Feierliche Weihe des Wimsener Kreuzes

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Heinz Thumm

Lange Zeit trug sich Baronin Nicoletta von Saint-André mit dem Gedanken, im Areal des Schloss Ehrenfels Saint-André Stiftung ein Zeichen zu setzen. Ein Kreuz als Erinnerung an die Religionsfreiheit, die ihr Vorfahre Philipp Christian Friedrich Graf von Normann-Ehrenfels als Staatsminister im Königreich Württemberg verordnet hat. Es blieb nicht bei dem Gedanken: Am Freitag ist das Kreuz offiziell geweiht worden.

Philipp Christian Friedrich Graf von Normann-Ehrenfels (1756 - 1817) hatte als Staatsminister des Königreichs Württemberg verordnet, dass zum ersten Mal in Neuwürttemberg die Bürger nach der Eingliederung die völlige Religionsfreiheit erhielten. Das Zusammenleben der Bürger aus Württemberg, Teilen Vorderösterreichs und früherer Klostergebiete wurde damit wesentlich erleichtert.

Ein Standort für das „Wimsener Kreuz“ wurde schnell gefunden. Seit vielen Jahren wird von Pfarrer Roland Albeck und der evangelischen Kirche Zwiefalten ein Gottesdienst im Grünen gefeiert. Und dies an historischer Stätte – eingebettet zwischen Felsen, der Zwiefalter Ach und gesäumt von grünen Wiesen und Wäldern. Auf einem mächtigen Felsblock, direkt oberhalb des historischen Gasthofs Friedrichshöhle steht jetzt ein massives vier Meter hohes Kreuz aus Eichenholz.

Der Stiftungsrat der „Schloss Ehrenfels Saint-André Stiftung“ hatte zur Segnung des Wimsener Kreuzes eingeladen. Nach der Begrüßung der weit über 100 Besucher durch Baronin Nicoletta von Saint-André freute sich auch Bürgermeister Matthias Henne vom Nachbarort Zwiefalten in Erinnerung an das ehemalige Kloster Zwiefalten über dieses neue Kreuz. Die Jagdhornbläsergruppe „Sau tot“ Gammertingen, vor wenigen Wochen zum 14. Mal als Baden-Württembergischer Meister gekürt, spielte von der Brücke aus das Signal „Begrüßung“.

Weihbischof Thomas Maria Renz, ein Freund der Familie Saint-André, sprach zum 14. September, dem Fest der Kreuzerhöhung und verwies auf das Kreuz als Zeichen des christlichen Glaubens. In einer kurzen Lesung verwies er auf die Worte: „Im Kreuz ist Lesung, im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben und im Kreuz ist Vergebung!“

Der Waldarbeiterchor Zwiefalte Alb und die Bläsergruppe trugen daraufhin einen Chorsatz aus der Hubertusmesse vor. Mächtig schallte es in dem engen Tal im Wechsel wieder und wieder: „Machtvoll, o Herrgott, ist deine Welt“ – „Wunderbar, Herrgott, ist deine Welt!“.

Während der Weihbischof sich auf den Weg machte, um das Kreuz zu segnen, spielten die Jagdhornbläser einige flotte Melodien auf. Auf dem Felsen am Kreuz bat Weihbischof Thomas Maria Renz um den Segen Gottes und weihte das Wimsener Kreuz feierlich.

Die fleißigen Helfer und Handwerker, die das Kreuz ausgearbeitet und aufgestellt hatten, erhielten von Baronin Saint-André ein herzliches Dankeschön und ein Geschenk unter dem Beifall der Besucher.

Nach den Fürbitten, dem gemeinsamen „Vater unser“ und dem Segen erklang dann mit vielfältigen Stimmen ein kräftiges „Großer Gott, wir loben Dich!“ durch das Tal. Es folgte ein gemeinsamer Umtrunk und mit strahlenden Gesichtern und bei vielen anhaltenden Gesprächen schauten die Menschen hinauf zu dem neuen Wimsener Kreuz auf dem Felsen.

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