Schüler gehen mit Plan ins Berufsleben

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Schüler gehen mit Plan ins Berufsleben
Schwäbische Zeitung
Anke Leuschke

Mit der ersten Ausbildungsplatzmesse in der Zwiefalter Rentalhalle startete am Donnerstag offiziell das Programm „Ausbildungsplatzgarantie“ der Münsterschule Zwiefalten. 34 Firmen und weiterführende Schulen kooperieren dabei. Ziel ist es, bereits in der Schulzeit die Weichen für eine effektive Berufswahl zu stellen, damit die Schüler optimal vorbereitet in die Ausbildung gehen. „Die gut gefüllte Halle zeugt davon, dass das Projekt ankommt“, freute sich Schulleiter Armin Masczyk. Das Programm sei ein wichtiger Schulterschluss mit der heimischen Wirtschaft und würde vor allem der heimischen Infrastruktur zugutekommen. Insgesamt 60 Ausbildungsberufe wurden an diesem Abend den Schülern und den Eltern nähergebracht, zudem gab es Raum für erste persönliche Gespräche mit den Firmen.

Das Projekt sei eine riesige Chance für alle, unterstrich Rektor Masczyk. Es sei eine wichtige Aufgabe der Schule, die jungen Menschen auf das Leben vorzubereiten. Man dürfte nicht zulassen, dass die Schüler in ein Vakuum entlassen würden. „Wenn wir alles richtig machen, wird es eine Win-Win-Situation“, betonte der Schulleiter. Und zwar für Schüler, Betriebe und die Gemeinde. Es sei wichtig, dass die Schüler im Vorfeld einen umfassenden Einblick in die Berufsfelder erhalten und für sich den optimalen Beruf finden. Aus diesem Grund ist die Arbeit des Motivationstrainers Steffen Kirchner ein fester Bestandteil des Zwiefalter Programms.

Motivationstrainer gibt Tipps

Wie Motivationstraining funktioniert, davon konnten sich die Gäste live überzeugen. Kirchner hielt im Rahmen der Messe zunächst einen Vortrag zum Thema „Der innere Champion.“ Es sei wichtig, zu wissen, wo die eigenen Stärken liegen und das, was man tut, mit Freude zu machen. „Das wir etwas spüren, wenn wir etwas erreichen“, sagte der Coach. Wie so ein Training in der Praxis funktioniert, konnten die Gäste anschließend am eigenen Leib erfahren, beispielsweise mit einer einfachen Umarmung – und das kam an. „Wir müssen an unseren Gedanken und unserer Aufmerksamkeit arbeiten“, sagte Kirchner. Die Menschen würden viel zu sehr von außen beeinflusst. Wichtig sei es deshalb, die eigenen Stärken zu entwickeln und dann die Schwächen zu managen. Und genau da setzt das Zwiefalter Programm an, wenn es darum geht, den optimalen Beruf zu finden.

In der siebten Klasse müssen sich die Schüler der Grund- und Realschule für das Programm qualifizieren. Bedingung ist ein Notendurchschnitt von mindestens 2,9. Dass diese Anforderung auch einen Motivationsschub bringt, zeige sich bereits in der Testphase ganz deutlich. „Weit über 60 Prozent der Schüler konnten sich qualifizieren“, freut sich der Rektor. Die Schüler der achten Klassen haben dann in den Bildungsakademie Tübingen und Ulm die Gelegenheit, sich ein Bild von der Berufspraxis zu machen. In der neunten Klasse erfolgen schließlich die Potenzialanalyse und die konkreten Bewerbungsaktivitäten.

Die Schüler kamen gut vorbereitet auf die Messe, ausgerüstet mit Fragebogen und gesunder Neugier. Im Schnitt sprach jeder Schüler mit drei bis vier Firmen auf der Messe, die Stände waren gut gefüllt. Die Unternehmer zeigten sich mit der Veranstaltung zufrieden: Es sei ein zukunftsweisendes und innovatives Konzept, so der einhellige Tenor. Neben den Firmen waren auch weiterführenden Schulen wie das Kolpingbildungswerk Riedlingen und das Studienkolleg Obermarchtal auf der Messe präsent. „

Es ist wichtig, dass sich die Schüler klar werden, was sie wollen“, sagt Christine Götz, Schulleiterin vom Studienkolleg Obermarchtal. Dazu leiste die Berufsorientierung einen wichtigen Beitrag. Alle zwei Jahre soll es diese Veranstaltung in Zukunft geben.

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