Volles Haus und begeistertes Publikum

Lesedauer: 5 Min

Fola Dada am Mikrofon, Drummer Tommy Baldu ganz links, Joo Kraus mit der Trompete, dahinter Helmuth Fass am Bass und mit Keyboa
Fola Dada am Mikrofon, Drummer Tommy Baldu ganz links, Joo Kraus mit der Trompete, dahinter Helmuth Fass am Bass und mit Keyboard Ulf Kleiner beim Konzert in der Kulturmühle. (Foto: Anton Munding)
Anton Munding

Ein klein wenig angespannt wirkte Kurator Didi Schrade bei der Ansage zum Konzert von Fola Dada & The Grooving Heart Session schon. Doch die für Wimsen noch nicht gängige Musiksparte Jazz wurde von dieser Ausnahme-Sängerin und ihrer Band mit einem Handstreich etabliert. Volles Haus, begeistertes Publikum und tiefgehende Musik war das Ergebnis des Abends.

Schon das Intro von Tommy Baldu am Schlagzeug ließ erahnen, dass hier und heute ganz besondere Musik zu hören, sehen und fühlen sein würde. Mit ganz kargen und rhythmisch fast an die Unendlichkeit gezogenen Beats wurde das Publikum auf einen Abend voller Gefühl und feinsinnigen Melodien eingestimmt. Dazu spielte Joo Kraus Trompete und Kornett – dezent, aber in für diese Instrumente ungewohnten Klangfarben. Das reichte von der Querflöte bis zu Harfenklängen, einfach phänomenal. Auch Ulf Kleiner ließ die ganze Palette an Möglichkeiten am E-Piano vom Stapel. Und wäre das nicht alles schon für sich Extraklasse gewesen, setzte Fola Dada mit ihrer Stimme noch eins drauf. Dabei hatte sie die Zuhörer vorneweg schon mit ihrem herzlichem Lächeln gewonnen. Nach dem noch ganz flotten „I Am Earth“ vom frisch aufgenommenen Album der Formation wurde es mit „Bittersweet“ melancholisch. Fola lässt bei jedem Song andere Klangfarben ertönen und zieht den Hörer sanft in die verschiedensten Stimmungen. So ist plötzlich eine Stunde um und Pause. Dabei hat das Staunen und Genießen über diese tiefgehende Musik doch erst begonnen.

Es wirkt dann schon fast kokett als Fola vor dem zweiten Teil meint: „Schön dass ihr noch da seid.“ Ja und dann dürfen die Gäste beim Bob Marley Song den Refrain: „I don’t wanna to wait in vain for your love“ ganz gefühlvoll mitsingen. Das Niveau der Stücke ist gleichbleibend hoch, und wenn Joo mit Fola im Duett singt, dann ist das so fein abgestimmt und stringent, dass eine andere Interpretation nicht möglich scheint. Auch als die Ballade „My Foolish Heart“ nach zweieinhalb Stunden das Konzert beendet, begeistert und berührt das perfekte Zusammenspiel von Keyboarder Kleiner und der Sängerin Fola Dada nochmals.

Das war ein Abend, der alte Anhänger des Jazz begeistert hat und sicher neue Freunde gewonnen hat. Fola Dada & The Grooving Heart Session haben ein tolles und vor allem gefühlvolles Konzert gegeben.

Hintergrund

Fola Dada & The Grooving Heart Session: Fola Dada ist derzeit in ganz Deutschland unterwegs. In ihrem engen Terminkalender wechseln sich Konzerte mit verschiedenen Musikern und Gesangsworkshops ab. Begonnen hat Folas Karriere mit Stepptanz als Siebenjährige. Es folgten Gesang in verschiedenen Bands, Musikstudium, arbeiten als Vokalcoach in bei Europas erfolgreichster Castingshow und schließlich die Gründung der eigenen Gesangsschule „Stimmwerk“.

Joo Kraus spielte schon mit 15 Jahren in der Ulmer Big Band Trompete und ist weltweit in Sachen Jazzmusik unterwegs. Für sein fünftes Soloalbum „Painting Pop“ erhielt er den Echo-Jazz als bester Trompeter. Schlagzeuger Tommy Baldu beschreibt seinen Anspruch die Musik mit: authentisch, ehrlich, energiedicht und mit Kante. Unter anderem hat er Musikprojekte mit Georg Ringsgwandl, Stubenmusik und dem Daniel Stetter Quartett. In dieser Formation ist auch Ulf Kleiner mit Piano, Keyboard und Hammondorgel engagiert. Basser Helmuth Fass hat Jazz- und Popularmusik studiert, ist mit vielen namhaften Bands auf der Bühne und hat zusammen mit Martell Beigang den Grimme-Preis für die Musik für die Stromberg-Serie bekommen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen