Markus Winkelhock fuhr den Audi R8 LMS GT3 auf der Rennstrecke in Oschersleben.
Markus Winkelhock fuhr den Audi R8 LMS GT3 auf der Rennstrecke in Oschersleben. (Foto: Schaeffler Paravan)
Schwäbische Zeitung

Nicht nur ein Hingucker bei jedem Rennen – unter der Haube des Audi R8 LMS GT 3 der Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG steckt weit mehr als nur ein klassischer Rennwagen. Das Steer-by-wire-Fahrzeug, das ganz ohne mechanische Verbindung zwischen Lenkeinheit und Lenkgetriebe auskommt, wurde bei seinem dritten Renneinsatz im Rahmen des DMV GTC in der Motorsportarena Oschersleben von Rennfahrer Markus Winkelhock pilotiert. Das vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) zugelassene Steer-by-wire Fahrzeug konnte vom letzten Startplatz aus bei jedem der drei Wertungsläufe in das Spitzenfeld vorfahren. Beim Dunlop 60 könnte Winkelhock bei auf Platz drei vorfahren, bei den drei DMV GTC wäre er auf Platz 4 gelandet.

Der besondere Rennbolide fährt im Moment Test- und Demonstrationsfahrten außerhalb der Wertung. Sei Debüt hatte er Mitte Juni beim Schaeffler Paravan Race Weekend auf dem Nürburgring. Das Fahrzeug ist ein wichtiger Technologie- und Testträger für das Unternehmen, um das Lenk- und Fahrsystem Space Drive – eine wichtige Schlüsseltechnologie für das autonome fahren in Level vier und fünf – weiter zu entwickeln und zur Serienreife zu bringen.

„Zum Testtag am Donnerstag könnten wir wichtige Erkenntnisse zur Optimierung des Systems herausarbeiten, die wir in den drei Wertungsläufen beim DMV GTC erfolgreich auf die Rennstrecke gebracht haben“, freut sich Roland Arnold, CEO der Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG und Gründer der Paravan GmbH. „90 bis 95 Prozent des Potenzials auszuschöpfen, war relativ einfach für eine Technologie, die bereits 17 Jahre in der Behindertenmobilität und verschiedensten Industrieprojekten zum Einsatz kommt. Doch die letzten fünf bis zehn Prozent sind die entscheidenden für den Erfolg des Projekts und daran arbeiten wir mit Hochdruck. Die Extrembedingungen des Rennsports sind für uns enorm wichtig, um wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Systems in Serienreife zu erhalten. Hier finden wir ein optimales Testfeld vor.“

„Das war definitiv ein Riesenschritt nach vorn. Wir konnten durchaus mit der Spitze des Feldes mithalten“, berichtet Markus Winkelhock nach dem Rennen. „Auch im Regen beim Qualifying hat das Auto eine bessere Performance abgeliefert, als erwartet.“

„Solche Entwicklungen wie das Steer-by-Wire des Schaeffler Paravan Testträgers sind das Salz in der Suppe für den Rennsport“, unterstreicht Ralph Monschauer, Veranstalter der DMV GTC-Rennserie. „Die Rennzulassung vom DMSB für den Audi R8 LMS GT3 war ein Meilenstein für die weitere Entwicklung der Technologie sowie ein hoher Attraktivitätsgewinn für unsere Serie. Diese Aktivitäten bergen ein hohes Innovations- und Zukunftspotenzial.“

Über den Sommer stehen jetzt erst einmal weitere Entwicklungsschritte auf dem Programm. Seinen nächsten Einsatz wird der Audi R8 LMS GT3 beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring am 18. und 19. Oktober haben.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen