Schauspiel erweckt Geschichte zum Leben

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Die Kloster-Festspiele beginnen
Schwäbische Zeitung
Heinz Thumm

„Eine Geschichte, die sich so oder so ähnlich zugetragen hat“ - so beginnen die Klosterbräu-Festspiele auf dem Platz vor dem Zwiefalter Münster. Heimat und Geschichte, große Feste, Dramatik und Turbulenzen – all das bringen über 160 Darsteller lebendig im Theaterstück auf die Bühne. Ein unvergessliches Erlebnis mit vielen Hinguckern und Höhepunkten und eindrucksvollen Effekten.

Peter Baader, Geschäftsführer der Zwiefalter Klosterbräu, hat das Drehbuch geschrieben. Hans-Jörg Karrenbrock erzählt mit seiner markanten Stimme nimmt die Zuschauer mit in die einzelnen Zeitepochen. Regisseur Herbert Ott setzt die Darsteller in Szene. Eine ganze Reihe von Organisatoren hilft bei dem Mammutwerk an allen Ecken und Enden.

Allein der Spielort auf dem Platz vor dem ehrwürdigen Münster direkt neben der Zwiefalter Ach sorgt für Stimmung bei den Zuschauern. Von der Bühne aus können sie von bequemen Sitzplätzen alle Szenarien verfolgen. Viele Zwiefalter Kinder und Jugendliche bringen sich mit ein, ein lebendiger Bauernhof mit vielen Tieren sorgt für Überraschungen, sogar zwei Falken fliegen auf dem Hof umher und die Darsteller in ihren bunten und historischen Kostümen geben alles, um die Geschichte meisterhaft darzustellen.

Die rührende Geschichte des Bauernsohnes Benedikt, der zum Klosterschüler und zum Bruder Benedikt wird und später die Brautradition begründet für „den göttlichen Trunk mit berauschender Wirkung“. Bis es so weit ist, kommen viele Versuche, Rückschläge und Momente des Fortschritts. Sogar Hildegard von Bingen hilft, dass nach der Klosterchronik im Jahr 1521 aus den Gaben der Natur mit zehn goldenen Regeln geschmackvolles Bier gebraut wird.

Zur 500-Jahrfeier der Klostergründung wird 1589 ein großes Fest mit Erntedankfeierlichkeiten abgehalten mit einem prächtigen Umzug, Gauklern und Theaterleuten und einem Feuerwerk. Die anschließende Pest und Epidemie rafft viele Menschen dahin und ruft großes Entsetzen hervor.

Erst Ende des 17. Jahrhundert wird „alles wieder gut“ und die Klosterbrauerei blüht auf. Damit die Mönche beim Gebet ihre Ruhe haben und auch auswärtige Gäste Zwiefalter Bier trinken können, wird nach einem Erlass von Abt Beda-Sommerberg 1724 ein neues Brauhaus am heutigen Standort gebaut. Als 1803 die württembergischen Truppen das Kloster überfallen und berauben, wird das Schicksal des Klosters besiegelt.

Peter Baader ist in sechster Familiengeneration Inhaber der Zwiefalter Klosterbräu und führt die Tradition des Bierbrauens nach dem Vermächtnis der Benediktiner weiter. Lautstark singen die Darsteller zusammen mit dem Publikum zum Schluss das frohe Lied vom „Zwiefalter Klosterbräu“.

Bis am Montag unterhält ein vielfältiges Programm die Besucher mit Musik, Vorführungen und kulinarischen Leckerbissen. So wird in Tradition und Brauchtum ein Heimatfest gefeiert, das die Menschenscharen bewegt. Die Klosterbräu-Festspiele werden am Samstagabend, um 19 Uhr, weitere Aufführungen am Sonntag, 25. September, um 14 Uhr und um 16 Uhr. Die Karte kostet 8 Euro (Kinder bis 5 Jahre sind frei). Karten gibt es auch an der Tages- oder Abendkasse.

Mehr Fotos von den Klosterbräu-Festspielen unter www.schwaebische.de/festspielezwie. Dort gibt es auch ein Video zu der Veranstaltung.

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