Schule lebt wieder auf als Kunsthaus

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Ida Baumann (links) und Veronika Bobke eröffnen im alten Schulhaus in Gauingen ein Kunsthaus und laden alle Neugierigen zum Ges
Ida Baumann (links) und Veronika Bobke eröffnen im alten Schulhaus in Gauingen ein Kunsthaus und laden alle Neugierigen zum Gespräch ein. (Foto: Heinz Thumm)
Heinz Thumm

Mit den zunehmenden Aktivitäten der Gruppe „kunstbegeistert“ in Zwiefalten ergeben sich immer mehr neue Ideen und Angebote. Ida Baumann und Veronika Bobke entwickeln im alten Schulhaus in Gauingen eine gemeinsame Kunstschule und freuen sich: „Die Schule lebt wieder!“

„Die Türe ist immer offen!“ ist der erste Satz der heraussprudelt bei den beiden umtriebigen Kunstaktivisten. Sie lieben den Ort der Inspiration, haben den gleichen Geschmack, unendliche Kreativität - aber verschiedene Talente.

Als die beiden die ersten Gedanken über das alte Schulhaus austauschten, da ging es vor allem darum, Leute hierher „zum Loslassen“ zu holen und die Mitte zu finden. Hier wollten sie eine Möglichkeit zum Nachdenken schaffen, weg von der digitalen Hektik zu kommen. Es ging um Ablenken und Begleiten. „Der Schulsaal hat etwas ganz Inspirierendes an sich“, erklärt Ida Baumann und bestätigt, dass alle Besucher von der Idee und den Möglichkeiten begeistert sind.

Ida Baumann, geboren 1960, kam 1976 nach Deutschland als italienische Gastarbeitertochter. Über Plochingen, Wendlingen und Deizisau, nach Arbeiten in der Fabrik und Pflege des Opas brach die Kunst und Leidenschaft in ihr durch. Es folgte der Besuch der Kunstschule Stuttgart mit Malen, Gipsskulpturen und Steinhauerei. Seit 2000 lebt sie in Zwiefalten und seit einigen Jahren hat sie mit großer Energie und starkem Einsatz sich voll und ganz dem künstlerischen Wirken verschrieben. Veronika Bobke, Stuttgarterin, ist Kommunikationsdesignerin mit Diplom, Werbetexterin und Beraterin. Nach dreizehneinhalb Jahren Auslandsaufenthalt und Horizonterweiterung in Asien kehrte sie nach Deutschland zurück. Die „alte Heimat erlebte sie in neuem Licht“, auch im Wohnhaus in Gauingen. Hier liebt sie Bodenständigkeit, lebt in Verbindlichkeiten und schätzt Zuverlässigkeit.

Die Entwicklung des Kunsthauses im alten Schulhaus Gauingen war eigentlich mittelfristig geplant. Aus verschiedenen Gründen und mit großartiger Unterstützung ist jetzt aber alles schneller gegangen: Am Dienstag, 1. Mai, heißt es von 14 bis 17 Uhr: „Die Tür ist offen.“ Dann wird das getan, was Freude macht, zum Beispiel Wandern mit dem Skizzenblock, Begleiter können sich gerne anschließen. Ein erstes Kursprogramm ist auch aufgestellt: Ab Gründonnerstag werden Mal- und Kreativkurse für Erwachsene und Kinder angeboten. Weiter wird Kalligrafie für Kinder gelehrt, aber auch Kalligrafie und Skulpturen sind im Programm.

Wichtig sind aber die Gespräche, vielleicht die Erinnerungen ehemaliger Schüler? Eine ganze Reihe von alten Heften sind noch vorhanden und dazu gibt es bestimmt auch die passenden Geschichten! „Die Schule lebt wieder“, strahlen Ida Baumann und Veronika Bobke und freuen sich auf Besucher und Gäste im neuen (alten) „Treffpunkt für Inspirationen“.

Einen guten Beitrag lieferte Josef Schmid (83) Gauingen bei seinem zufälligen Besuch im Kunsthaus. Er erklärte: „Das, was früher war, hat nicht mehr so viel Wert. Was jetzt kommt, ist viel wichtiger!“ Ein Spruch voller Hoffnung für die neuen Nutzer des Schulhauses.

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