Struktur für den Alltag

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 Auch Häkeln ist eines der Betätigungs-Angebot für die Bewohner des Fachpflegeheims.
Auch Häkeln ist eines der Betätigungs-Angebot für die Bewohner des Fachpflegeheims. (Foto: Symbol:dpa/Warnecke)
Heinz Thumm

Für Menschen mit chronisch psychischen Erkrankungen bietet das Zentrum für Psychiatrie (ZfP) Pflegemöglichkeiten in Fachpflegeheimen. Seit nunmehr vier Jahren leben Menschen mitten in der Siedlung in Zwiefalten dauerhaft in gutem Miteinander. Oberstes Ziel sei die Hilfe zur Unterstützung der Selbständigkeit, heißt es vom ZfP.

Im Fachpflegeheim werden Menschen mit chronisch psychischen Erkrankungen betreut, die zum Teil schon mehrere Jahrzehnte in Zwiefalten in der Psychiatrie leben. Sie erfahren zum Beispiel bei Schizophrenie, Psychose oder Depression Hilfe zur Pflege und Wiedereingliederung. Im Neubau sind 21 Bewohner in drei Siebener-Einheiten aufgenommen. Zur Ausstattung gehören Einzelzimmer mit eigenem Bad und je Gruppe gibt es eine eigene Küche sowie Gruppen- und Aufenthaltsräume.

Als Leiter eines Wohnbereichs im ZfP erläuterte Andreas Neuburger die Anforderungen und Abläufe. Vor 16 Jahren absolvierte er einen der ersten Ausbildungsgänge in der Gesundheits- und Krankenpflege. Für die Aufgabe als Wohngruppenleiter folgte später eine zusätzliche und erweiterte Ausbildung. „Wichtigstes Ziel der Pflege ist es die Selbständigkeit zu unterstützen und zu fördern, Motivation und Struktur zu erreichen und dabei die Selbstbestimmung zu erhalten“, sagt Neuburger.

Dafür steht ein multifunktionelles Team von Mitarbeitern mit verschiedenen Schwerpunkten zur Verfügung bestehend aus Gesundheits- und Krankenpflegern, Altenpflegern, Betreuungsassistenten, Pflegehilfskräfte, einen Heimarzt, Heilerziehungspflegern, FSJ’lern, Auszubildende sowie Sozialpädagogen.

Der Tagesablauf

Unter Berücksichtigung individueller Wünsche beginnt der Tag für die Bewohner mit einem gemeinsamen Frühstück, eventuell mit Anleitung. Im Anschluss wird eine Betreuung in der Tagesförderstätte und auf den Wohngruppen geboten. Dort können die Bewohner freiwillig alltagspraktische Dinge erledigen, zum Beispiel Malen, Stricken, Häkeln, Töpfern, handwerkliche Arbeiten, aber auch Gedächtnistraining, Spiele. Aktuelle Rundbesprechungen, gemeinsam Tagesschau anschauen oder Bewegungspartien stehen auf dem Programm.

Betreuungsassistenten helfen in der Alltagsbetreuung. Sie unterstützen beim Einkaufen, in Einzelgesprächen, organisieren Ausflüge oder begleiten zu Arztterminen.

Das Mittagessen wird von der Zentralküche geliefert, die Verteilung wird selbständig organisiert, wo notwendig unter Mithilfe des Personals. Anschließend folgt eine Zeit für Mittagsruhe. In der Tagesförderstätte werden erneut Alltagsaufgaben und Beschäftigungen ausgeführt. Später wird das Abendessen eingenommen.

Zusammenarbeit wichtig

Es bestehe eine gute Zusammenarbeit mit den anderen Heimbereichen des ZfP in Bad Schussenried, in Weißenau und auf der Reichenau. Diese Zusammenarbeit wird für sehr wichtig gehalten, genauso wie die gute Zusammenarbeit mit dem Klinikbereich des ZfP Zwiefalten. Das Problem des zunehmenden Pflegenotstandes ist aber auch hier zu spüren. Einiges kann durch gute Teamarbeit in erfahrenen Gruppen aufgefangen werden, heißt es von Mitarbeitern.

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