„Die beste Zeit meines Lebens“: Die Tanzband XÄV nimmt Abschied

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 Die Tanzband XÄV tritt noch dreimal im November auf, danach ist Schluss. Von links: Peter Baumeister, Anton Merkle, Willy Münch
Die Tanzband XÄV tritt noch dreimal im November auf, danach ist Schluss. Von links: Peter Baumeister, Anton Merkle, Willy Münch, Manfred Birth und Xaver Tress. (Foto: Thomas Warnack)
Maria Bloching

In der Region ist der Name XÄV Programm. Nun haben die fünf Mitglieder der beliebten Tanzband ihren Rückzug von der Bühne bekannt gegeben.

Überall dort, wo XÄV in den vergangenen 15 Jahren auftrat, kam die Band beim Publikum an. „Mit unserer guten Musikauswahl haben wir den Geschmack der Leute getroffen“, sind sie überzeugt. Allen voran Xaver Tress aus Münsingen – kurz Xäv, dessen Bekanntheit aus seiner musikalischen Zeit bei den „Tennessie Boys“ und bei „Black Sunday“ die Bezeichnung der im Jahr 2004 neu gegründeten Band vorgab.

Die ganzen Jahre sind wir ohne Technik und Firlefanz ausgekommen. 

Anton Merkle

Gemeinsam mit Peter Baumeister aus Riedlingen, Willy Münch aus Zwiefalten, Manfred Birth aus Mengen und Anton Merkle aus Ertingen erlebte er aus musikalischer Sicht „die beste Zeit meines Lebens“. Allesamt standen sie schon zwischen 1973 und 1994 mit der Band Black Sunday zusammen auf der Bühne, nach deren Auflösung musizierten sie als Six and One einige Jahre weiter.

Die letzten XÄV-Jahre bezeichnen sie als die erfolgreichsten. Dabei blieben sie sich selbst, ihrer Musikrichtung mit legendären Rock-, Pop- und Schlagersongs sowie ihrer handgemachten Musik immer treu.

Immer live gespielt

„Die ganzen Jahre sind wir ohne Technik und Firlefanz ausgekommen. Wir haben immer live gespielt, unser guter Gesang war wohl so etwas wie unser Markenzeichen“, sagt Anton Merkle, der alle Auftritte der Band organisiert hat. Olide-Nights, Stadtfeste, Firmen-Events, Hallenkonzerte und vieles mehr – dort, wo die mittlerweile alle zwischen 60 und 70 Jahre alten Musiker auftraten, kam Stimmung auf.

Dies wohl vor allem deshalb, weil sie jene Musik spielten, die ihnen selbst gefiel, weil sie untereinander bestens harmonierten und weil sie authentisch waren. XÄV brauchte niemandem mehr etwas beweisen: „Wir waren immer ein eingeschworenes Team und uns einig, was Stilrichtung und Musikgeschmack angeht“.

Sie kennen sich schon ein Leben lang, jeder von ihnen bringt es zwischenzeitlich auf eine rund 50-jährige Bühnenerfahrung. Gemeinsame Proben waren deshalb auch nur noch kurz vor den rund zehn Auftritten pro Jahr nötig.

„Manchmal haben wir uns selber gewundert, wie gut ein Abend gelaufen ist“, lacht Peter Baumeister. Nicht nur ihm fällt der Abschied schwer – die Wehmut ist bei allen Bandmitgliedern groß.

Und doch: „Der Zeitpunkt ist gut. Schließlich soll man aufhören, wenn es am Schönsten ist“, sagt Xaver Tress. Denn so schön die Auftritte auch immer sind, so anstrengend sind sie auch. Vor dem rund sechsstündigen Auftritt muss die Musikanlage aufgebaut werden, mitten in der Nacht geht es an den Abbau. „Gott sei Dank konnten wir immer auf unseren Techniker Sigi Tress zählen“, sagen sie.

Alter macht sich bemerkbar

Trotzdem ist es mit fast 70 Jahren nicht mehr ganz so einfach, stundenlang auf der Bühne zu stehen und Stimmung zu machen. Schließlich haben sie stets einen hohen Anspruch an sich selbst, wollen ihr Publikum begeistern, weshalb sie sich bereits während des Auftritts Gedanken machen, was am besten ankommt und prompt darauf reagieren.

„Wir brauchen nach jedem Auftritt ein paar Tage zur Erholung“, räumen die Musiker ein. Je älter sie werden, desto länger dauert die Regenerationszeit. XÄV verfügt über ein riesiges Musikrepertoire und legt nach wie vor großen Wert auf ein ausgewogenes Bühnenprogramm. Dreimal treten sie noch im November auf, dann soll endgültig Schluss sein.

Aber bis der letzte Akkord erklingt, schlägt ihr Herz noch für solide Live-Musik, für bekannte Hits aus allen Sparten, für eine tolle Stimmung, einen perfekten Sound und eine super Atmosphäre. Die Abschiedstour beginnt am Samstag, 9. November in der Sternberghalle Gomadingen, setzt sich am Samstag, 16. November in der Festhalle Andelfingen fort und endet schließlich am Samstag, 23. November mit der Oldie-Night in der Festhalle Kirchen. „Wir hoffen, dass viele Leute kommen und wir uns persönlich mit guter Musik von allen verabschieden können“.

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