Keime nachgewiesen: Zwiefalter Trinkwasser wird gechlort

 Dem Trinkwasser in Zwiefalten wird Chlor zugegeben.
Dem Trinkwasser in Zwiefalten wird Chlor zugegeben. (Foto: dpa/Oliver Berg)
Redakteur

Das Trinkwasser in der Gemeinde Zwiefalten wird seit Freitag gechlort. Dies ist für das Wasser im Kernort Zwiefalten und den Teilorten Sonderbuch, Baach mit Attenhöfen und Gossenzugen der Fall. Bei einer Kontrolle seien coliforme Keime festgestellt worden, teilt die Gemeinde mit. Nicht betroffen sind die Ortsteile Gaingen, Nersingen, Hochberg und Upflamör.

Routinemäßig wird in der Gemeinde jedes Quartal das Trinkwasser untersucht, berichtet Kämmerer Thomas Rechsteiner, in dessen Zuständigkeit die Wasserversorgung fällt. Die Kontrollintervalle sind abhängig von der Abnahmemenge.

Nachbeprobung bestätigt die Auffälligkeit

Bei der Untersuchung am Dienstag seien coliforme Keime festgestellt werden: „Da liegt der Grenzwert bei Null.“ Bei einer Nachbeprobung am Freitagvormittag bestätigte sich die Auffälligkeit, worauf zur Desinfektion die Chlorierung des Trinkwassers angeordnet wurde.

Die coliformen Keime gelten als Hinweise für eine ungesunde Verunreinigung unter anderem durch Fäkalien. In Zwiefalten sei glücklicherweise die harmlosere Variante und nicht der gefährlichere Escheria-Keim festgestellt worden.

Die Gemeinde Zwiefalten bezieht das Wasser von der Versorgungsgruppe Alb Sieben. Betroffen sei jedoch keine andere Gemeinde, betont Rechtsteiner: „Im Behälter von Alb Sieben war nichts.“ Die Verunreinigung müsse nach dem Zwiefalter Übergabepunkt ins Wasser gelangt sein.

Das Mittel der Wahl zur Desinfektion des Trinkwassers ist die Zugabe von Chlor. Dadurch können leichte Geruchs- oder Geschmacksveränderungen des Wassers auftreten, teilt die Gemeinde mit.

Nicht zur Zubereitung von Säuglingsnahrung verwenden

Die Chlorzugabe selbst sei unschädlich, das Trinkwasser sollte jedoch nicht zur Zubereitung von Säuglingsnahrung verwendet werden. Die Gemeinde weist zudem darauf hin, dass mit Chlor desinfiziertes Wasser für Aquarien ungeeignet ist.

Wie lange die Chlorung anhält, steht noch nicht fest. „Die Chlorzugabe erfolgt bis auf weiteres“, so die Gemeinde. Laut Rechtsteiner ist es abhängig von den weiteren Unbersuchungen.

Nach einer Woche werde zunächst abgewartet, bis das Chlor abgebaut ist. Wenn danach keine Auffälligkeiten festgestellt werden, kann auf die Chlorung eingestellt werden. 

Wir unterliegen auch der behördlichen Kontrolle, da gelten die selben Bedingungen.

Stefan Aschenbrenner

Die Zwiefalter Brauerei bezieht ihr Wasser nicht von der Gemeinde und ist daher von dem Vorfall nicht betroffen. „Wir sind zu 100 Prozent Eigenversorger“, bestätigt Braumeister Stefan Aschenbrenner.

Für die Bierproduktion wird Wasser bester Güte benötigt, das die Brauerei aus zwei Brunnen auf eigenem Gelände gewinnt. Auch das wird regelmäßig untersucht: „Wir unterliegen auch der behördlichen Kontrolle, da gelten die selben Bedingungen.“

Neben jährlichen Routineuntersuchungen beprobt die Brauerei im Rahmen der Eigenkontrollverordnung ihr Wasser wöchentlich. „Das ist noch nie etwas gewesen“, versichert der Braumeister. Falls doch mal eine Auffälligkeit festgestellt werde, greife ein Notfallplan. Dann greife die Brauerei auf die öffentliche Wasserversorgung zurück.

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