Unterstützung mangelernährter Kinder

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Nadine Bader, Suman und Luisa Wegener machen sich stark für mangelernährte Kinder in Indien.
Nadine Bader, Suman und Luisa Wegener machen sich stark für mangelernährte Kinder in Indien. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Nadine Bader aus Hayingen lebt derzeit in Indien und unterstützt die Organisation „The Child Trust“, deren Gründerin Suman sich seit den 80er Jahren aktiv um den Schutz von Kindern kümmert. Um für die Organisation Geld zu sammeln, nimmt derzeit eine Mitarbeiterin der Deutschen Botschaft an einer Rikscha-Rallye teil. Nadine Bader, die in Riedlingen ins Gymnasium ging und auch in Unlingen lange Zeit Volleyball spielte, will auf die Arbeit der Organisation aufmerksam machen und bittet in ihrer Heimat um Spenden für das Projekt „Essbare Gärten“.

Die Hayingerin war bereits 2016 im Rahmen eines Praktikums bei der indischen Nicht-Regierungsorganisation „The Child Trust“ in Neu Delhi tätig. Die Organisation wurde 2005 gegründet und setzt sich für die Rechte und Bildung von Kindern in Indien ein. Nadine Bader hat während ihres Praktikums 2016 das Projekt „Essbare Schulgärten“ der Organisation mitinitiiert. Zwei „Essbare Schulgärten“ wurden 2016 von der Deutschen Botschaft in Neu Delhi finanziert. Luisa Wegener, die bei der Deutschen Botschaft arbeitet, hat dieses Projekt damals ausgewählt und will die Organisation „The Child Trust“ nun privat weiter unterstützen. Dazu unternimmt sie einen Rikscha Run vom Süden in den Norden Indiens, mit welchem Spenden gesammelt werden sollen. Gestartet ist sie gemeinsam mit ihrem Team in Kochin, Kerala am 1. April und Ziel der Tour ist Jaisalmer, Rajasthan am 14. April (knapp 2600 Kilometer). Die gesammelten Spenden gehen neben The Child Trust auch an den Deutschen Kinderhospizverein e. V. in Olpe.

Nadine Bader ist seit August 2017 erneut vor Ort bei „The Child Trust“ in Neu Delhi tätig und setzt sich für die Ausweitung des erfolgreichen Projekts „Essbare Schulgärten“ für mangelernährte Kinder ein. Die „Essbaren Schulgärten“ wurden bereits in zwei Schulen in einem Dorf in der Nähe von Agra – die Stadt, in dem das weltbekannte Taj Mahal steht – aufgebaut. In diesen Dörfern leben vor allem sogenannte „Dalits“-Familien. Sie gehören der untersten Kaste an und sind oftmals von Armut und Mangelernährung betroffen.

„Ich habe die essbaren Schulgärten mit entwickelt und konnte diese mehrere Male besuchen seit ich wieder in Indien bin. Ich bin tief beeindruckt, mit welchem Engagement sich die Kinder, Lehrer und Schulleiter für die Gärten einsetzen und wie die Gärten im wahrsten Sinne des Wortes Früchte und Gemüse tragen“, beschreibt Nadine Bader. Mit dem Konzept „Essbare Schulgärten“ kann der Teufelskreis der Mangelernährung durchbrochen werden. Mit der Ernte aus dem Garten wird das Schulmittagessen für die Kinder aufgewertet und sie können die Überschüsse teilweise auch mit nach Hause zu ihren Familien nehmen. Das Projekt verbindet Ernährungsbildung, Zugang zu Lebensmitteln und Praxis im Schulgarten. Außerdem folgt der Garten nachhaltiger Landwirtschaft. Es werden keine Pestizide verwendet, sondern Kompost.

Nachbargemeinden in der Region, ebenfalls mit hohem Anteil an mangelernährten Kindern, sind auf die beiden Modellgärten aufmerksam geworden und wollen die „Essbaren Schulgärten“ auch an ihren Schulen umsetzen. Dafür sind jedoch Anschubfinanzierungen von Nöten. Deshalb freut sich Nadine Bader mit ihrem Team in Neu Delhi über finanzielle Unterstützung. „Das Projekt liegt mir sehr am Herzen. Weil ich selbst sehe, welche positive Entwicklung es für die Kinder bringt.“

Mit„The Child Trust“ sei sie seit fast zwei Jahren in Verbindung und wisse daher, dass das Spendengeld zu 100 Prozent in die Projektarbeit fließe. Da Luisa Wegener nun ihren Rikscha Run nutze, um „The Child Trust“ zu unterstützen, wolle auch sie in ihrer Heimatregion auf diese wertvolle Arbeit aufmerksam machen, so Nadine Bader. „Die Spenden, die Luisa Wegener und ihr Team beim Rikscha Run sammeln, werden in voller Höhe weitergeleitet“, sagt die Hayingerin.

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