So soll die Kita in Birkenhard aussehen

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Der Bedarf an Betreuungsplätzen ist weiterhin hoch: Jetzt will die Gemeinde Warthausen in Birkenhard eine neue Kindertagesstätte bauen für etwa 130 Kinder im Alter von unter und über drei Jahren. In der Ratssitzung wurde der erste Entwurf vorgestellt. Der kam bei im Gemeinderat gut an. Die Räte äußerten allerdings Bedenken wegen der Kosten und legten eine Obergrenze von 6,3 Millionen Euro fest.

Noch steht das „Mammutprojekt“ Kitaneubau in Birkenhard am Anfang: Im Februar hat ein Lenkungsausschuss erste Entwürfe angeschaut und einen Favoriten ausgewählt. Jetzt wurde dieser in größerer Runde im Gemeinderat vorgestellt. „Wir befinden uns noch in der Vorentwurfsphase“, betonte der Architekt Christian Goldbach aus München.

Geschützt gegen Wind, offen für Sonnenlicht

Der Entwurf sieht ein zweigeschossiges Gebäude vor, das in einer langgezogenen U-Form einen begrünten Innenhof nach Westen, Norden und Osten hin abschirmt. Im Süden hingegen öffnet der Bau den Blick Richtung Felder und der angrenzenden Wohnbebauung. So soll sichergestellt werden, dass der Hof windgeschützt und zugleich sonnendurchflutet ist. Ulrich Geister betonte: „Die Planung gefällt mir ausgesprochen gut.“ Ihm stelle sich jedoch die Frage, ob die „Schlauchform“ des Bauwerks „geschickt“ sei? Goldbach erklärte, dass die Bauweise auch energetisch sinnvoll sei, zudem sollen die längeren Gänge auch als helle Spielflure genutzt werden.

Diskussionen gab es im Rat auch über den Eingangsbereich. Vorgesehen ist, dass es nur einen Eingang gibt, über den die Kinder ebenerdig sowohl in die Krippe als auch den Kindergarten gelangen. Franz Schuy regte an, die Möglichkeiten eines zweiten Eingangs zu prüfen. Richard Matzenmiller hingegen verwies auf die Entscheidung des Lenkungsausschusses, der sich für einen Eingang entschieden hatte. Architekt Christian Goldbach gab zu Bedenken, dass ein Eingang die Sicherheit und „soziale Kontrolle“ besser gewährleiste.

Ratsmitglied Holger Guglielmi erinnerte nochmals daran, dass das Obergeschoss auch für Vereine genutzt werden soll, falls in Zukunft einmal die Nachfrage nach Betreuungsplätzen zurückgehe. Das habe man bei den Planungen bedacht, sagte Goldbach. Offen sei indes, in welcher Bauweise die Kita entstehen soll. Er könne sich eine Holzbauweise gut vorstellen. Möglich wäre selbst eine Kombination aus Holz- und Massivbauweise. Für einen Massivbau lassen sich Kosten von knapp 6,3 Millionen Euro prognostizieren, für einen Holzbau lägen diese bei gut sieben Millionen Euro. Eingerechnet seien bereits Preissteigerungen von acht Prozent sowie Kosten für Unvorhergesehenes von rund fünf Prozent. Dennoch sei die Prognose noch mit Vorsicht zu genießen. „Wir befinden uns noch in der Mitte Vorplanung, haben noch keine Fachplaner und fühlen uns daher noch nicht gewappnet, zu sagen, wie viel es am Ende genau kostet“, betonte Projektleiter Jan Leis von der Fides-Gruppe aus Ulm.

Baukosten sollen im Rahmen bleiben

Ratsmitglied Hermann Huchler sagte: „Wir sind angespannt mit diesem Projekt.“ Es sei daher wichtig, dass die Baukosten „im Rahmen bleiben“. Schließlich habe die Gemeinde auch schon günstigere Kindergartenplätze geschaffen. Projektleiter Leis stellte klar, dass die Kosten „Anhaltswerte“ seien, basierend auf vergleichbaren Projekten. Denkbar sei eine Abweichung von bis zu 20 Prozent in beide Richtungen. Erst nach den nächsten Planungen könnten dem Rat genaue Zahlen vorgelegt werden. Anja Kästle vom Warthauser Hauptamt rechnete zudem vor, dass die Gemeinde mit Förderungen von etwa 700 000 Euro rechnen kann. Gemeinderatsmitglied Michael Gapp verwies auf die im Haushalt hinterlegte Summe von insgesamt 6,3 Millionen Euro, verteilt über die Jahre 2019 und 2020. An diese Summe müssen sich die Planer halten, forderte Gapp. „Es muss klar, dass wir den Betrag festlegen.“ Er plädierte dafür, dies in den Beschluss mitaufzunehmen. Zuspruch kam von Richard Matzenmiller. Helmut Dorn fügte noch hinzu: „Ich möchte, dass die Gemeinde jegliche Fördermöglichkeit ausschöpft.“ Die Räte stimmten der Obergrenze von 6,3 Millionen einstimmig zu, ebenso wie dem Planvorschlag des Architekturbüros „Leupold Brown Goldbach“.

Rat vergibt Arbeiten an regionale Fachbüros

Im Anschluss stimmten die Räte zudem über die Vergabe der Detailplanungen an die Fachbüros ab. Sie folgten dabei dem Vorschlag des Projektleiters Leis, der die Fachplaner in Abstimmung mit dem Architekten und dem Lenkungsausschuss ausgewählt hatte. Mit der Bauphysik beauftragten die Räte das Büro „Bauphysik 5“ aus Backnang, für Elektro das Ingenieurbüro Puscher aus Schelklingen, für Heizung, Lüftung und Sanitär das Ingenieurbüro Spleis aus Laupheim, für die Küchenplanung Omega Sorg aus Essingen und für die Tragwerksplanung das Büro Mader aus Senden. Ratsmitglied Ulrich Geister lobte, dass die Fachplaner aus der Region stammen. Im nächsten Schritt sollen nun die Entwurfsplanungen folgen.

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