – vielleicht entfernt – aber nie gelöscht werden!“

Auch wenn es beim Herunterladen von Daten eine rechtliche Grauzone gebe, dürfen diese Daten niemals weitergegeben werden. Ebenso gelte: „Finger weg von Kinofilmen im Internet!“ Es drohen tatsächlich drastische Strafen. An allerlei Abzockgeschichten und Informationen über Werbenetzwerke wurde klar gemacht, dass über die Weitergabe der Handynummer einige Möglichkeiten zum Geld abkassieren bestehen.

Von den Schülern gab es Fragen über Fragen. Dabei war es erstaunlich, was Kinder in der fünften Klasse schon wissen – und ausplappern. Der eindeutige Rat: „Lesen, was da steht – und fragen: Will ich das wirklich?“ Immer sind die Konsequenzen zu bedenken und die Optionen zu beachten, denn unsicheres Anmelden bedeutet oft „Erhalt von Schadsoftware“. Am Ende der spannenden Vortragsveranstaltung kam das größte Kompliment für den Referenten von einer Schülerin: „Sie machen mir Angst!“ Damit wurde das Ziel klar erreicht und manche Schülerin oder mancher Schüler ging recht nachdenklich nach Hause. Sie haben erkannt: „Irgendwie kommt alles raus!“ Diese Veranstaltung sollte unbedingt mit deutlich mehr Internet-Aktiven abgehalten und jährlich wiederholt werden, um Schaden zu vermeiden.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.uli-sailer.de und www.lmz-bw.de

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