Historienspiel hält Geschichte lebendig

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Heinz Thumm

Was für ein Auflauf in Zwiefalten und was für eine Begeisterung bei den Aufführungen der Zwiefalter Festspiele vor dem Münster. Insgesamt 2000 Plätze reichten nicht aus, so dass am Sonntag zum Abschluss noch viele Notsitze eingerichtet werden mussten. Das Spiel wollte kein Ende nehmen und so badeten unzählige Schauspieler noch eine Stunde nach dem Ende der Veranstaltung mit unbändigem Spaß in der Zwiefalter Ach, um sich abzukühlen.

Die Sonne strahlte über Zwiefalten als am Sonntagnachmittag die Zuschauer zur vierten Aufführung einliefen. Die Plätze waren überfüllt, die Stimmung grandios und die 150 Laiendarsteller voll Energie, um die in diesem Jahr letzte Aufführung perfekt zu bewältigen. Als Sprecher Hansjörg Karrenbrock die Geschichte über das einstige Leben im Kloster Zwiefalten und die Kunst des Bierbrauens eröffnete, lag eine unwahrscheinliche Spannung auf dem historischen Gelände.

In rascher Folge wechselten die bunten Szenen und die Höhepunkte folgten aufeinander. Durch die Präsentationen der verschiedensten Gruppen lebte die große Bühne auf dem Münsterplatz an allen Ecken und bot tolle Einblicke in das klösterliche Leben. Ob die ehrwürdigen Mönche oder die Klosterschüle, die lustigen Bauernkinder oder die feinen Mädchen, die Waschfrauen oder die Männer vom Stammtisch – alle nahmen ihre Aufgaben ernst und waren begeistert dabei.

Ein herzliches Dankeschön brachte Geschäftsführer Peter Baader aus für alle Aktiven, Helfer und Förderer zum erfolgreichen Zusammenspiel. In besonderem Maß wurde der Sprecher Hansjörg Karrenbrock, Mitarbeiterin Anita Bendel und Regisseur Herbert Ott gelobt. Beifall erhielt auch das Team für Ton und Technik, die alles gaben und zum Erfolg beitrugen. Dankbarkeit wurde auch deutlich für vier Aufführungen bei besten Witterungsbedingungen.

Nach den ersten Wasserspritzern aus der Zwiefalter Ach explodierte die Freude: Als einer der Ersten wurde Zwiefaltens Bürgermeister Matthias Henne von seinen Sigmaringendorfer Freunden ins Wasser geworfen. Er nahm den Spaß an und sorgte selbst kräftig dafür, dass noch weitere hundert Schauspieler und Helfer nass wurden.

Peter Baader zeigte sich beim Abschlussgespräch überwältigt von der Leidenschaft der Mitwirkenden und beeindruckt vom Miteinander der Laiendarsteller. „Die Zwiefalter Festspiele sind ein echtes Zwiefalter Baby, hervorragend organisiert und wunderbar präsentiert“, sagte er. Beim Essen im Dekanatsgarten genossen die Darsteller gemeinsam ihren Erfolg. An allen Tagen hatte die Küche des Zentrums für Psychiatrie Zwiefalten die Versorgung der Aktiven übernommen und damit die Mannschaft kräftig unterstützt. Auch dafür hatte Peter Baader ein Dankeschön übrig. „Auf ein Neues in zwei Jahren“, hieß es zum Schluss, denn das nächste Spektakel steht an, wenn im Jahr 2021 das 500-jährige Jubiläum ansteht.

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