Narren ziehen erneut durch die Straßen

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Jana Mack

Mit Neckereien, Witzen und närrischen Grüßen hat der Fasnetssonntag in Zwiefalten stimmungsvoll begonnen. Beim Zunftmeisterempfang in der Rentalhalle empfing die Narrenzunft Rälle Vertreter der 30 Gastzünfte, die zum Narrensprung angereist waren – dem zweiten, kleineren Umzug im Jubiläumsjahr der Rälle.

Zu einem „bissle kleineren, familiären Zunftmeisterempfang“ begrüßte Zwiefaltens Zunftmeister Jochen Fundel die Gäste. Grund dafür: Zum 90-jährigen Jubiläum der Narrenzunft gab es bereits einen Umzug mit vielen großen Gastzünften. Da es jedoch seit 1992 am Fasnetssonntag in Zwiefalten einen Narrensprung gebe, sollte dies auch in diesem Jahr nicht fehlen. 30 teils kleine Gruppen und Zünfte folgten der Einladung.

„Ihr Rälle legat eich ins Zuig“, betonte auch Zwiefaltens Bürgermeister Matthias Henne. Und: „I be total stolz auf unsra Zunft, des möcht i euch saga; Rälle, Hansel, Gockel und Bär dand unsren guata Ruf nach außa traga“. Für Tradition und Engagement fand er lobende Worte, Seitenhiebe teilte jedoch auch er aus: „Au sonschd lebt ma bei uns wie en ra richtiga Stadt, ga Elmar“, meinte er in Richtung des Hayinger Elmar Herter, Brauchtumsmeister der Vereinigung Freier Oberschwäbischer Narrenzünfe (VFON).

Dessen Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Eine Mauer um Hayingen, wie sie beim Zwiefalter Zunftball vorgeschlagen wurde, finde er gar nicht so schlecht. „Brengat eure eigene Spata mit“, fügte er einer Einladung zum Spatenstich hinzu. Weitere Neckereien, auch von Seiten Fundels lockerten die Stimmung auf.

Geneckt wurde ebenfalls innerhalb der Zunft: „Er trägt zwar den Titel ‚Zunftmeister‘ aber ist doch bloß unsra Marionette“, kam es vonseiten der Zwiefalter Krättaweiber. Sie seien in allen Teilen der Zunft vertreten und würden in Wahrheit die Zunft lenken, ließen Susanne Waidmann und Maria Lehmann verlauten.

In vierter Generation dabei

Wie es sich Fundel auch von den Zuschauern erhoffte, nahm eine Gastgruppe an beiden Umzügen teil: Die Musikkapelle Zell-Bechingen sei bereits in vierter Generation beim Umzug dabei, erzählte Vorstand Franz-Michael Ott. Als Geschenk brachte er eine große Flasche des „Engele“-Biers mit, die handelsübliche Größe sei ein „Nuckelfläschle“.

Unter den Gastgeschenken fand sich neben Alkohol und sonstigen Kleinigkeiten auch Nützliches: Die Narren aus Münzdorf und Alleshausen etwa verkündeten, stattdessen für gute Zwecke zu spenden. Die Reden der Gäste enthielten Glückwünsche, Witze und auch Dankesworte. Besonders auffällig war die Rede der Tettnanger Gräflichen Narrenschaft, die dem 16. Jahrhundert angepasst war.

Bevor es für die Narren beim Umzug dann „einmal um die Klostermauer rum“ ging, stärkte man sich gemeinsam und heizte die Stimmung bei Schunkel- und Singrunden an.

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