Werkstatt für behinderte Menschen öffnet ihre Türen

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 Insgesamt 200 Mitarbeiter beschäftigt die WfbM.
Insgesamt 200 Mitarbeiter beschäftigt die WfbM. (Foto: St.-Elisabeth-Stiftung)
Schwäbische Zeitung

Die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) wird am Sonntag, 10. November, von 11 bis 16 Uhr ihre Türen für Besucher öffnen. Dabei können sie sich ein Bild davon machen, wie das jeweils individuell entwickelte Arbeitsfeld für Menschen mit Behinderung vor Ort aussieht.

„Unsere Arbeit ist uns wichtig – und das seit mittlerweile 45 Jahren“, betont Andreas Hollacher, Niederlassungsleiter für Teilhabe und Bildung der WfbM Biberach im Heggbacher Werkstattverbund der St. Elisabeth-Stiftung.

Genau seit 45 Jahren besteht auch die sozialpolitische Grundlage für eine berufliche und persönlichkeitsbildende Förderung für schwerbehinderte Erwachsene in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM). Damals im Jahr 1974 schrieb der Deutsche Bundestag den Rechtsanspruch behinderter Menschen zur beruflichen Teilhabe im Gesetz fest.

„Wir waren damals also Pioniere auf diesem Gebiet und haben uns Jahr für Jahr weiterentwickelt“, verdeutlicht Christoph Stauß, Mitarbeiter im Bereich Produktion und Dienstleistung. Das zeigt sich auch am Wachstum von damals 60 Beschäftigten zu heute mehr als 200 Mitarbeitern.

Persönlichkeit wird gebildet

Als Einrichtung der Eingliederungshilfe haben die Werkstätten seither den Auftrag der umfassenden und persönlichkeitsbildenden Förderung. Im Vordergrund steht dabei die Leistungsfähigkeit jedes behinderten Beschäftigten individuell zu entwickeln.

Im Gegensatz zur Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt geht es in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung darum, die Arbeit an den Menschen anzupassen – nicht umgekehrt.

Mit dem Tag der offenen Tür wird den Besuchern die Angebotspalette der Biberacher WfbM nahe gebracht, die mittlerweile im Birkenharder Schachen 4 in der Rindermooser Straße und in der Waldseer Straße stationiert ist.

Dort sind nun auf den insgesamt 3600 Quadratmetern Werkstattfläche verschiedene Arbeitsbereiche für Menschen mit Behinderung eingerichtet: In der Datenarchivierung werden Akten, Unterlagen, Dias und Filme im Kundenauftrag digitalisiert.

In vier Montagegruppen werden Einzelteile etwa für die Firmen Gardena Husqvarna, Liebherr Ochsenhausen oder KaVo montiert, in der Schlosserei große Bauteile beispielsweise für Windkraftanlagen und Kräne für die Firma Liebherr Biberach geschweißt und montiert.

In einer Schauwerkstatt sind dann auch Verpackungsarbeiten zu sehen – Kinder können mitmachen. Im Außenbereich stellt die Landschaftspflege der WfbM ihren Fuhrpark und ihre Gerätschaften aus. Zudem informieren der Werkstattrat, der „Personalrat“ der in der WfbM beschäftigten Menschen mit Behinderung, und die Frauenbeauftragte der WfbM Biberach über ihre Aufgaben und Tätigkeiten. Eine „Info-Insel“ zeigt Wissenswertes zu den Themenbereichen „Ehrenamt“ und „Ausbildung“.

Artikel aus EIgenproduktion

Dazu gibt es eine Reihe von Verkaufsständen: Die Gärtnerei der WfbM Biberach verkauft Pflanzen und Accessoires. Geschenkideen und weitere Eigenprodukte aus der WfbM und dem Heggbacher Werkstattverbund werden vorgestellt und mit einem kleinen Kunsthandwerkermarkt umrahmt.

Für die Besucher gibt es an diesem Tag Kaffee und Kuchen sowie herzhafte Spezialitäten. Zur Unterhaltung spielt der Musikverein Mettenberg und die Tanzgruppe der WfbM führt Tänze aus ihrem aktuellen Programm vor.

„Unsere Arbeit im Spannungsfeld der Themen Inklusion und Teilhabe am Arbeitsleben ist uns wichtig. Daher freuen wir uns, wenn viele Interessierte nach Birkenhard kommen“, so Andreas Hollacher.

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