Friedhofskapelle: Sanierung läuft nach Plan

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Vorbereitende Arbeiten zur Dachdeckung sind angelaufen, die Dachdeckung wird in dieser Woche Schwerpunkt der Arbeiten an der Fr
Vorbereitende Arbeiten zur Dachdeckung sind angelaufen, die Dachdeckung wird in dieser Woche Schwerpunkt der Arbeiten an der Friedhofskapelle sein. (Foto: Heinz Thumm)
Heinz Thumm

Nach langen Vorarbeiten laufen die Sanierungsarbeiten am „vermutlich ältesten Gebäude Zwiefaltens“ planmäßig. Die Friedhofskapelle aus dem 12. Jahrhundert hat eine ortsbildprägende Bedeutung. Im Vorfeld haben die Arbeiter die Fundamente frei- und trockengelegt. In mehreren Etappen wurde dann die Fassade saniert und Maßnahmen zur Erhaltung des Dachs ergriffen. In Kürze folgt die Sanierung im Innenbereich.

Architektin Monika Veser vom Architekturbüro in Munderkingen erläuterte den Stand und die Entwicklung der Arbeiten. Erst vor kurzem sei der Putz der Kapelle abgespritzt worden, dabei habe sich sehr viel Material gelöst. Inzwischen wurden die Flaschnerarbeiten erledigt und alle Anschlüsse eingebaut.

Wie sehr oft bei alten Gebäuden erfordert die fachgerechte Sanierung viel Handarbeit, um die Rundungen, Setzungen und Instabilitäten auszugleichen. Ein besonders krasser Fall ist dabei der Westgiebel. Dieser Fachwerkgiebel aus Eichenholz ist zwar stabil, hat sich aber im Lauf der Zeit um 60 Zentimeter nach innen geneigt. Er musste komplett eingespeist und entsprechend gesichert werden. Das auf dem Giebel sitzende Türmchen musste umfangreich ausgebessert und neu befestigt werden.

Nach Abschluss der Dachsanierung erklärte Zimmerer und Restaurator Thomas Miller die durchgeführten Arbeiten bei der Dachsanierung. Bei ihrer Freilegung habe sich schon gezeigt, dass die Sparren aus unterschiedlichen Holzarten – Fichte, Tanne, einzelne Eichen, eine Birke – errichtet wurden. Die Sparren mussten frisch „aufgekeilt“ und im einzelnen „aufgeschuht“ werden (Prothesen einsetzen). Eine ganze Reihe von Firstpunkten mussten erneuert werden. Die gesamte Traufschalung war von Braunfäule befallen und musste ersetzt werden.

Mehr Stabilität

Bisher war kein Bühnenboden vorhanden. Um die Stabilität zu gewährleisten, wurde jetzt ein Holzboden mit 30 Millimeter starken Brettern eingebaut. Auch der gesamte Chor wurde mit saniert und hergerichtet. Die ausgeführten Arbeiten geben dem Dach insgesamt guten Halt und Stabilität.

Anfang dieser Woche begannen die Vorbereitungen zum neuen Eindecken des Dachs. Verwendet werden dafür Segmentbiberschwänze, die in Doppeldeckung aufgelegt werden. An den Giebeln werden die Ziegel jeweils „eingespeist „und an den Schrägen entsprechend zugeschnitten. Vier Arbeiter führen die weiteren Dackdeckerarbeiten aus, was noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Die Inneneinrichtung der Kapelle wurde komplett ausgebaut. Dabei zeigten sich schwere Fäuleschäden an den Bänken, die eine aufwendige Sanierung erforderlich macht. Die Wände wurden gesäubert und alle losen Stellen entfernt. Beim Freimachen der Wände zeigte sich, dass in früheren Zeiten ein jeweils etwa 1,5 Meter hoher bituminöser Anstrich vorgenommen wurde. Dadurch sind in diesen Bereichen und darüber hinaus Feuchtigkeitsschäden an den Wänden vorhanden. Jetzt müssen die Fugen der Steine freigemacht und wieder bearbeitet werden.

Alle Bilder und Figuren wurden schon vor Monaten entnommen, um sie zu restaurieren. Nach Fertigstellung der Sanierungsmaßnahmen im Innenbereich wird in einem separaten Abschnitt dann noch der Altar überarbeitet. Durch zusätzlich notwendige, nicht vorhersehbare Arbeiten muss jedoch der Zeitplan verändert werden, der vorgesehene Kostenrahmen wird aber voraussichtlich noch eingehalten. Die Beteiligten rechnen damit, dass sie auf jeden Fall noch vor Weihnachten die Sanierungsarbeiten abschließen können und die Kapelle wiedereröffnet werden kann.

Auch Bürgermeister Matthias Henne freut sich über die erkennbar gute Qualität der Sanierungsarbeiten. Vorsorglich beauftragte er die Architektin Monika Veser mit der Ausarbeitung eines Kostenvoranschlags für einen weiteren Sanierungsabschnitt: Leichenhalle und WC-Anlage. Henne möchte, wenn irgend möglich, diese notwendigen Arbeiten baldmöglichst nach Abschluss der Sanierung der Friedhofshalle in Angriff nehmen.

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