So will Warthausen den Räumdienst verbessern

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 Mit Salz und Räumfahrzeugen rüstet sich Warthausen für den Winter. Doch für den Einsatz in den Wohngebieten bleibt meist keine
Mit Salz und Räumfahrzeugen rüstet sich Warthausen für den Winter. Doch für den Einsatz in den Wohngebieten bleibt meist keine Zeit. (Foto: dpa)

Noch lässt der Schnee auf sich warten, doch die Gemeinde Warthausen rüstet sich für den Winter. Das Problem dabei: Vor allem in den Wohngebieten konnte in den vergangenen Jahren kaum geräumt werden. Dafür reiche schon das Personal nicht aus, erklärt die Gemeinde. Diesen Winter aber soll es eine Testphase geben, bei der geprüft wird, ob weitere Straßen in den den Räumplan aufgenommen werden können. Das hat zu Diskussionen im Gemeinderat geführt.

Wenn es schneit, dann läuft beim Bauhof im besten Fall alles nach einem strengen Plan ab: Stufe eins sieht vor, dass zunächst die Steigen geräumt werden. Das heißt Straßen, die große Steigungen aufweisen und häufiger befahren werden, werden zuerst vom Schnee befreit. Danach folgen in Stufe zwei und drei die übrigen Straßen in der Gemeinde – bis auf die Wohngebiete. Dort wurde in den vergangenen Jahren gar nicht mehr oder nur noch auf Anforderung geräumt. Häufig auch weil den Bauhof-Mitarbeitern kaum Zeit dafür blieb. Nachdem sich nun Bürger darüber beschwert haben, will die Gemeinde nachbessern.

Wenig Personal, hohe Erwartungen

Der Räumplan stammt noch aus dem Jahr 2005 und wurde lediglich um die neuen Straßen ergänzt. Das Problem dabei: „Seit damals hat sich auch das Bauhofpersonal nicht erhöht“, sagte Patrick Christ vom Bauamt. Die Mitarbeiter sind bereits im Schichtbetrieb unterwegs. „Wir können die Aufgaben nicht beliebig erweitern.“ Die Spielräume seien „minimal“.

Dennoch wolle die Gemeinde in einem Testjahr nun überlegen, welche Straßenzüge in den Räumplan mitaufgenommen werden können. Zudem sollen ähnlich ausgebaute Straßen im Räumplan auch gleich behandelt werden, sagte Christ. Erstmals soll nun auch ein neues Fahrzeug zum Einsatz kommen.

Anlieger wissen nicht, wohin mit dem Schnee

Gemeinderat Franz Schuy sprach sich für die Testphase aus, sonst hieße es bei den Bürgern: „Wir als Anlieger sollen räumen, aber wissen gar nicht mehr wohin mit dem Schnee.“ Da er selbst an der Erstellung des Räumplan beteiligt war, werbe er immer dafür. Dennoch sollten die Mitarbeiter des Bauhofs mehr Entscheidungsfreiheit haben und der Schneepflug die Schippe durchgängig im Einsatz haben. „Sonst fährt er nur den Schnee fest.“

Richard Matzenmiller stimmte zu: „Der Bauhof macht eine hervorragende Arbeit, aber etwas mehr Freiheit wäre gut.“ Gemeinderat Hermann Huchler sprach sich indes gegen eine Änderung des Räumplans aus: „Damit schaffen wir nur Begehrlichkeiten“, sagte er und fügte hinzu: „Wir werden es nie hinbekommen, dass alle zufrieden sind.“ Stattdessen solle die Gemeinde gleich sagen, dass in den Wohngebieten nicht geräumt werde.

Nicht jeder kann der Erste sein

Ulrich Geister sprach sich wiederum für den Plan aus. Er forderte aber, dass die Gemeinde auch den Matsch auf den Straßen entfernt, der sonst „auftaut und wieder hinfriert“. Das könne auch noch einige Tage nach dem Schneefall geschehen. Er glaube, dass die Bürger Verständnis dafür haben, dass bei starken Schneefall „nicht jeder der Erste sein kann“.

Gemeinderat Jürgen Keller kritisierte dagegen, dass das Thema so ausführlich im Rat diskutiert werde. Das sei im Wesentlichen die Sache der Gemeindeverwaltung.

Fahrzeuge stehen im Weg

Am Ende der Aussprache hat der Rat bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme für die Umsetzung des Testjahrs gestimmt. „Wir wollen sehen, wie weit der Bauhof gehen kann“, sagte Bürgermeister Wolfgang Jautz. Er wies aber auch darauf hin, dass immer wieder Fahrzeuge im Weg stünden, die für den Räumdienst zum Problem würden. Manche Bürger riefen zudem bei der Gemeinde an und forderten, dass der Bauhof den Schnee aus dem Ort fahren soll. „Das können wir gar nicht schaffen“, sagte Christ.

Nach dem Winter soll eine weitere Besprechung im Bauhof folgen, in der künftige Möglichkeiten diskutiert werden. Im Anschluss erhalte der Rat eine Zusammenstellung, wie der Räumplan in Zukunft angepasst werden soll, verspricht die Gemeinde.

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