Farbenfroher, gigantischer Auftritt und unüberhörbar

Lesedauer: 6 Min
Trommelrhythmen sorgten für Schwung.
Trommelrhythmen sorgten für Schwung. (Foto: Kolpingsfamilie Zwiefalten)
Schwäbische Zeitung

Das Jubiläumsjahr der Kolpingsfamilie neigt sich langsam dem Ende zu und der Fanfarenzug hat es nun mit einem Jubiläumskonzert in der Rentalhalle ausklingen lassen. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Fanfarenzug and friends“, das bereits verriet, dass mit Musikern aus verschiedenen Gruppen ein spannendes Jubiläumskonzert zusammengestellt wurde.

Einen voll besetzten Konzertsaal fand Andreas Burgmaier bei seiner Eröffnung des Konzerts vor. Das Jubiläumskonzert sollte nun einem guten Zweck dienen. Die Leitung des Zugs möchte aus Dankbarkeit über die vielfältige Unterstützung beim Jubiläum wiederum selbst etwas an Hilfsbedürftige weitergeben und spendet den Erlös an den Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen.

Zur Überraschung der Besucher marschierten die mehr als 50 Fanfarenzugspieler nicht einfach durch die Reihen ein, sondern es erhob sich quasi der Vorhang in Form der Hallenzwischenwand und die Truppe präsentierte sich verteilt über die komplette Hallenbreite. Auf der Bühne angekommen, übernahm Dirigent Marcel Ott den Stab. Er hatte ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Die Musikstücke reichten von Kirchenmusik über Konzertstücke hin zu Samba und Rock. Als „friends“ wirkten mit: Organistin Christine Wiker aus Emeringen, die Dudelsackgruppe „1st Revolution Pipes & Drums“ aus Bad Saulgau, Musikkapelle Zwiefalten, Gruppe Afro Beats (Djembengruppe der Kolpingsfamilie Zwiefalten), E-Gitarrist Benedikt Ott und die Guggengruppen Krawallos, Ypsies und Sauhaufen; durchs Programm führte Dirk Häringer.

Die Erkennungsmelodie der Eurovision, eine Einrichtung der Union der Europäischen Rundfunkorganisation, ist aus dem Hauptthema des Te Deum von Marc-Antoine Charpentier. Für das Jubiläumskonzert wurde die Melodie zu Eröffnung des Konzerts einstudiert. Marcel Ott und Thomas Gehweiler hatten das Stück für den Fanfarenzug Zwiefalten arrangiert. Der Melo Festa wurde zum 30. Jubiläum des Kolping Fanfarenzugs für das damalige Konzert unter der Leitung von Martin Schmid einstudiert. Seit damals wird es vom Fanfarenzug vorrangig bei Konzerten und Wertungsspielen gespielt, unter anderem 2012 in Spay bei Koblenz, bei dem die Zwiefalter unter Fanfarenzügen aus ganz Deutschland den fünften Platz belegten.

Vom Konzertanten leiteten die Zwiefalter Musiker dann zur Kirchenmusik über. Der Zwiefalter Choral wird hauptsächlich an Hochzeiten gespielt und wurde von der Zwiefalterin Nicola Hartmann, die leider sehr früh verstarb, für den Fanfarenzug und Orgel komponiert. Mit Organistin Christine Wiker am E-Piano stellte das Stück die erste musikalische Kooperation am Konzertabend dar. Nach dem romantischen „The Rose“ stand mit „Highland Cathedral“ die zweite Kooperation an, zusammen mit der Dudelsack-Gruppe „1st Revolution Pipes & Drums“. Die Saulgauer Musiker sind in Zwiefalten durch ihre Auftritte bei den Highland Games bestens bekannt.

Weiter ging es mit dem „Triumphmarsch“ aus Giuseppe Verdis Oper „Aida“. Bei „Sierra Madre del sur“, von Alexander Ott und Thomas Gehweiler für die beiden Vereine arrangiert, standen 100 Musiker auf der Bühne. Das Stück „Nizza“, Ingo Weber arrangiert, hat der Fanfarenzug 2013 zum 40-jährigen Bestehen der deutsch-französischen Partnerschaft zur Partnergemeinde La Tessoualle einstudiert. „Samba Nizza“ wiederum ist ein Medley zweier alten Fanfarenstücke aus dem Repertoire des Fanfarenzugs. Mit Bongos und Jam Blocks erhielt das Fanfarenstück seinen nötigen Samba und brasilianische Lockerheit. Afrikanische Rhythmen erklangen zuvor bei „The Lion sleeps tonight“: Mit einigen Trommlern der Afro Beats der Kolpingsfamilie und den Trommlern des Fanfarenzugs wurden die Schlag-Rhythmen des Stücks auf Djembén gespielt. Rockig wurde es dann mit „I love Rock’n Roll“. Arrangiert wurde das Stück von Thomas Gehweiler und zusammen mit seinem Bruder Dieter Gehweiler wurde Benedikt Ott für diesen Auftritt vorbereitet. Der „Rock around the clock“ wurde nach einem Trommelvorspiel dargeboten. „Party Rock Anthem“ war ein gelungenes Zusammenspiel der Zwiefalter Guggengruppen Krawallos, Ypsis und Sauhaufen als Guggenkombo zusammen mit dem Fanfarenzug. Für den Gemeinschaftsauftritt musste das Stück neu arrangiert werden. Federführend wurde dies von Tobias Aierstock und Viktor Schill übernommen, für Schlagwerkpart war Andreas Herre zuständig.

Ein gelungener Abend, ein gelungenes Jubiläumsjahr; der Kolping -Fanfarenzug hat nun ein paar „friends“ mehr .

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen