Wo Warthausen noch Potenziale hat

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Die Vorschläge der Verwaltung, wo in den nächsten Jahren in Warthausen Wohn- und Gemeinbedarfsflächen entstehen können, sind auf dem Tisch. Im Gemeinderat stellte Hauptamtsleiterin Anja Kästle die Areale vor, die nach den Vorstellungen der Verwaltung in den Flächennutzungsplan 2035 aufgenommen werden sollen. Das Gremium trat jedoch auf die Bremse. Die Gemeinderäte entschieden, eine Klausur anzusetzen, um gemeinsam mit Fachleuten über das Thema zu diskutieren.

Wo kann künftig Wohnbebauung entstehen? Wo können Gewerbeflächen entwickelt werden? Welche Areale bleiben der Landwirtschaft vorbehalten? Der Flächennutzungsplan (FNP) steckt dafür den Rahmen ab und ist deshalb ein wichtiges Steuerungsinstrument für die Siedlungsentwicklung einer Gemeinde. Die Warthauser Verwaltung hat im Gemeinderat ihre Vorschläge für Wohn- und Gemeinbedarfsflächen für die Fortschreibung des FNP bis 2035 vorgestellt. Bis Ende des Jahres solle Warthausen die Flächen der zuständigen Verwaltungsgemeinschaft Biberach melden, berichtete Hauptamtsleiterin Anja Kästle.

Und so sehen die Ideen der Verwaltung aus:

Warthausen: In der „Schlosswiese“ 6,3 Hektar Wohnbau-, 1,3 Hektar Sonderbau- oder Gewerbebauflächen sowie 1,9 Hektar Retentions-/Ausgleichsfläche, im „Mühlsteig“ 0,8 Hektar für Sportanlagen, für die Erweiterung der Schule zwei Hektar.

Birkenhard: 1,6 Hektar Wohnbaufläche innerorts im „Dafeld“, 2,6 Hektar für Wohnbau im Westen in „Espach IV“ sowie 0,7 Hektar im Gebiet „Burrenstraße“, dort zudem 0,4 Hektar für die Kita.

Oberhöfen: Hinter dem Gemeindehaus 2,3 Hektar für soziale Zwecke und insgesamt 7,3 Hektar Wohnbaufläche (2,1 Hektar „Galmutshöfer Esch Ost“ im Nordosten, 1,5 Hektar „Ulmer Steigesch II“ und 3,7 Hektar „Ulmer Steigesch III“ im Süden und Südwesten).

Röhrwangen: 0,6 Hektar gemischte Baufläche „Hinter dem Tobel“.

Insgesamt seien es 18,8 Hektar Wohnbauflächen, erläuterte Kästle. „Das ist die Menge, die uns zusteht.“ Gemeinderat Michael Gapp forderte, in der Sitzung noch keinen Beschluss zu den vorgeschlagenen Flächen zu fassen. „Sind die zwei Hektar bei der Schule wirklich nötig oder würden sie besser für Wohnen oder ein Mischgebiet verwendet?“, fragt er. Mit Blick auf die 0,8 Hektar im „Mühlsteig“ sagte er: „Ich sehe nicht, dass wir in den nächsten zehn Jahren eine Halle bauen.“

Wie viel Bebauung verkraftet Oberhöfen?

Weiter stellte er die Frage: „Verkraftet Oberhöfen diese Wohngebiete? Es würde um ein Drittel wachsen. Und wollen die Leute lieber nach Warthausen als nach Oberhöfen?“ Eine Strategie sei nötig, befand Gapp. Auch Anton Kloos ging es zu schnell. Etwas, das für 15 Jahre gelte, solle in einer Stunde abgehandelt werden, kritisierte er. Möglicherweise gäbe es noch Ideen, die man einbringen könne. Hermann Huchler sprach sich ebenfalls für die Klausursitzung aus.

Verwaltung, Regierungspräsidium und Stadtplanungsamt hätten betrachtet, wo Warthausen entwicklungsfähig sei, erläuterte Bürgermeister Wolfgang Jautz, wie die Verwaltungsvorschläge zustande gekommen waren. Es gehe darum zu sagen, was vorstellbar sei. Die Absicht sei, die Vorschläge nun öffentlich zu diskutieren, Planungshoheit habe der Gemeinderat.

Einigkeit bestand im Gremium, dass es wichtig war, dass in der Sitzung die Verwaltungsvorschläge öffentlich präsentiert wurden. Bei zwei Enthaltungen und neun Jastimmen sprach sich das Gremium für Gapps Antrag aus, den Beschluss über diese Vorschläge zu vertagen und erst eine Klausursitzung abzuhalten.

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