„Ein Aushängeschild für Zwiefalten“

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Direktvermarkter und Gastronomen bewerben zusammen mit Bürgermeister Matthias Henne den Zwiefalter Vespermarkt, der am Samstag,
Direktvermarkter und Gastronomen bewerben zusammen mit Bürgermeister Matthias Henne den Zwiefalter Vespermarkt, der am Samstag, 11. August, von 16 bis 22 Uhr vor dem Rathaus stattfindet. (Foto: Waltraud Wolf)
Waltraud Wolf

Erzeuger und Gastronomen laden am 11. August von 16 bis 22 Uhr wieder zum Vespermarkt vor das Zwiefalter Rathaus und setzen damit eine Erfolgsgeschichte fort, an deren Beginn die Überlegung stand, wie Direktvermarkter der Zwiefalter Alb sich und ihre Erzeugnisse einem breiten Publikum präsentieren können. Pia Münch als eine von ihnen erinnerte bei einem Pressetermin daran.

„Nach dem Schaffen sollte es sein“, wusste sie aus ersten Gesprächen. Und was schmeckt dem Schwaben zu dieser Stunde? „Ein gescheites Vesper“. Also kristallisierte sich der Nachmittagstermin an einem Samstag heraus. Und wo werden Waren präsentiert? Auf einem Markt, was lag da näher, als Standort den „tollen Marktplatz“ vor dem Zwiefalter Rathaus auszuwählen. Dass es die „mit Herz“ selber produzierten Waren sind – „hinter denen wir stehen“ -, die verkauft werden sollen, war ebenso klar, wie die Beschränkung auf „regional“, was sie sehr ernst nähmen. Doch was ist regional, fragten sich die Ideengeber und waren sich schnell einig, sich auf Teilnehmer aus der Raumschaft Zwiefalten, Hayingen und Pfronstetten zu beschränken. Der späteren Anfragen wegen beschloss man, nach genauer Prüfung wenige ausgewählte Direktvermarkter von außen mit dazu zu nehmen. In diesem Jahr ist es Simon Igel aus Dürmentingen mit frisch gepresstem Leinöl und Dekorativem aus Lein. Er ergänzt das seit Jahren bewährte Angebot. Zu ihm gehören Hausmacher Wurstspezialitäten und gebratene Bauernbratwürste der Familie Münch aus Hochberg und Milchprodukte der Hofkäserei Altschulzenhof, selbstgezogene Pilze der Familie Geiselhart aus Ehestetten sowie Most und Mostschorle sowie Brände und Liköre der Familie Engst aus Indelhausen. Matthias Scholz offeriert hausgemachte Fischspezialitäten, zum gleich essen oder mit nach Hause nehmen. Mit Nudeln, Anisschnitten, Backerbsen, Eierlikör und Marmelade kann man sich am Stand der Firma Bendel aus Sonderbuch eindecken, die auch Bio-Eier anbietet, wie der Biohof Gorzelany aus Kochstetten, dessen Hauptaugenmerk an diesem Tag aber auf dem Gemüse liegt, produziert nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus. Der Loretto-Hof bietet aus kontrollierter ökologischer Erzeugung verschiedene Ziegenkäse an, sowie aus dem eigenen Holzbackofen Brote, Hefezöpfe und Salzkuchen. Mit Imkerei-Produkten versüßt die Familie Fischer aus Geisingen den Besuchern den Marktbesuch. Für den süßen Zahn sind auch die Rosenküchlein am Stand der Familie Traub des Sankt Josefgutes aus Mörsingen, die Amaranth in vielerlei Variationen im Angebot hat. Die Pfronstetter Schäferei Fauser lockt mit Produkten „rund ums Schaf“, dazu gehört selbstverständlich auch eine Lammwurst.

Aus der Erkenntnis heraus, dass zur Attraktivität eines Vespermarktes auch eine gute Verköstigung gehört, wurden Gastronomen mit ins Boot genommen, die dazu auch gerne bereit waren. Und sie haben beim Pressetermin sogar schon verraten, womit sie den Gaumen der Besucher kitzeln wollen. Die Familie Ege-Jäggle des „Felsens“ aus Baach will mit einem Wildedel-Ragout und einem Holunder-Parfait verwöhnen und denkt mit „Kinderspätzle“ an den Nachwuchs. Kräuterflädle und Maultaschen sowie Alb-Spaghetti mit Sauce Bolognese hat die Familie Huber vom Klosterbräu auf dem Speisezettel und Daniel Tress von der Friedrichshöhle schöpft als regionale Leckerei Alblinsen mit Spätzle auf die Teller. Die Zwiefalter Klosterbrauerei ist ebenfalls mit von der Partie und schenkt frische Biere und Erfrischungsgetränke aus.

Obwohl der Markt aus allen Nähten platzt und immer wieder drangvolle Enge herrscht, hätten die Direktvermarkter beschlossen, ihn nicht auszuweiten, informierte Pia Münch, die sich zudem über das begleitende kulturelle Angebot freut: die Öffnung des Psychiatriemuseums und des Petertormuseums, die beide von 16 bis 19 Uhr bei freiem Eintritt besucht werden können, eine Biber- und Amphibienführung, die um 16.30 Uhr startet und eine Führung „Auf den Spuren der Zwiefalter Mönche“ ab 17.30 Uhr. Zwei Musiker sorgen an verschiedenen Standorten für unaufdringliche musikalische Begleitung und ein Zauberer und Luftballonkünstler will – wenn auch nicht nur – die Kinder beglücken.

Kein Wunder bei diesem Angebot und Programm, dass Bürgermeister Matthias Henne von einem besonderen „Highlight“ sprach, das man bewusst in die Ferien gelegt habe, um auch Touristen und Gäste von auswärts zu gewinnen. Er nannte den Vespermarkt, der „nicht nur ein kulinarischer Geheimtipp“ sei, ein „Aushängeschild“ für die Gemeinde Zwiefalten. Da die Teilnehmer mit ihren regionalen Produkten auch Eigenwerbung betreiben könnten, sei es eine „Win-Win-Situation“.

Sein „herzliches Willkommen“ galt für die Gemeinde Zwiefalten, zu der sich als Veranstalter der Verein zur Förderung von Tourismus und Gewerbe hinzu gesellt. „Probieren, einkaufen, hocken bleiben“, das sollen sich die Gäste am 11. August beim Zwiefalter Vespermarkt zur Maxime machen. Die Veranstalter sind gerüstet.

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