Aus Steineklopfern werden Freunde

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Die Steinhauer haben in ihrem Kurs viel geschaffen und präsentierten in einer Abschlussbesprechung ihre Modelle, hier ein Muffel
Die Steinhauer haben in ihrem Kurs viel geschaffen und präsentierten in einer Abschlussbesprechung ihre Modelle, hier ein Muffelwidder. (Foto: Heinz Thumm)
Heinz Thumm

„Das war ein ganz grandioser Steinhauerkurs – atmosphärisch einfach super“, sagt Herbert Leichtle, Steinbildhauer und Künstler aus Wolfegg. Die Teilnehmer des zweiten Kurses im Gauinger Steinbruch drückten ihre Zufriedenheit ähnlich aus. Besonders freuten sie sich über die eigenen Ergebnisse.

Nach einer Kurswoche im Gauinger Steinbruch trafen sich alle Teilnehmer, um die Ergebnisse des zweiten Kurses in dieser Saison zu besprechen. In einer Mischung von Anfängern und erfahrenen Kursteilnehmern bildete sich eine gute Gemeinschaft. Kursleiter Herbert Leichtle gab immer wieder Tipps, die Steinhauer nutzten die Möglichkeiten und arbeiteten an ihren Modellen. Es war wie immer: die einen ließen sich inspirieren und nahmen die Entwicklung auf, um etwas daraus zu machen. Und die anderen verfolgten hartnäckig ihre Idee und schafften es diese „im Tun entstehen zu lassen“.

Einige der neuen Steinhauer suchten ganz bewusst den gegenständlichen Bereich. Sie bewunderten die dreidimensionale Ansicht, schafften aber nicht den Übergang. In einem Fall hat ein Steinhauer seine Hand als Modell auf sein Projekt aufgelegt und dann erst später gemerkt, dass er die rechte Hand mit ihren Fingern auf die linke Seite angebracht hatte.

Alle Kursteilnehmer zeigten sich hoch zufrieden mit den Bedingungen. Nacheinander schilderten sie ihren Weg zum Ergebnis und beschrieben ihre Herausforderung. Sie waren froh und dankbar, dass sie selber machen durften. Für viele Hobbysteinhauer war es wichtig am Stein zu arbeiten, sie wollten herunterkommen, bevor sie wieder zurück in die Welt voll Leben gehen.

Manche Tiere wurden aus kleinen Steinen herausgearbeitet und ergaben dann Miniaturausgaben. Zwei Krokodile konnten später in die Tasche gesteckt werden. Ein Muffelwidder ließ sich gut herumtragen. Ein Handschmeichler wurde nach dem Herausarbeiten der verschiedenen Ebenen fein geschliffen und gewässert. Ein mächtiger Schutzstein für den Garten bekam zwei Gesichter. Eine Hand und weitere Symbole erinnern den Steinhauer noch lange an die harte Arbeit. Ein behauener Quellstein wird Lebendigkeit in einen Garten bringen, wenn er in einem Teich liegt und das Wasser plätschert. Mehr als ein Drittel vom Gewicht hat ein übergroßer Felsblock vom Gauinger Travertin verloren, bis er in die gewünschte Form kam und jetzt wie ein großer Flügel aussieht.

Geschenke aus Stein

Aus manchem Steinblock wurde ein Geschenk für die Lieben zu Hause – so zum Beispiel ein Abitursgeschenk für die Tochter oder eine Tänzerin für den Garten. Gar mancher Traum zerbrach oder zerbröselte ungewollt: ein Marmorblock mit geplanten drei Gesichtern zerbrach in zwei Teile.

Für viele Künstler haben sich neue Bereiche aufgetan, Ziele wurden erreicht, Inspirationen verwirklicht und eine Reihe von Techniken angewandt. Die Teilnehmer sind zufrieden mit den Ergebnissen und schwärmen von der Gemeinschaft. Gerne erinnern sich die Künstler an die zahlreichen Besucher von Gauinger Bürgern, die auch mal mit einem Kuchen oder einer Flasche Wein vorbeikamen.

Die meisten Teilnehmer haben sich bereits für den Steinhauerkurs im kommenden Jahr angemeldet. Im Steinbruch wird jetzt wieder Ruhe einkehren, dem einen oder anderen Mitbürger wird für eine Weile das Klopfen der kurzen Hammerschläge fehlen. Das Leben geht weiter.

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