„Bunt, schillernd und Wahnsinn!“

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„Bi-ba-Bunt“ trieben es die Rentalgeister als Clowns.
„Bi-ba-Bunt“ trieben es die Rentalgeister als Clowns. (Foto: Jana Mack)
Jana Mack

Die Regierungserklärung des Zwiefalter Burggrafenpaars, hochklassige Tanz- und Musikeinlagen, unterhaltsame Reden und schließlich das „Niveau“ mit der Entführung des Burggrafs: Für die Besucher des ersten Zunftballs der Narrenzunft Rälle gab es einiges zu lachen und zu bewundern.

Nach Einzug des Zunftrats schritten Burggraf Benedikt I. und seine Lieblichkeit Vera durch die närrisch dekorierte Rentalhalle zur Bühne, wo ihre Inthronisation stattfand. In Reimen stellten sie sich vor und erläuterten ihre Regierungspläne: Die Ernährung werde auf „Mohrakopfwecka deluxe“ und Eierlikör umgestellt, die Ämter bei Hofe werden von den Zunfträten belegt und so werde das Paar dann „weltweit bekannt“. „Eine wunderschöne Regierungserklärung“, urteilte Zunftmeister Jochen Fundel und begleitete gemeinsam mit dem Publikum die „Katzakombo“ bei Rällemarsch und -walzer.

Bereits zum zweiten Mal wagte sich der Zunftrat an einen Gesangsauftritt. Als weiterer musikalischer Programmpunkt trat der Kolping-Fanfarenzug als Blues Brothers unter Leitung von Marcel Ott auf.

Unter dem Motto „Durch die Jahrzehnte“ zeigten die „Dancing-Queens“ einen Showtanz, der die Zuschauer mit einem Party-Bus durch die Vergangenheit fuhr. Je ein Duo der Tänzerinnen repräsentierte ein Jahrzehnt. Einstudiert wurden die Tänze von Melanie Geiger. Die Rentalgeister boten als Clowns einen beeindruckenden Tanz mit besonders artistischen Elementen dar. Unter dem Motto „Bi-ba-Bunt – Jetzt geht’s rund!“ turnten und tanzten sie über die Bühne. Einstudiert wurde ihre Choreografie von Gitte Wax, die sich auch bei der Zugabe etwas Besonderes einfallen ließ: Einen „Renntanz“.

Rälle-Büttel Herbert Ott thematisierte in seiner Büttenrede allerlei aus Politik und Ortsgeschehen: Kretschmann, Trump, die EU sowie eine Diskussion um die Katzensteuer in Zwiefalten, zu der er mit Blick auf die Optionen „kaschtriera oder zahla“ froh sei, kein Rälle zu sein. Auch ein neues Bier und kaputte Straßen wurden von ihm als „wahres Multitalent“, so Fundel, aufs Korn genommen. Sein Highlight aber war die Lösung für den Windrad-Konflikt im Teilort Mörsingen: eine „Windkraft-Henne“, als Anspielung auf den Bürgermeister.

Dieser hatte in diesem Jahr erstmals – und als Überraschung – einen Auftritt als Akteur des „Niveaus“. Die Gruppe inszenierte die Entführung Burggraf Benedikts durch ein mysteriöses „H.“, das per Handy mitteilt: „Zruck gibt’s dr Bene erscht am Aschermittwoch!“ Gemeinsam mit Rälle, Rösslesreiter und einem dicken Mann macht sich der Büttel auf die Suche und stolpert dabei über einige Themen aus dem Ortsgeschehen: die erfolglose TSG, Ausgrabungen in Upflamör und vieles mehr. Außerdem entstand die Aktion „Baach blüht auf“. Auch musikalisch war der Auftritt das Highlight des Abends: Allen voran zeigte Florian Fischer sein Können und begeisterte das Publikum. Fundels Fazit: „Ich kann’s nicht in Worte fassen, wie stolz ich auf diese Truppe bin!“

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